Auto & Flotte

AUTOHANDEL | 25.04.2012

Kleine Autos sind groß im Kommen

Der Volkswagen-Konzern setzt auf seine wendigen Citycars. Nach dem VW Up startet nun auch der Verkauf der baugleichen Modelle Skoda Citigo und Seat Mii.

Foto: Skoda

Brüder vom gleichen Band: der Skoda Citigo...

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Erfolg mit Ansage: Gleich nach dem Marktstart des Up im Dezember vergangenen Jahres übernahm der kleinste Volkswagen erwartungsgemäß die Segmentführerschaft. Mit 8.066 Zulassungen sorgte VW maßgeblich dafür, dass die Minis im ersten Quartal 2012 um 11,2 Prozent zulegten.
 
Die Konzernmutter nutzte den zeitlichen Vorsprung also, um das Feld zu bestellen, jetzt kommen die „Upleger" der Töchter: Am 2. Juni beginnt der Verkauf des Skoda Citigo, bereits am 12. Mai startet der Seat Mii.

Technisch identische Drillinge aus Bratislava


Abgesehen vom jeweiligen Markenlogo im Kühlergrill und auf dem Lenkrad sowie der leicht modifizierten Front- und Heckpartie unterscheiden sich die Drillinge aus dem Werk in Bratislava nicht. Auch technische Errungenschaften wie die optionale Notbremsfunktion bei Geschwindigkeiten unter 30 km/h oder das tragbare Navigationsgerät dürfen die beide in Weiterstadt beheimateten Importeure anbieten.

Kleine Autos mit geringer Marge unter unterschiedlicher Flagge anzubieten, ist übrigens keine neue Erfindung des mächtigen Wolfsburger Imperiums. Beispiele aus der Vergangenheit gibt es im eigenen Haus mit VW Polo/Audi 50 oder VW Lupo/Seat Arosa schon genug und auch die Konkurrenz kooperiert: Fiat und Ford fertigen gemeinsam in Polen, Peugeot, Citroen und Toyota in Tschechien.  

Skoda startet bei 9.450, Seat bei 8.890 Euro


So erklären sich die unterschiedlichen Grundpreise für Up, Citigo und Mii aus der jeweiligen Position der Marken im Markt und der Zusammenstellung von Ausstattungsdetails. Während VW bei 9.850 Euro beginnt, ist der günstigste Skoda für 9.450 und der preiswerteste Seat für 8.890 Euro zu haben.

Foto: Seat

...und der praktisch baugleiche Seat Mii.

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"Basis" ist in diesem Fall dann auch wörtlich zu nehmen. So müssen die Fensterscheiben noch mit der Hand gekurbelt werden, die Materialanmutung hat so gar nichts mit dem Lifestyle-Charakter gemein, den die telegenen Imagekampagnen für die mobilen Winzlinge Glauben machen wollen und besonders im Gepäckabteil dominiert reichlich nacktes Blech.

Eine hohe Ladekante und eine ebenso mächtige Stufe nach dem Umklappen der Rücksitzlehne erschweren die Nutzung des zwischen 251 und immerhin 951 Liter Volumen fassenden Kofferraums. Bei der viertürigen Version geben die hinteren Ausstellfenster zudem Anlass zur Kritik.

Dass bei einem nur knapp über 3,50 Meter kurzen Wägelchen der Platz auf den Rücksitzen nicht eben üppig ausfällt, leuchtet dagegen ein und auf den beiden vorderen Stühlen mit jeweils integrierter, nicht verstellbarer Kopfstütze kommt auch kein Gefühl der Enge auf.

Motoren mit 44 kW/60 PS und 55 kW/75 PS zur Wahl


Auch unter der Motorhaube setzen die drei Konzernmarken auf Gleichstand: Für alle Modelle stehen wahlweise Dreizylinder-Benziner mit 44 kW/60 PS oder 55 kW/75 PS zur Wahl, deren Normverbrauchswerte bei 4,5 beziehungsweise 4,7 Litern liegen. Gegen Aufpreis gibt es Start/Stopp, Bremsenergierückgewinnung und rollwiderstandsreduzierte Reifen.

Beide VW-Töchter wollen mit der Einführung der Stadtflitzer nicht nur eine Modelloffensive einleiten, sondern auch ihr Absatzvolumen kräftig steigern. "Im vergangenen Jahr sind in Deutschland 185.000 Kleinstwagen neu zugelassen worden. Bis 2020 könnte sich diese Zahl fast verdoppeln", sieht Skoda-Deutschlandchef Hermann Schmitt im kleinsten Segment großes Potenzial.
 

Fahrzeug für städtische Servicedienstleister


Seat-Geschäftsführer Manfred Kantner erwartet angesichts der anhaltenden Landflucht der Bevölkerung, des damit einhergehenden Wachstums der Ballungsgebiete und der zunehmenden Zahl von Singlehaushalten eine steigende Nachfrage nach wendigen und günstigen Cityfahrzeugen. "Auch bei unseren gewerblichen Zulassungen wird der Mii eine maßgebliche Rolle spielen. Das Auto bietet sich für städtische Servicedienstleister wie Hol- und Bringdienste an", ergänzt Seat-Sprecherin Melanie Stöckl.

Bernd Nusser

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