Auto & Flotte

AUTOTEST | 07.01.2012

Audi zählt zu den Gewinnern des Jahres

Die Volkswagentochter Audi fährt zu immer neuen Rekorden. Das Oberklasse-Coupé A 7 poliert als Stilikone das Image zusätzlich auf.

Foto: Audi

Ein Auto zum Vorzeigen: der Audi A 7.

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Ein wenig mehr Euphorie hätte man sich schon vorstellen können: Der deutsche Pkw-Markt sei 2011 „stabiler als vermutet" gewesen, analysierte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) in dieser Woche ungewohnt verhalten.

Dabei hätten zumindest die allermeisten Hersteller allen Grund, lauthals Jubelgesänge anzustimmen! Die Pkw-Produktion erreichte mit 5,9 Millionen Einheiten ebenso einen neuen Rekord, wie die Ausfuhrquote. 4,5 Millionen Fahrzeuge wurden exportiert, damit 7 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie noch nie in einem Jahr.

Zudem wuchs der deutsche Markt um 8,8 Prozent und lag mit 3.173.634 Millionen Zulassungen sogar über dem Vorkrisenjahr 2007 (3.148.163) - Autohändlerherz was willst Du mehr?

Teure Fahrzeuge stark gefragt


Und es kommt noch besser: Hersteller und Handel verkauften nicht nur mehr sondern vor allem teurere Modelle. Bedingt durch den Aufschwung in den Unternehmen und die damit einher gehende Belebung des Flotten- und Fuhrparkmarktes legte die Mittelklasse um 11,5 Prozent, die obere Mittelklasse um 16,3 und die Oberklasse gar um 30,3 Prozent zu.

Zudem hielt auch der Boom bei den Geländewagen (plus 22 Prozent) an und selbst die Sportwagen legten trotz oder vielleicht gerade wegen der dramatischen Euro-Krise um 4,2 Prozent zu. Es gilt das alte Sprichwort: Luxus läuft!

Porsche meldet Rekord in Deutschland


Ausgerechnet in einem Jahr, das von der Natur- und Atomkatastrophe in Japan, den drohenden Staatspleiten einiger europäischer Länder und der fatalen Überschuldung fast der halben Welt geprägt war, legte Sportwagenprimus Porsche in der Heimat mit 18.690 Verkäufen (plus 15 Prozent gegenüber 2010) eine Allzeitbestmarke vor. Dabei war die Neuauflage des Aushängeschildes der Marke, der 911, noch nicht einmal startklar und rollt erst in diesen Tagen in die Showrooms. So mancher betuchte Konsument brachte sein Geld offenbar lieber zum Autohändler als zur Bank.

Zu den großen Gewinnern 2011 zählt auch Audi. Zwar halten die Bayern mit ihrer Jahresbilanz - so viel ist sicher: es wird ein neuer Bestwert - noch hinterm Berg und erhöhen damit im Dreikampf mit BMW und Mercedes-Benz die Spannung, wer im Premiumbereich weltweit wohl die Nase vorn hat, doch zumindest für China vermeldete Ingolstadt gestern schon mal „absoluten Rekord".

313.036 Chinesen leisteten sich im vergangenen Jahr einen Audi - plus 37 Prozent. Damit ist das Reich der Mitte der wichtigste Absatzmarkt der erfolgreichen Volkswagentochter, noch vor Deutschland mit 250.708 Zulassungen (plus 10,5 Prozent).

A 6 setzt sich vor die Konkurrenz


Fast ebenso wichtig wie die nackten Zahlen ist der stetig steigende Imagegewinn. Audi fahren ist einfach „in". Das zeigt sich nicht zuletzt auf den Firmenparkplätzen. Der neue A 6 setzte sich in der Dezember-Bilanz vor die ewigen Widersacher BMW 5er-Reihe und Mercedes-Benz E-Klasse und in der Luxusklasse fährt der A 8 längst auf Augenhöhe mit der bayerischen und schwäbischen Konkurrenz.

Einen ganz wesentlichen Beitrag zur positiven Wahrnehmung der Marke leistet indes der A 7.  Mit diesem Gran-Turismo-Coupé in bester italienischer Anmutung ist es den Audi-Designern um den soeben zum Abteilungschef beförderten Wolfgang Egger gelungen, die vielbeachteten technischen Errungenschaften auch noch in ein begehrenswertes Blechkleid zu stecken.

Begeisterung und Bewunderung


Ein Auto, das, wie sich im Alltagstest von Der Handel herausstellte, bei den Betrachtern allenthalben Begeisterung und Bewunderung  für seine gelungene Form weckt, ohne dabei Neider auf den Plan zu rufen. Keine Frage: Mit dem A 7 kann man als Unternehmenslenker guten Gewissens bei der Kundschaft vorfahren.

Und die Arbeitszeit hinter dem Steuer macht auch noch richtig Spaß. Der gediegene Innenraum setzt das kunstvoll-klassische Außendesign mustergültig fort. Alle verwendeten Materialien schmeicheln den Augen und den Händen. Dazu kommen eine fast schon himmlische Ruhe selbst bei zügiger Gangart und ein jederzeit gelassenes Fahrwerk, das sich auch noch elektronisch auf die jeweiligen Bedürfnisse von „Comfort" bis „Sport" einstellen lässt.

Erhabenes Fahrgefühl


Die wunderbar direkte Servolenkung, das unmerklich aber im Bedarfsfall effizient arbeitende Allradsystem („quattro"), die präzise Siebenstufenautomatik, die schnelle und sanft wieder anspringende Start/Stopp-Funktion und der potente Diesel-Sechszylinder (Normverbrauch 6,0 Liter; Testdurchschnittsverbrauch 8,3 Liter) tragen maßgeblich zum erhabenen Fahrgefühl bei.

Selbst praktische Talente bringt der schnelle Schöngeist mit: Unter der elektrisch öffnenden Heckklappe verbirgt sich ein stattlicher Kofferraum mit 535 Litern Volumen und durch Umlegen der Rücksitzlehnen ergeben sich sogar bis zu 1.390 Liter Stauraum. So wird das schicke Coupé auch noch zum fassungskräftigen Kombi.

Heckwischer hätte die Optik gestört


Dass das Gepäckabteil formbedingt Richtung Stoßstange recht flach wird, stört im Alltag weniger als der fehlende Heckscheibenwischer. Bei starkem Regen ist die Sicht nach hinten durch die große Glasfläche eingeschränkt. Aber selbst diese kleine Unpässlichkeit verzeiht man dem A 7 - ein schnöder Scheibenwischer würde die Silhouette dieser Stilikone nur stören.

Nicht nur das Auto selbst, sondern auch die lange Liste der Sonderausstattung ist eine einzige Verführung. So setzt Audi beispielsweise bei der Navigation mit einem stattlichen, elegant aus dem Armaturenbrett ausfahrenden Bildschirm samt Touchpad derzeit Maßstäbe in der Branche. Allerdings zum Preis von 3.500 Euro.

Sonderausstattungen schlagen zu Buche


Und da kommt der Fuhrparkverantwortliche schnell zur Kehrseite der schönen Medaille: Der mittlere der drei angebotenen Diesel mit 180 kW/245 PS kostet 58.100 Euro. Das zum Test vorgefahrene Modell brachte es mit einigen „Extras", die das Arbeitsleben im A 7 erst so schön angenehm machen, auf exakt 92.495 Euro!

Eine heutzutage durchaus realistische Relation. Der Absatz der aufpreispflichtigen Features nimmt im Automobilgeschäft eine immer größere Bedeutung ein - und die Kunden sind offensichtlich bereit, für weitere Assistenz- und Komfortfunktionen extra zu zahlen. Wenn da mal keine Euphorie bei Herstellern und Händlern aufkommt...

Bernd Nusser

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