Auto & Flotte

AUTOTECHNIK | 27.11.2011

Dienstwagenfahrer bekommen mehr Assistenten

Immer mehr Assistenzsysteme unterstützen künftig den Dienstwagenfahrer, damit der seine Arbeitszeit am Steuer sinnvoller nutzen kann. Audi will bei der Unfallvermeidung eine Vorreiterrolle übernehmen.

Foto: Audi

Immer mehr Kameras und Sensoren unterstützen künftig den Autofahrer.

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„Fährst Du noch oder lebst Du schon?" Die Abwandlung des bekannten Werbeslogans eines schwedischen Möbelhauses könnte schon in absehbarer Zukunft auf den Aufenthalt im Automobil zutreffen. „In weniger als zehn Jahren kann der Fahrer entscheiden, ob er selbst fahren will, oder sich von seinem Fahrzeug fahren lässt", so die Vision von Alejandro Vukotich, Leiter Entwicklung Fahrerassistenzsysteme bei der Audi AG.

„Unfallvermeidung" haben sich die Ingolstädter als Zukunftsaufgabe ins Lastenheft geschrieben und folgen damit den Kollegen von Mercedes-Benz, die schon seit dem ersten Crashtest 1959 das ambitionierte Entwicklungsziel „unfallfreies Fahren" verfolgen.

Menschliches Fehlverhalten als Unfallursache


90 Prozent aller Zusammenstöße im Straßenverkehr seien auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen, zitiert Audi-Ingenieur Vukotich eine entsprechende Studie. Folglich gelte es, den Fahrer noch besser als bislang zu unterstützen - ohne ihn zu bevormunden.

Schon jetzt überwachen bei vielen Modellen zahlreicher Hersteller Sensoren und Kameras die Kondition des Lenkers, den sogenannten „toten Winkel", die vorgeschriebene Geschwindigkeit, die Verkehrszeichen, den Abstand zum vorausfahrenden Verkehr oder die Einhaltung der Fahrspur.

Assistenzsysteme liegen im Trend


Selbst in der Kleinwagenklasse haben die elektronischen Helfer bereits Einzug gehalten. Assistenzsysteme liegen im Trend und das Engagement der Automobilbauer auf diesem Gebiet ist nicht ganz selbstlos. Mit immer mehr Leistung sind die Kunden kaum noch zu ködern. So müssen die Einnahmen zur Umsatzsteigerung eben über begehrenswerte Sonderausstattungen fließen.

Und da entwickeln die Audi-Mitarbeiter besondere Kreativität. Gleich acht neue Assistenten stellen die Bayern in den nächsten Jahren neu in Dienst. Und das geht dann Schlag auf Schlag. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen technische Innovationen in der Luxusklasse Premiere feiern und dann langsam auf alle Baureihen darunter ausgerollt werden.

"Mit dieser Top-down-Strategie kommt man nicht mehr voran. Die Entwicklung im Bereich der Elektronik geht viel zu rasant. Wir können ja nicht immer warten, bis ein neuer A 8 vorgestellt wird", erklärt Unternehmenssprecher Oliver Strohbach.

Überarbeiteter A 4 und neuer A 3


So verfügen die jetzt überarbeitete Fassung des Fuhrparkklassikers A 4 (eine ausführliche Vorstellung finden Sie in der Januar-Ausgabe von Der Handel, die am 28. Dezember erscheint) und die nächste Generation des Kompaktwagens A 3, die wichtigste Audi-Neuheit im kommenden Jahr, bereits über weitere Verbesserungen der technischen Errungenschaften.

Danach kommen die Süddeutschen dem Ideal vom „Gefahren werden" vor allem im Stau dann tatsächlich schon ein gutes Stück näher. Die Sensoren kontrollieren künftig nicht nur vorausfahrende, sondern auch seitlich positionierte Fahrzeuge. Damit lenkt und fährt der Wagen im Stop-and-Go-Verkehr bis 60 km/h selbsttätig. Der Dienstwagenfahrer kann die Arbeitszeit derweil beispielsweise für die Bearbeitung seiner Mails im selbstverständlich internetfähigen Zentralbildschirm nutzen.

Wirkungsvolle Unterstützung für Gespannfahrer


Eine echte Erleichterung im Alltag ist auch die elektronische Unterstützung beim rückwärts Rangieren mit einem Hänger. Mithilfe eines Sensors im Kopf der Anhängekupplung lässt sich die gewünschte Richtung des Gespanns per Drehschalter einstellen und auf dem Monitor ablesen. Der Wagen übernimmt das Manöver, der Fahrer muss lediglich noch Gas geben und eventuell nachjustieren.

Zudem kann ein Audi mittels Radar und Weitwinkelkamera alsbald vor Kreuzungen und beim rückwärts Ausparken vor herannahendem Querverkehr warnen, vor dem Türöffnen auf seitlich vorbeifahrende Verkehrsteilnehmer aufmerksam machen und beim Auffahren auf ein Hindernis erkennen, ob es möglich ist noch auszuweichen, oder ob es nicht doch besser ist, die automatische Bremsung einzuleiten.

Parken mit Fernbedienung


All diese Systeme stehen unmittelbar vor der Serienreife. Ein wenig mehr Geduld erfordert die Einführung des „pilotierten Parkens". Wie bei einem Spielzeugauto mit Fernbedienung kann der Besitzer seinen Wagen auf Knopfdruck selbstständig aus der Garage fahren lassen und bequem einsteigen. „Technisch ist das kein Problem mehr, aber die rechtlichen Voraussetzungen sind noch nicht geschaffen", verdeutlicht Vukotich. Ein fahrendes Auto ohne Fahrer - juristisch bislang undenkbar.

Auch die Lichttechniker wollen ihren Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit leisten. So ist ein System in Vorbereitung, das es bei Dunkelheit ermöglicht, das Fernlicht permanent eingeschaltet zu lassen. Eine Kamera erkennt den Gegenverkehr und sorgt dafür, dass die LEDs in diesem Bereich abblenden. Derweil passen sich die Heckleuchten den Wetterverhältnissen sensorbasiert an und strahlen etwa bei dichtem Nebel intensiver.

Bernd Nusser

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