Technik & Web

ABO-COMMERCE | 31.03.2013

Wenn der Paketbote regelmäßig klingelt

Kosmetik, Socken, Rasierklingen: Online-Start-ups entdecken den Abonnement-Versand als lukrative Nische. Und es gibt fast nichts, was man sich nicht regelmäßig nach Hause schicken lassen kann.

Foto: Blacksocks.com

Schwarze Socken abonnieren - das geht bei Blacksocks.comseit 1999

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Eigentlich mutet das Wort 'Abonnement' etwas antiquiert an, denken doch viele an Zeitschriftenabos, die einem am Telefon aufgeschwätzt werden, oder ewig lange Verträge mit Fitnessstudios. Doch im Internet erfährt das Abo-Modell eine Renaissance - mit den unterschiedlichsten Produkten.

Zum Beispiel Herrensocken: Einer der Abo-Pioniere ist der Schweizer Onlineshop Blacksocks.com. „Mit der Vision, die Welt von Socken-Sorgen zu befreien, lancierten wir 1999 das Socken-Abo", heißt es auf der Webseite des Online-Herrenausstatters. "Heute verschicken wir Socken an mehr als 60.000 Kunden in 75 Ländern."

Kosmetik per Abo bei Glossybox


Auch Kosmetik verkauft sich im Abo, wie das 2011 gegründete Start-up Glossybox zeigt: Das Berliner Start-up erklärte sich Ende 2012 mit zwei Millionen verschickten Boxen zum Weltmarktführer in Sachen Beautyboxen und verkündete nebenbei, dass der Klon des amerikanischen Unternehmens Birchbox in den anderthalb Jahren seit der Gründung rund 55 Millionen Euro an Risikokapital eingesammelt habe. Zu den Investoren von Glossybox gehören neben Rocket Internet noch Access Industries, Holtzbrinck Ventures und Kinnevik.

Einen regelrechten Boom erfahren derzeit Lebensmittel- und Rezept-Abos: Kunden können vorgefertigte Lebensmittel-Tüten oder -Boxen in verschiedenen Portionsgrößen online bestellen und bekommen neben den Zutaten die passenden Rezepte gleich bis an die Haustür mitgeliefert.

Wöchentlich Rezepte und Lebensmittel bis an die Haustür


Inzwischen besetzen in Deutschland mehrere Abo-Rezeptdienste den Nischenmarkt: Als erster ging im April 2010 Kommt Essen zunächst in Hamburg an den Start, die deutsche Tochter des 2007 gegründeten schwedischen Pioniers Middagsfrid ("Abendessenfrieden").

Die Konkurrenten folgten im vergangenen Jahr dann Schlag auf Schlag: Hello Fresh und Unsere Schlemmertüte gingen im Januar an den Start, Kochzauber im März und Kochabo im Juni 2012. Dass die Abos rund ums Essen ein gutes Geschäft werden können, beweisen die Kapitalgeber, die in die Start-ups und Klone investieren. So ist Rocket Internet, die Beteiligungsgesellschaft der Samwer-Brüder, an Hello Fresh beteiligt, die Investmenttochter der Otto Group "Project A Ventures" ist bei Kochzauber an Bord und Schlemmertüte hat den Internet-Investor Acton Capital Partners und die Venture-Capital-Firma Creandum im Hintergrund. Kochabo wiederum ist ein Projekt des Wiener Internet-Inkubators i5invest. Allein der Pionier Kommt Essen hat keinen Großinvestor im Rücken.

Monat für Monat Rasierklingen


Auch Rasierklingen-Abos gibt es inzwischen: Morninglory.com zum Beispiel versendet ab fünf Euro monatlich Rasierklingen für die Nassrasur. Nach dem Launch Ende November gibt das Unternehmen an, bereits vierstellige Kundenzahlen zu haben. An der sechstelligen Finanzierung des Start-ups haben sich die Beteiligungsgesellschaften Astutita und JMES Investments sowie acht Business Angels beteiligt. "Mornin' Glory wagt sich an einen Markt, der seit Jahrzehnten außer vibrierenden Griffen oder Klingen aus Weltraummetall keine echte Innovation für den Konsumenten hervorgebracht hat", begründet Astutia-Gesellschafter Bernd Schrüfer das finanzielle Engagement. "Wir sehen in der Kombination aus Preis, Komfort und maskulinem Image viel Potenzial, den Markt nachhaltig aufzumischen."

Inzwischen gibt es fast nichts, was man nicht per Online-Abo bestellen kann: Büroartikel beispielsweise bei awibra.de, Kinderspielzeug bei Wummelkiste.de und Schnittblumen bei Blumeno. Für Abo-Modelle scheint es also keinerlei Branchen- oder Sortiments-Grenzen zu geben.

Sybille Wilhelm

Der Artikel ist in der aktuellen Ausgabe des Sonderhefts Online Handel erschienen. Bestellen Sie hier ein kostenloses Probemagazin.

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