Finanzen & Karriere

ARBEITSRECHT | 07.08.2012

Rewe: "Führen keine Scheinwerkverträge"

Der Lebensmittelhändler Rewe hat einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach in seinen Supermärkten Mitarbeiter mit rechtswidrigen Werkverträgen beschäftigt sind.

Rewe. Foto: Rewe Group

Rewe: "Es dürfen keine Anweisungen erteilt werden". Foto: Rewe Group

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Das ZDF-Wirtschaftsmagazin "Wiso" hatte am Montagabend über einen Selbstversuch berichtet, bei dem zwei Mitarbeiter des Magazins sich als Regaleinräumer in einem Rewe-Markt betätigt hatten. Dabei hätten sie Anweisungen auch von Rewe-Mitarbeitern bekommen.

Es stehe also die Frage im Raum, ob es sich bei den Verträgen um echte Werkverträge oder um Scheinwerkverträge handele. Durch sogenannte Werkverträge könnten Mitarbeiter noch unter dem Lohnniveau der Leiharbeit bezahlt werden, sagte ein Gewerkschaftsvertreter in dem ZDF-Beitrag. Die Gewerkschaften kritisieren diese Praxis.

Wenn Rewe das Einräumen von Regalen an externe Dienstleister vergebe, schließe das Unternehmen keine Scheinwerkverträge ab, betonte ein Sprecher des Kölner Handelskonzerns am Dienstag.

"Die Werkverträge sind eindeutig: Es dürfen keine Anweisungen erteilt werden, und die Mitarbeiter dürfen auch für keine anderen Aufgaben eingesetzt werden", erklärte der Rewe-Sprecher dazu. Das werde auch überprüft. Komme es in Einzelfällen zu Verstößen durch Rewe-Mitarbeiter, würden diese entsprechend nachgeschult.

Dauerstreit um Mindestlohn


Im Januar hatte es wegen des Verdachts auf rechtswidrige Werkverträge eine Großrazzia bei den Einzelhändlern Kaufland und Netto Marken-Discount gegeben. Damals hatten Hunderte Zollfahnder Warenzentren und Geschäftsräume in mehreren Bundesländern durchsucht.

Während sich der Handelsverband Deutschland und die Dienstleistungsgesellschaft Verdi derzeit nicht über einen Mindestlohn einigen können, überbieten sich deutsche Lebensmittelhändler gegenseitig in dieser Debatte.

Lidl fordert bereits seit 2010 einen Branchenmindestlohn. Die Mitarbeiter des Discounters sollen ab September dieses Jahres nicht weniger als 10,50 Euro pro Arbeitsstunde (brutto) bezahlen. Rewe plädierte nach Informationen der "Lebensmittel Zeitung" für einen Mindestlohn von 8 Euro die Arbeitsstunde.

"Wir haben kein Problem damit, wenn ein Vorstandsvorsitzender 4 Millionen Euro verdient, aber wir haben eines, wenn die Kassiererin mehr als 7,50 Euro verdient. Das ist dumm, und wir werden uns noch sehr darüber ärgern", wurde Rewe-Vorstandschef Alain Caparros zitiert.

Lidl ließ verkünden, "dass sich nur mit einem verbindlichen Mindestlohn gegen den Missstand von Lohndumping vorgehen lässt".

dpa / DH

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