Finanzen & Karriere

ABSATZFINANZIERUNG | 08.04.2010

„Wir kommen aus dem Handel"­­

Die ehemalige KarstadtQuelle Bank will unter dem Namen Valovis Commercial Bank neue Kunden im Handel gewinnen. Ein Gespräch über die Emanzipation von Karstadt und die Neuausrichtung.

Foto: Valovis Commercial Bank

Theodor Knepper, Mitglied des Vorstands der Valovis Commercial Bank, der Ex-KarstadtQuelle Bank.

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Im März 2010 erhielt die KarstadtQuelle Bank einen anderen Namen, seit dem 1. April 2010 hat die neue Valovis Commercial Bank nun auch gleich einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Axel Frein wurde als Vorsitzender neu in den Vorstand des Instituts berufen.

Die Funktion des Vorstandsvorsitzenden wurde in der Bank neu geschaffen, der 49-jährige Frein übernimmt in der Valovis Commercial Bank das Aufgabengebiet von Samuel Peter, der "auf eigenen Wunsch und in gegenseitigem Einvernehmen" zum 30. April 2010 aus dem Vorstand ausscheiden wird, wie die Bank heute mitteilte.

Neuer Name, neuer Vorstandschef


Frein verantwortet die Ressorts Marketing, Vertrieb und Antragsbearbeitung, er bildet zusammen mit Theodor Knepper das Vorstandsgremium des Instituts. Knepper bleibt in Personalunion weiterhin auch Vorstandsmitglied der Muttergesellschaft Valovis Bank AG in Essen. Frein kommt ebenfalls von der Valovis Bank AG in Essen, bei der er seit April 2009 als Generalbevollmächtigter tätig ist.

Im vergangenen Jahr hatte der KarstadtQuelle Mitarbeitertrust die KarstadtQuelle Bank aus dem insolventen Arcandor-Konzern ­herausgekauft und anschließend in die Valovis Bank integriert. Das Institut mit Sitz in Neu-Isenburg bietet ­Absatzfinanzierungen, Kreditkartenprogramme und Factoring-Dienstleistungen für gewerbliche Kunden insbesondere aus dem Handel sowie Anlagemöglichkeiten für Privatkunden.

Das Wirtschaftsmagazin Der Handel sprach für die April-Ausgabe mit Vorstandsmitglied Theodor Knepper über die strategische Neuausrichtung des Instituts und neue Angebote für den Handel.

Trotz der Umbenennung in wird ein Großteil des Neugeschäfts nach wie vor in den Karstadt-Warenhäusern akquiriert. Wie soll das künftig weitergehen?

Was auch immer mit Karstadt geschieht, in den Warenhäusern werden auch in Zukunft Umsätze generiert. Wir gehen davon aus, weiterhin Vertriebspartner für die Absatzfinanzierung und das Kreditkartenprogramm zu bleiben. Darüber hinaus werden wir unsere Dienstleistungen verstärkt auch anderen Handelsunternehmen anbieten. Durch die Zugehörigkeit zum Arcandor-Kon­zern war die Bank in der Vergangenheit sehr auf KarstadtQuelle fokussiert. Unser Ziel ist es, den Anteil von Karstadt-Kreditkarten im Neugeschäft in 24 Monaten auf 50 Prozent zu senken - ausgehend von einer stabilen Entwicklung der Umsätze in den Warenhäusern.

Ein ganze Reihe von Spezialanbietern offerieren Absatzfinanzierungen für Händler. Der Markt gilt als besetzt. Wie wollen Sie hier neue ­Kunden gewinnen?
Wir kommen aus dem Handel und verstehen die Bedürfnisse der Branche. Für den Händler ist der Kredit immer nur eine Option der Bezahlung. Aus seiner Sicht ist die Qualität der Prozesse rund um die Kreditvergabe neben den Kosten ein entscheidendes Kriterium. Wir sehen uns hier sehr gut aufgestellt. Kunden wie ­KüchenQuelle, die uns im Zuge der Turbulenzen um die Arcandor-Insolvenz verlassen haben, sind inzwischen wieder zurückgekehrt. Der Markt für Absatzfinanzierung hat zudem noch ein enormes Wachstums­potenzial im Bereich E-Commerce.

Welche Dienstleistungen wollen Sie für Onlineshops anbieten?
Wir können den gesamten Prozess vom Scoring des Kunden bei der Bestellung bis zum Factoring und Inkasso managen. Mit der Universum Inkasso, der ehemaligen Karstadt Information Services (KQIS), die früher ebenfalls zu Arcandor gehörten, haben wir das entsprechende Know-how im Konzern.

Mit rund 900.000 Mastercard-­Kreditkarten ist die Valovis Commercial Bank ­einer der größten ­Herausgeber von Kreditkarten in Deutschland. Wie geht es auf diesem Geschäftsfeld weiter?
Wir haben 1,2 Millionen Karten in den nächsten zwei Jahren im Blick, wichtiger sind jedoch die Umsätze pro Karte, die wir erhöhen wollen. Wir werden neue Partner akquirieren und führen dazu Gespräche mit geeigneten Händlern. Wir sind die einzigen im Markt, die eine dauerhaft kostenfreie Kreditkarte anbieten. Für Händler hat das Kreditkartenprogramm eine ganze Reihe von Vorteilen: Sie können ihren Kunden eine Bonuskarte mit Zahlungsfunktion anbieten, profitieren von den geringeren Kartengebühren und haben die Möglichkeit, ihre Kunden über die monatlichen Abrechnungen regelmäßig anzusprechen.

Im vergangenen Geschäftsjahr musste Ihr Institut rund 11 Millionen Euro Verluste verbuchen. Wann wollen Sie wieder schwarze Zahlen schreiben?
Die Herauslösung aus dem Arcandor-Konzern und die damit verbundene Restrukturierung, etwa die Schließung der neun Bank-Filialen, hat Spuren in der Bilanz hinterlassen. In diesem Jahr erwarten wir aufgrund weiterer Umstrukturierungen und Investitionen noch ein leichtes Minus. Im Jahr 2011 wollen wir aber eine marktgerechte Eigenkapitalverzinsung erreichen.

Interview: Hanno Bender

Dieses Interview erschien in der April-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Der Handel. Ein kostenloses Probeexemplar können Sie
hier bestellen.

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