Auto & Flotte

AUTOHANDEL | 08.05.2012

Porsche erobert die Oberklasse

Der erst vor drei Jahren eingeführte Porsche Panamera überholt im Luxussegment die etablierte Konkurrenz. Die Stuttgarter fahren auch 2012 bislang auf Rekordkurs.

Foto: Porsche

Führt aktuell das Oberklasse-Segment an: der Porsche Panamera.

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Wer hätte das gedacht? Vor drei Jahren präsentierte Porsche, Mitten in der größten Euro-Finanzkrise, mit dem Panamera seine vierte Baureihe. Eine Luxuslimousine zur Unzeit - dachten die "Experten" damals. Inzwischen stehen die Stuttgarter nicht nur als Synonym für Sportwagen und sind erfolgreiche Produzenten eines weltweit gefragten Geländewagens, sondern haben sich auch im automobilen Oberhaus bestens etabliert.

Nicht nur in China und den USA kommt der viertürige XXL-Porsche immer besser an. Nach den ersten vier Monaten des Jahres führt der in Leipzig gefertigt Bolide, laut den aktuellen Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes, sogar das Oberklasse-Segment in Deutschland an. 1.443 Käufer waren in diesem Jahr schon bereit, rund ein halbes Jahr auf die Auslieferung zu warten und mindestens 76.673 Euro (im Durchschnitt aber deutlich mehr) für einen Panamera auszugeben.

Das Establishment mit Audi A 8 (1.272 Zulassungen), BMW 7er-Reihe (1.267), Mercedes-Benz S-Klasse  (1.229) folgt, wenn auch knapp dahinter und dicht gedrängt, auf den Rängen.

Sechszylindermodelle sorgen für Absatzvolumen


Mit mittlerweile neun Modellvarianten deckt Porsche die Wünsche von Firmenchefs und erfolgreichen Mittelständlern mit Hang zur dynamischen Fortbewegung ab. Und neben dem Basismodell mit Sechszylinder-Benzinmotor (27,5 Prozent Verkaufsanteil) sowie der entsprechenden Allradversion (24,1 Prozent), leistet auch der Sechszylinder-Diesel (17,4 Prozent), der ab 80.183 Euro angeboten wird, einen maßgeblichen Beitrag zum Absatz. Mit seinem Normverbrauchswert von 6,5 Litern ist Porsche fahren damit sogar an der Spitze von Handelsunternehmen mit Nachhaltigkeitskodex nicht mehr ausgeschlossen.

Auch das Marken-Urgestein 911 verbindet in der neuesten Fassung, die seit dem Jahreswechsel im Handel ist und in der Statistik des Kraftfahrtbundesamtes mit 19 Prozent im Plus liegt, Emotion mit Effizienz. 8,2 Liter sind für einen Sportwagen mit 257 kW/350 PS schließlich ein beachtlicher Verbrauchswert.

Verbrauchssenkung gehört zum guten Ton


Längst haben die Schwaben erkannt, dass akzeptabler Kraftstoffkonsum heutzutage einfach zum guten Ton gehört und sogar eigens einen "Leiter Energiemanagement" installiert - auch wenn "für unsere Kunden der Verbrauch in der Regel nicht im Mittelpunkt des Kaufinteresses steht", wie Unternehmenssprecher Holger Eckhardt auf Nachfrage erklärt.

So arbeiten die Ingenieure im Weissacher Entwicklungszentrum derzeit unter anderem an einem Fahrerassistenzsystem, das künftig eine verbrauchsoptimierte Fahrweise selbst übernimmt. Dabei werden die digitalen Landkarten genutzt, um die Topografie und den Streckenverlauf so vorauszuberechnen, dass das Fahrzeug immer mit der optimalen Geschwindigkeit unterwegs ist. Der Fahrer braucht nur noch zu Lenken.

Assistenzsystem für Dienstwagenfahrer nützlich


Ob sich der klassische Porsche-Fahrer derart "entmündigen" lässt, wird sich zeigen. Projektleiter Matthias Lederer kann sich aber gut vorstellen, dass "Personen, die ihr Fahrzeug häufig dienstlich nutzen, gerne auf diese Unterstützung zurückgreifen würden". Mit einem Serieneinsatz rechnet Lederer allerdings erst in frühestens zwei Jahren, wenn die Qualität der digitalen Daten verbessert sei.

Flotter geht der planmäßige Ausbau des Produktportfolios: Im Juli kommt der Cayenne GTS, im Herbst die Allradfassung des 911 ("Carrera 4") und im Dezember der neue Cayman. So könnte 2012 wieder zu einem Rekordjahr für die Zuffenhausener werden. Mit einem weltweiten Absatzsprung um 29 Prozent auf 30.231 Einheiten, einem Umsatzanstieg um 32,4 Prozent auf mehr als drei Milliarden Euro und einem Gewinn in Höhe von 528 Millionen Euro (plus 18,4 Prozent) liegt Porsche nach dem ersten Quartal jedenfalls auf Kurs.

Für 2018 sind 200.000 Fahrzeuge geplant


Ab 2014 soll dann der kleine Geländewagen Macan, der ebenfalls in Leipzig von den Bändern laufen wird, dafür sorgen, dass die ehrgeizige "Strategie 2018" aufgeht. In sechs Jahren soll der Absatz nämlich die Marke von 200.000 Fahrzeugen pro Jahr erreichen.

Bernd Nusser

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