Auto & Flotte

AUTOTECHNIK | 14.05.2012

Opel sucht pragmatische Lösungen aus der Krise

Der angeschlagene Autobauer Opel will vor allem Gewerbetreibende von den Vorteilen alternativer Antriebe überzeugen und hält mit fünf Autogas- und vier Erdgas-Modellen eine große Angebotspalette bereit.

Foto: Opel

Opel bietet eine breite Palette an gasbetriebenen Fahrzeugen an.

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Opel-Krise? In Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach sind die Menschen, die für das traditionsreiche Unternehmen arbeiten, sichtlich und spürbar müde geworden, auf immer neue Schreckens- und Hiobsbotschaften zu reagieren.

Schon seit ein gewisser Ignacio Lopez vor nunmehr 20 Jahren die Qualität der Produkte auf Kosten kurzfristiger Renditeziele opferte, kommen die Hessen nicht mehr aus den Negativschlagzeilen heraus. Da lösten die jüngsten Androhungen der Konzern-Mutter General Motors vom Abzug der Astra-Produktion aus Rüsselsheim oder der Abgabe der Entwicklungsarbeit für die nächste Generation des Kompaktvans Zafira an den neuen Kooperationspartner Peugeot/Citroen auf der heutigen Betriebsversammlung zwar den ritualisierten Aufschrei, letztlich aber allenfalls noch ein Schulterzucken bei den Mitarbeitern aus.

Neuer Zehn-Punkte-Plan zur Fertigungsstrategie


Die Detroiter Zentrale reagiert zwar immer ungehaltener auf die steten Millionenverluste im Europageschäft und Opel-Vorstandsvorsitzender Karl-Friedrich Stracke präsentierte der Belegschaft heute, dem Vernehmen nach, einen Zehn-Punkte-Plan zur neuen Fertigungsstrategie. Doch im Rüsselsheimer Stammwerk sucht man lieber nach pragmatischen Lösungen aus dem Dilemma und hofft, dem Bedeutungsverlust (minus 9,2 Prozent auf dem deutschen Markt in den ersten vier Monaten des Jahres) mit Kernkompetenz begegnen zu können.

Dazu gehört das schmale Feld der gasbetriebenen Fahrzeuge, das Opel bereits seit 2001 mit großem Engagement bestellt. Mit fünf Autogas- und vier Erdgas-Modellen gehört die Marke mit dem Blitz im Kühlergrill nach wie vor zu den Vorreitern auf dem Gebiet der alternativen Antriebe, die unbestreitbare Vorteile wie geringere Betriebskosten, weniger CO-2-Emissionen und niedrigeren Ausstoß von Schadstoffen bieten.

Geringe Nachfrage nach Erd- und Flüssiggas


Und das Unternehmen lässt sich auch von der anhaltenden Ignoranz der Bundesbürger gegenüber diesen Antriebskonzepten nicht schrecken. Selbst Rekordbenzinpreise lösen keine gesteigerte Nachfrage aus. Lediglich 74.853 Erdgasautos (CNG) sind hierzulande zugelassen. Die Flüssiggasvariante (LPG) bringt es wenigstens auf 456.252 Einheiten - bei einem gesamten PKW-Bestand von 42,9 Millionen zum Stichtag 1. Januar 2012.

Dabei existieren mittlerweile 900 Erdgaszapfsäulen und fast jede zweite Tankstelle in Deutschland bietet Autogas an.

Erdgas: 421 Kilometer für 20 Euro


Mit dem griffigen Slogan „tanken für die Hälfte", startet Opel jetzt eine neue Initiative für seine Gasmodelle und wendet sich dabei verstärkt auch an gewerbliche Fahrzeugnutzer. Schließlich, so haben die Rüsselsheimer errechnet, kommt man angesichts der aktuellen Kraftstoffpreise mit 20 Euro mit einem CNG-Wagen 421 Kilometer und mit einem LPG-Auto 274 Kilometer weit. Dagegen fallen die Reichweiten der konventionellen Antriebsarten Diesel (258 Kilometer) und Benzin (184 Kilometer) deutlich ab.

Aus dem Reigen der Opel-Offerten sind für die Handelsunternehmen drei Modelle besonders interessant: Der neue Zafira Tourer kann jetzt ab 27.950 Euro auch mit einem praktisch monovalenten 1,6-Liter-Turbomotor (110 kW/150 PS) geordert werden. Der Hersteller hat 530 Kilometer Reichweite im Erdgasbetrieb ermittelt. Für alle Fälle steht noch ein 14-Liter-Benzintank zur Verfügung.

Ebenfalls mit Erdgas ist der neue Combo 1,4 CNG (siehe Der Handel 4/2012) unterwegs. Die Antriebseinheit mit 88 kW/120 PS stammt allerdings, ebenso wie das gesamte Fahrzeugkonzept, vom Kooperationspartner Fiat.

Astra mit großem Aktionsradius


Schließlich ist der in den Flotten geschätzte Astra Sports Tourer für 23.770 Euro mit einer 103 kW/140 PS starken Flüssiggasvariante zu haben. Wie bei allen Opel-Werkseinbauten sitzt der zusätzliche Tank in der Reserveradmulde und ermöglicht so, in Kombination mit dem herkömmlichen Benzinvorrat, eine Gesamtreichweite von rund 1.400 Kilometern. „Bei einer jährlichen Fahrleistung von 20.000 Kilometern amortisiert sich die Investition nach zweieinhalb Jahren", versucht Opel, Fuhrparklenker von der Technik zu überzeugen.

Bernd Nusser

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