Finanzen & Karriere

RUNDFUNKGEBÜHREN | 12.10.2012

Handelsverband kämpft gegen die GEZ-Reform

Eine 464 Prozent höhere Rundfunk-Gebühr droht einer Drogeriekette nach der GEZ-Reform, hat der HDE errechnet. Generell steigen die Abgaben - deswegen hat der Verband eine Protestinitiative gestartet.

Fernsehen wird teurer nach der GEZ-Reform

Fernsehen wird nach der GEZ-Reform teurer.

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Zwar gibt es auch Händler, die keineswegs unter der neuen GEZ-Reform leiden. So heißt es beim Textilfilialisten Wöhrl auf Anfrage von derhandel.de, dass "keine relevanten Veränderungen zu erwarten" seien.

Aber das mögen Ausnahmen sein. Denn C&A-Sprecher Thorsten Rolfes beispielsweise geht von einer "deutlichen Steigerung" der Kosten für die Textilhandelskette aus. Und deswegen protestieren die Einzelhandelsverbände gegen die GEZ-Gebührenreform, die am 1. Januar 2013 in Kraft treten soll. Danach sollen die Abgaben für Rundfunk und Fernsehen nicht mehr geräte- sondern betriebsbezogen entrichtet werden.

"Das stellt die Handelsunternehmen vor teils immense finanzielle Mehrbelastungen", schreibt der Handelsverband Deutschland (HDE). "Die durchschnittliche Belastung je Einzelhandelsunternehmen wird bei vielen Betrieben um das Zwei- bis Dreifache steigen", sagt Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des (HDE).

Teilzeitkraft gleich Vollzeitmitarbeiter


Aber es sind noch ganz andere Dimensionen möglich, wie der Verband vorrechnet. Eine große Drogeriekette soll ab 2013 nach dem neuen Rundfunk-Gebührenmodell 464 Prozent mehr GEZ-Gebühren zahlen.

Die Steigerungen entstünden durch ungerechte Berechnungsgrundlagen in der GEZ-Novelle, klagt der HDE. So werde die Höhe des Beitrages an der Zahl der Mitarbeiter bemessen. Die Zählung erfolge einerseits pro Kopf. So zahle der Inhaber eines Betriebes mit fünf in Teilzeit und vier in Vollzeit angestellten Mitarbeitern, wenn er ausschließlich PCs und keine Radio- oder Fernsehgeräte nutzt, künftig dreimal so viel wie bisher.

"Eine Teilzeitkraft, die 20 Stunden in der Woche arbeitet, wird genauso gezählt wie eine Vollzeitkraft. Ganz davon abgesehen, dass der PC ein Arbeits- und kein Unterhaltungsmedium ist", so Genth.

Zum anderen müssen Einzelhandelsunternehmen mit mehreren Filialen tief in die Taschen greifen: Jede Betriebsstätte wird einzeln zur Kasse gebeten.

Portal zur Gebührenberechnung


Der HDE hat eine Protestkampagne gegen die GEZ-Reform gestartet, zu der die Website www.gebuehrenwucher.de gehört. Auf der Plattform können die Unternehmen mittels eines Tarifrechners ihre Beiträge ab 2013 berechnen und die Mehrkosten anonymisiert an die Einzelhandelsorganisation melden.

Genth: "Wir wollen durch den gemeinsamen Protest auf die Benachteiligung des Handels aufmerksam machen und für die Branche unbedingt notwendige Nachbesserungen erreichen.

ges

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