Auto & Flotte

AUTOMARKT | 25.02.2009

"Jammern ist keine Managementaufgabe"

Audi-Chef Rupert Stadler spricht im Exklusiv-Interview mit derhandel.de über Luxus in der Krise, die Umweltprämie und die Stimmung in der Handelsorganisation.

Foto: Audi

Will Audi unbeirrt durch die Krise führen: Vorstandsvorsitzender Rupert Stadler.

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Herr Stadler, Sie stellen in diesen Tagen das neue A 5 Cabrio vor. Wie definieren Sie die Zielgruppe für dieses Fahrzeug?

Das A 5 Cabrio spricht besonders autoaffine Kunden an, die Wert auf Design legen und über eine Portion Kaufkraft verfügen. Das sind Genussmenschen, die sich ihren Traum von einem Cabrio erfüllen und in der Regel bereits mindestens ein anderes Auto fahren.

Welchen Wettbewerbsvorteil sehen Sie für das Modell?
Unser neues Dachsystem öffnet in nur 15 Sekunden. Das ist Benchmark in der Branche - und das sogar während des Fahrens bis 50 km/h. Andere können das gar nicht.

Luxus in der Krise - wie lässt sich das verkaufen?
In dem man sich nicht verrückt machen lässt. Wir haben ja keine Audi-Krise und ich bin zutiefst davon überzeugt, dass auch in der Zeit danach attraktive Produkte gefragt sein werden. Man kann seine  Strategie jedenfalls nicht nach einem Tagesrhythmus ausrichten, wenn man kontinuierlich Leistung bringen will.

Profitiert Audi aktuell von der Umweltprämie?
In unserem Preissegment spüren wir nichts von dem Prämienanreiz durch die Bundesregierung. Wir verkaufen vielleicht zusätzlich einige A 3-Jahreswagen.

Würden Sie sich eine ähnliche Maßnahme der Politik wünschen, die auch die deutschen Premium-Hersteller unterstützt?
Die Abwrackprämie hilft akut im Volumenbereich, sie ist aber kein nachhaltiges Instrument, das langfristig wirken könnte.

Foto: Audi

Kommt in diesen Tagen in den Handel: das neue Audi A 5 Cabrio.

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Ärgert es Sie, dass Sie nun keinen Nachfolger für den einst eingestellten Kleinwagen A 2 haben?

Jammern ist keine Managementaufgabe. Der A2 war mit seiner Aluminium-Karosse und seinen sparsamen Motoren seiner Zeit voraus und er hatte tolle Gene, von denen wir profitieren. Wir haben mit A 3, A 4 und A 6 die richtigen Antworten. Im A 5 Cabrio führen wir jetzt das Start/Stopp-System ein, das zügig auch in anderen Baureihen eingeführt wird - und 2010 kommt unser Kleinwagen A 1.

Mit Blick auf die drohende Insolvenz bei Opel wurde aus den Reihen der Politik der Ruf nach einem Solidarfonds der Automobil-Industrie laut. Was halten Sie davon?
Ich habe dazu eine Meinung, aber die möchte ich nicht in die Öffentlichkeit tragen. Nur soviel: Markt bedeutet Wettbewerb.

Wie schätzen Sie die Stimmung in Ihrem Unternehmen ein?
Die Stimmung bei Audi ist sehr zuversichtlich. Die Mitarbeiter wissen wo es langgeht.

... und in der Handelsorganisation?
Unsere Händler verfügen über das beste Produktportfolio der gesamten Industrie. Damit kann jeder Händler seine Zukunft gestalten - wenn er sich permanent weiter entwickelt. Unsere Handelsorganisation steht, andere haben es da deutlich schwerer.

Audi hat 2008 erstmals mehr als eine Million Fahrzeuge abgesetzt. Werden Sie dieses Ergebnis auch in 2009 erreichen?
Es wäre im Augenblick vermessen zu sagen, dass wir an die Zahlen von 2008 anschließen wollen. Nach Abschluss des ersten Quartals wissen wir sicher mehr.

Gibt es denn Regionen, die von der Absatzkrise verschont bleiben?
In Deutschland waren die Januar-Zulassungen gar nicht schlecht. Wir haben Marktanteile hinzu gewonnen. In China und Indien legen wir zu.

Interview: Bernd Nusser

 Die Vorstellung des Audi A 5 Cabrios lesen Sie in der April-Ausgabe von Der Handel.

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