Donnerstag 17.05.2012
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Der kleine Helfer in der Not: Tesa-Film hilft gegen 2010-Zahlungsstörungen.
Nur scheibchenweise kam das ganze Ausmaß der durch den 2010-Bug verursachten Zahlungsstörungen ans Licht. Die Salamitaktik in der Öffentlichkeitsarbeit erinnert an die Rückrufaktion von abertausenden Kreditkarten im November 2009. Auch damals rückte nur langsam ein Institut nach dem anderen mit der ganzen Wahrheit raus. Bis zum heutigen Tag ist die Ursache für das spanische Datenleck nicht bekannt.
Informationen nur scheibchenweise
Der Zentrale Kreditausschuss (ZKA), der als Dachorganisation der deutschen Banken zugleich Herr über das nationale EC-Cash-System ist, übt sich im Kartendebakel 2010 in Beschwichtigungen. In einer Pressemitteilung vom 4. Januar 2010 teilte die Branchenvertretung zunächst nur mit, dass es zum Jahreswechsel "stellenweise" zu Akzeptanzproblemen gekommen sei, die aber zwischenzeitlich weitgehend behoben seien. Erst am 5. Januar ließ eine Pressemitteilung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) die ungefähre Anzahl der betroffenen Karten erkennen.
Auch die von den Störungen betroffenen Zahlungsdienstleister und Handelsunternehmen in Deutschland tappten bis zu diesem Zeitpunkt relativ im Dunklen, da der Hersteller der Chips auf den Karten nicht erkennbar ist. Die Federführung für die Öffentlichkeitsarbeit des ZKA wechselte - nebenbei bemerkt - turnusmäßig zum 1. Januar 2010 auf den DSGV.
Umprogrammierung oder Austausch als Königsweg
Am heutigen Donnerstag erklärt der ZKA, dass man Möglichkeiten suche, die fehlerhaften Seccos5-Chips umzuprogrammieren. Die Banken wollen damit eine kostspieligen Austausch der rund 30 Millionen betroffenen Karten vermeiden. Im Inland sei die Akzeptanz der Problem-Karten an Geldautomaten inzwischen "wieder weitgehend hergestellt".
An den rund 200.000 betroffenen Kartenterminals im Einzelhandel sollen die Störung bei EC-Karten bis zum Montag kommender Woche flächendeckend behoben sein. Eine Lösung für Akzeptanzstellen im Ausland sind diese Maßnahmen freilich nicht. Endgültig aus der Welt wäre der Defekt nur durch eine Neuprogrammierung der Chips oder durch den Austausch der Karten.
Bereits am Dienstag dieser Woche wies derhandel.de darauf hin, dass sich das Akzeptanzproblem an den Kassenterminals oftmals durch das Überkleben des Chips beheben lässt. Im Einzelhandel ist dieser Trick schon seit längerem bekannt, weil die EMV-Chips häufiger Probleme verursachen. Die inzwischen weit verbreiteten Hyprid-Kartenleser greifen auf den funktionstüchtigen Magnetstreifen zurück, wenn das Gerät keinen Chip findet. Der ZKA warnt freilich in seiner heutigen Presseerklärung vor der Verwendung von Tesafilm auf den Karten: "Dies kann Karte und Lesegerät des Geldautomaten beschädigen", fürchten die Banker.
Hanno Bender
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