Auto & Flotte

AUTOHANDEL | 25.02.2010

Citroën-Händler ohne Verträge

Der französische Autobauer Citroën hat alle Händlerverträge gekündigt und will die deutschen Standorte auf eine moderne Architektur umstellen. Zudem soll das Flottengeschäft intensiviert werden.

Aufbruch in die Zukunft: der neue Citroen-Kleinwagen DS 3.Foto: Citroen

Aufbruch in die Zukunft: der neue Citroen-Kleinwagen DS 3

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Vor fast exakt einem Jahr hat sich Citroën einen neuen Anstrich gegeben. Die französische Automobilmarke läutete mit der Ankündigung einer Modelloffensive, einer neuen Produktlinie mit dem Kürzel "DS" und nicht zuletzt einem überarbeiteten Logo eine neue Ära ein.

Mittlerweile ist die Erneuerung der Marke an Kopf und Gliedern auch in der deutschen Handelsorganisation angekommen: Alle Verträge mit den 280 Vertriebshändlern sowie den insgesamt 800 Stützpunkten wurden zum 31. Mai 2011 gekündigt.

Den meisten Vertragspartnern wurden neue Kontrakte vorgelegt - und die sehen vor, dass alle Standorte bis 2011 auf ein neues Design umgerüstet werden, verbunden mit den entsprechenden Investitionen für die Händler.

Image aus den 80er Jahren


"Unser Marken-Image stammt noch aus der Mitte der 80er Jahre. Das Erscheinungsbild unserer Autohäuser steht dem der neuen Produkte deutlich nach", erklärte Thomas Albrecht, Sprecher von Citroën Deutschland, die einschneidende Maßnahme.

"Wir sind im Gespräch mit dem Händlerverband, um maßvolle Lösungen zu finden und werden keinen Händler in den Ruin treiben", fügte der Sprecher hinzu. Schließlich müsse nicht gleich neu gebaut, sehr wohl aber die Vorgabe der neuen CI umgesetzt werden.

Auch eine Verbesserung bei Service und Kundenzufriedenheit hat sich Citroën auf die Fahne geschrieben, um den 2009 erreichten, durch die Abwrackprämie bedingt, historisch hohen Marktanteil von 2,8 Prozent in diesem Jahr weiter zu steigern.

Neuer DS 3 mit "Pariser Chic"

Mit den Modellen, die so gar nicht zum aktuellen Outfit der Betriebe passen wollen, ist in erster Linie die neue DS-Reihe gemeint. In der Kleinwagen-, Kompakt- und Mittelklasse legen die Franzosen zum bestehenden Angebot jeweils eine Lifestyle-Variante auf, die den Aufbruch in die Moderne mit "Pariser Chic" kombinieren soll.

Den Anfang macht am 12. März 2010 der DS 3, der zu Preisen ab 15.200 Euro dem Mini, dem Alfa Romeo Mito oder auch dem Fiat 500 Anteile abjagen soll. Im Frühjahr 2011 folgt der DS 4 und im Herbst 2011 der DS 5 mit dem ersten Hybridantrieb bei Citroën.

Mit dem DS 3 bricht der eher komfort- und preisorientierte Traditionshersteller mit so manchem Tabu. Ein solch sportlich-straffes Fahrwerk, das zeigte ein erster Test, gab es bei einem Serien-Citroën jedenfalls noch nie.

Mit 38 Außenfarben, diversen Innenraum-Dekorationen und Dach-Aufklebefolien wird der Individualisierungsgrad auf die Spitze getrieben. Unter der Motorhaube findet sich indes eher Konventionelles vom Schwestermodell C 3. Ein Start/Stopp-System der zweiten Generation soll ebenso folgen wie ein automatisiertes Schaltgetriebe.  

Sechs Prozent Marktanteil bei Nutzfahrzeugen

Wie die Schwestermarke Peugeot, so startet Citroën zudem ein Projekt für weiteres Wachstum im Geschäftsfeld Nutz- und Sonderfahrzeuge. Nachdem sich die Marke mit dem Doppelwinkel 2009 in Deutschland in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld mit fast sechs Prozent Marktanteil unter den Anbietern von Nutzfahrzeugen bis vier Tonnen weiter etabliert hat, beginnt die Kölner Importeurszentrale nun mit dem Aufbau einer spezialisierten Vertriebsmannschaft aus Innen- und Außendienstmitarbeitern

Im Fokus stehen dabei besondere Aktivitäten auf dem Markt der Auf- und Umbauanbieter. Das Projekt wird von Jean-François Bloch geleitet, der bisher Vertriebskoordinator für Nutz- und Sonderfahrzeuge war und an den Direktor Firmenkunden und Gebrauchtwagen, Saban Tekedereli, berichtet.

Kleinwagen für Businesskunden


Außerdem wird die Zahl der nationalen „Key Account Manager" verdoppelt. Die nun zehn Vertriebsspezialisten sollen Unternehmen mit einem Fuhrpark von mindestens 25 Fahrzeugen vor Ort intensiver betreuen.

Die von Stephan Lützenkirchen geleitete Abteilung "Vertrieb Firmen- und Nutzfahrzeuge" verstärkt ihr Backoffice mit Spezialisten für Ausschreibungen und Rahmenabkommen, um Großkunden besser bedienen zu können. Der ehemalige Fiat-Manager Steffen Dittmar steht für  die Betreuung von Unternehmen mit einem Fuhrpark in verschiedenen Ländern zur Verfügung.

Dabei sehen die französischen Strategen einen klaren Trend zu kleineren, sparsameren, gut ausgestatteten Fahrzeugen mit aussagekräftigem Design - auch in den Fuhrparks. Und so nutzt die Marke die Einführungsphase des im Dezember 2009 vorgestellten C 3, um erstmals auch im Kleinwagen-Bereich gezielt Businesskunden anzusprechen.

Bernd Nusser

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