Montag 21.05.2012
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Fast jeder zweite Arbeitsplatz fällt in der eBay-Zentrale Dreilinden weg
Denn es ist bekannt, dass das Auktionsgeschäft seit geraumer Zeit schwächelt. Und auch, dass der ewige Konkurrent Amazon mit der Idee des „Marktplatzes“, der Händler und Hersteller mit dem Kunden im Internet zusammenbringt, schon mehr als eine Nasenlänge voraus war.
Während die einen spekulierten, dass der Abgang von Groß-Selbeck eher unfreiwilliger Natur war – die amerikanische Konzernführung soll Gerüchten zufolge ziemlich unzufrieden mit dem Deutschland-Geschäft sein, kursierte die zweite Theorie, wonach sich der Manager rechtzeitig „vom Acker“ gemacht hätte. So oder so: Die Personalie ist für viele nach wie vor ein Beweis, dass die Geschäfte für eBay hier zu Lande offenbar alles andere als gut laufen.
Feller folgt Groß-Selbeck
Also sollte es Frerk-Malte Feller von der eBay-Tochter PayPal richten, der schon im März 2008 zum „Geschäftsführer Marketplaces“ gemacht wurde. Er beerbte Groß-Selbeck nach dessen Abgang als Geschäftsführer von eBay Deutschland, offiziell zum 1. Januar 2009.

Frerk-Malte Feller (li.) folgte im Januar 2009 Stefan Groß-Selbeck
Für Beobachter ist der Rückzug Fellers ein weiterer Beweis, dass das hiesige Management immer weniger Einfluss in dem amerikanischen Konzern hat. Denn früher wäre es vermutlich noch eine Degradierung gewesen, statt Deutschland-Geschäftsführer „nur“ noch PayPal in Australien zu betreuen – immerhin ist Deutschland nach Amerika weltweit der zweitgrößte Markt für eBay.
Zoll folgt Feller
Kommen wir zum vorerst letzten Akt der eBay-Tragödie: Seit August 2009 ist Dr. Stephan Zoll, der von der eBay Advertising Group kommt, Geschäftsführer von eBay Deutschland. Und nun kommt es auf die Lesart an: Entweder soll er sich ganz auf die Onlinegeschäfte in der Bundesrepublik konzentrieren, oder die Amerikaner haben Deutschland schon ganz abgeschrieben.

Stephan Zoll ist seit August Deutschland-Chef
Die Zeche zahlen unterdessen die Mitarbeiter: An dem einzigen deutschen Standort in Dreilinden bei Berlin fallen 400 der 1.000 Stellen weg. Den Amerikanern scheint es also ziemlich egal zu sein, dass Zolls erste Amtshandlung ist, erst einmal knapp die Hälfte der Belegschaft zu feuern.
Sybille Wilhelm
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