Finanzen & Karriere

PRAKTIKER-SANIERUNG | 26.07.2012

Praktiker schiebt Umsatzminus auf Wetter und Marktschwäche

Die Umsätze des Praktiker-Konzerns blieben auch im zweiten Quartal auf Talfahrt. Vor allem im Ausland häufen sich die Verluste der Baumarktkette. Einzig die Tochter Max Bahr hatte eine positive Entwicklung.

Max Bahr-Filiale: Umstellung soll den ersehnten Erfolg bringen. Foto: Max Bahr

Max Bahr-Filiale: Umstellung soll den ersehnten Erfolg bringen. Foto: Max Bahr

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Hinter den Kulissen geht der Machtkampf bei Praktiker weiter, ein neuer Investor sorgt für Aufregung. Auf der Verkaufsfläche dagegen ist das Geschehen bei weitem nicht so spannend: Auch im zweiten Quartal zeichnete sich keine Besserung bei den Umsätzen ab. Das Ebita (Ergebnis vor Finanzergebnis, Ertragsteuern und Abschreibungen) verbesserte sich - aufgrund fehlender Sondereffekte.

In Deutschland erzielte die Praktiker AG im zweiten Quartal einen Umsatz von 659,5 Millionen Euro - 5,4 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahresquartal. "Schlechtes Wetter im April" sowie "anhaltende Probleme in wichtigen Auslandsmärkten" seien die Gründe für die negative Entwicklung, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das Ebita von minus 6,5 Millionen Euro im zweiten Quartal hat sich durch einen Rückgang von Sondereffekten um mehr als 90 Millionen Euro gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres verbessert. Max Bahr erzielte einen Gewinn von 14 Millionen Euro im zweiten Dreimonatszeitraum.

"Temporäre Marktschwäche"


Das aufgelaufene Umsatzminus für die ersten sechs Monate 2012 beläuft sich somit für Praktiker Deutschland auf 2,6 Prozent (760,9 Millionen Euro). Die Tochter Max Bahr konnte dagegen die Umsatzerlöse mit 360,6 Millionen Euro stabil halten (plus 0,2 Prozent).

"Die Entwicklung im zweiten Quartal entspricht dem allgemeinen Branchentrend in Deutschland", beschwichtigte Praktiker-Chef Kay Hafner. "Sie spiegelt eine temporäre Marktschwäche, keine spezifische Schwäche unserer Marken."

Allerdings schwächelt der Baumarktkonzern schon lange und stand zeitweilig am Rande der Insolvenz. Doch Hafner sieht seinen Kurs bestätigt: "Indem wir Max Bahr zur Hauptvertriebslinie in Deutschland machen und Praktiker neu positionieren, schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass der Konzern ab 2014 wieder Gewinne erwirtschaftet."

Auslandsgeschäft zweistellig eingebrochen


Im Ausland nahmen allein in der Ukraine die Umsatzerlöse zu, in allen anderen Ländern gingen sie zurück. Besonders betroffen waren Griechenland, Polen und Rumänien, die traditionell hohe Beiträge zum Konzernumsatz liefern.

Insgesamt erwirtschaftete Praktiker außerhalb Deutschlands im zweiten Quartal 227,4 Millionen Euro, 12,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Etwa ein Viertel des Rückgangs war laut Konzern auf veränderte Wechselkurse zurückzuführen.

Somit nahm der Umsatz im internationalen Geschäft im ersten Halbjahr um 12,2 Prozent auf 382,6 Millionen Euro ab. Das Ebita blieb im zweiten Quartal mit minus 13,8 Millionen Euro negativ (Vorjahr minus 33,5 Millionen Euro) und erreichte im Halbjahr minus 32,1 Millionen Euro (Vorjahr minus 52,4 Millionen Euro).

Mehr als 7 Prozent Gesamtumsatzrückgang


Insgesamt erzielte die Praktiker AG im zweiten Quartal einen Konzernumsatz von 886,9 Millionen Euro - 7,3 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im ersten Halbjahr ging der Umsatz somit um 4,5 Prozent auf 1.549,8 Millionen Euro zurück.

Das Ebita des Praktiker Konzerns wird im zweiten Quartal mit minus 8,6 Millionen Euro ausgewiesen (Vorjahr minus 72 Millionen Euro) und im ersten Halbjahr mit minus 70,7 Millionen Euro (Vorjahr minus 143,5 Millionen Euro). Ursache für die Verbesserung sei der Rückgang von Sondereffekten, teilt das Unternehmen mit.

DH

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