Auto & Flotte

AUTOHANDEL | 02.04.2010

Mit Rabatten gegen die Autokrise

Schlechte Stimmung, schlechte Preise: Die Automobilindustrie kommt aus dem Tal nicht heraus. Die Branche setzt noch mehr auf Rabatte und Tricks bei Zulassungen - der Handel ist aber pessimistisch.

Autokauf, Foto: ProMotor

Autokauf: "Preisdruck ist gestiegen"

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Es gibt noch gute Nachrichten aus der Automobilbranche - aber die stammen aus dem Ausland. So bejubelt der Verband der Automobilindustrie (VDA) die gesteigerte Neuwagen-Nachfrage in China, Indien, Japan, den USA und Brasilien im Februar.

Auch für Westeuropa wurde im Vergleich zum Januar ein fünfprozentiges Plus bei den Neuzulassungen registriert - freilich ohne Berücksichtigung des deutschen Marktes, der im Februar regelrecht eingebrochen ist. Der VDA hat einen Rückgang der Neuzulassungen um 30 Prozent im Vergleich zum hohen Vorjahresmonat ermittelt.

Schlechte Aussichten


Kein Wunder, dass der erstmals aufgestellte Geschäftsklimaindex des Zentralverbandes des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) miserabel ausfällt. 52,6 Prozent der ZDK-Mitgliedsbetriebe stuften die Geschäftslage im ersten Quartal 2010 als "schlecht" ein. Wenigstens 21,6 Prozent erwarten im zweiten Quartal eine Besserung der Lage, 50,5 Prozent gehen allerdings von einer "befriedigenden" Geschäftsentwicklung aus.

Diese halbwegs optimistische Prognose wird freilich gestützt durch die positiven Erwartungen im Servicegeschäft. 29,2 Prozent der Befragten gehen von einer besseren Werkstattauslastung aus. Doch beim Neuwagengeschäft dominiert der Pessimismus: 41,4 Prozent rechnen mit noch schlechteren Geschäftsaussichten als im ersten Quartal.

Rabatte, Rabatte, Rabatte


Doch was fällt der Branche gegen diesen kontinuierlichen Abschwung ein? Rabatte. Was seit dem Auslaufen der Abwrackprämie begonnen hatte, wird immer offensichtlicher: Die Autos werden immer mehr verschleudert.

Professor Ferdinand Dudenhöffer ermittelte im Februar 292 offene Verkaufsförderungsaktionen (wie Sondermodelle oder Eintauschprämien) der Autobauer - 44 mehr als im Februar. "Der Preisdruck ist wie erwartet weiter gestiegen", sagt der Leiter des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen.

Dudenhöffer hat zudem ermittelt, dass auch die Zahl der "taktischen Zulassungen" im Februar um knapp 3.000 auf insgesamt 55.151 Fahrzeuge gestiegen ist. "Taktische Zulassungen" sind für den Automobilwissenschaftler Neuwagenzulassungen, die auf Händler oder Autobauer getätigt wurden. "Die Fahrzeuge kommen dann entweder als Kurz-, Tageszulassung oder als junge Dienstwagen mit hohen Nachlässen in den Markt."

Am eifrigsten nutzten dieses System die Importeure, besonders Citroen, Hyundai und Jaguar. Deutsche Hersteller sind hier vergleichsweise zurückhaltend.

Fiat ist der Preistreiber des Monats März


In der Rangliste der größten Rabatte liegt im März Fiat an der Spitze. Im Rahmen des Angebots "Fiat-Ecoplus-Bonus" gewährten die Italiener für ein Modell "Panda" 38,2 Prozent Nachlass bei Abgabe eines Altfahrzeuges. Der Preisvorteil betrug hier 3.700 Euro. Beim Leasingangebot für einen Honda "Jazz" ließen sich 4.500 Euro oder 36,2 Prozent sparen. Einen Landrover "Discovery" gab es per Leasingofferte für 35,5 Prozent oder rund 15.000 Euro billiger.

Wie im Februar fielen  auch im März die Preisnachlässe der deutschen Autobauer bescheidener aus als bei den Ausländern. In Dudenhöffers Tabelle sind die 10,9 Prozent Rabatt (2.157 Euro) für das "All-Inclusive-Paket" für einen VW "Golf" der Spitzenwert aller heimischen Hersteller.

Online-Nachlässe unverändert


Das Rabatt-Niveau bei Neuwagenvermittlungen im Internet ist im März im Vergleich zum Vormonat unverändert geblieben. Hier beträgt laut CAR-Statistik der Durchschnittsrabatt nach wie vor 16,5 Prozent. Spitzenwert sind 20,5 Prozent Nachlass für einen Golf "Trendline", der bei einem Vermittler im Internet angeboten worden ist.

Dudenhöffer sagt vorher, dass auch in den kommenden Monaten mit hohem Preisdruck auf den deutschen Automarkt zu rechnen ist.

Steffen Gerth

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