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E-COMMERCE | 27.02.2012

E-Commerce-Umsatz erstmals mehr als 20 Milliarden Euro

Der Versandhandel verzeichnete 2011 die größte Umsatzsteigerung seit Jahren: Dank E-Commerce. Dessen Umsatzanteil erreichte einen neuen Rekord.

E-Commerce: Frauen sind die besten Kunden

E-Commerce: Frauen sind die besten Kunden

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Die deutschen Online- und Versandhändler konnten 2011 ihren Umsatz auf 34 Milliarden Euro steigern. Das entspricht einem Plus von 12,2 Prozent zum Vorjahr, meldet der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh). Somit lag das Umsatzplus erstmals seit Durchführung der Studie "Interaktiver
Handel in Deutschland 2011" im zweistelligen Bereich. Auch der Anteil am gesamten Einzelhandel stieg um 0,4 Prozentpunkte auf den neuen Spitzenwert von 8,2 Prozent.

"Das exzellente Wachstum im Jahr 2011 freut unsere Branche ganz außerordentlich. Der Kauf im Internet ist mittlerweile für immer mehr Kunden zur Selbstverständlichkeit geworden", erläutert Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bvh. Die Onlinehändler konnten sich demnach über eine Umsatzsteigerung von 3,4 Milliarden Euro auf 21,7 Milliarden Euro freuen. Das entspricht einem prozentualen Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 18,5 Prozent. "Damit wurde erstmalig die 20-Milliarden Euro-Grenze beim Umsatz mit Waren gesprengt", so Wenk-Fischer.

Frauen kaufen mehr


Frauen sind der Studie zufolge mit einem Anteil von rund 58 Prozent gegenüber den männlichen Kunden mit einem Anteil von rund 42 Prozent versandhandels-affiner. Sie stehen für einen Jahresumsatz von 19,8 Milliarden Euro. Männliche Kunden bringen es auf 14,2 Milliarden Euro. Die weibliche Kundschaft generiere zudem die meisten Umsätze durch eindeutig größere Warenkörbe als die Herren.

"Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen hier zudem die Multi-Channel-Versender, die sich als Zugpferde für die weibliche Klientel erweisen, denn die Kundinnen sorgen bei diesen Versendern allein für rund 10,5 Milliarden Euro Umsätze", erläutert Thomas Lipke, Präsident des bvh und Chef des Multichannel-Outdoorhändlers Globetrotter. "Der männliche Anteil schafft es hier gerade einmal auf die Hälfte mit 5,2 Milliarden Euro." Dafür seien die reinen Internethändler, die sogenannten Pure-Player, mit einem Umsatz von 4,6 Milliarden Euro noch mehrheitlich in Männerhand.

Stationäre Händler online erfolgreich


Im Jahr 2011 gab es demnach drei Sparten-Gewinner, die ihre Gesamtumsätze im
zweistelligen Bereich steigern konnten: Auf Platz eins rangieren die Stationärhändler, die zusätzlich in den Online- und Versandhandel eingestiegen sind. Sie legten 2011
gegenüber dem Vorjahr um 41 Prozent zu. Die Apothekenversender schafften der Studie zufolge ein Wachstum von 35 Prozent. Auch die Internet-Pure-Player konnten ihr Geschäft um 31 Prozentpunkte ausbauen.

Betrachtet man nur die reinen Online-Umsätze, liegen wiederum die Versender, die ihre Heimat im Stationärhandel haben, vorn: Sie legten 2011 gegenüber dem Vorjahr um 45 Prozent zu, gefolgt von den reinen Internet-Händlern. Diese konnten sich über ein Wachstum von 31 Prozent freuen. Darüber hinaus bauten die eBay-Powerseller ihr Onlinegeschäft um 10 Prozentpunkte aus.

Mode weiter umsatzstärkste Warengruppe


Der größte Umsatzbringer im Versand- und Onlinehandel waren mit 12,82 Milliarden Euro Umsatz auch im Jahr 2011 die Warengruppe "Bekleidung, Textilien und Schuhe". Dies entspricht einem Plus von einem Prozent zum Vorjahr. Platz zwei mit 3,27 Milliarden Euro nehmen "Medien, Bild- und Tonträger" ein; das Plus im Vergleich zum Vorjahr beträgt 11 Prozent.

An dritter Stelle rangieren mit einem Umsatzwachstum von 23 Prozent gegenüber dem Jahr 2010 die Unterhaltungselektronik und elektronische Artikel mit 3,26 Milliarden Euro.

Im Jahr 2011 wurden zudem nicht nur Waren im Wert von 21,7 Milliarden Euro bestellt, sondern auch digitale Dienstleistungen wie Tickets für Veranstaltungen, Fahrkarten oder Entertainment im Wert von 8 Milliarden Euro gekauft – das Umsatzplus der Dienstleistungen betrug somit rund 14 Prozent. Insbesondere der Anteil an Bestellungen von Apps für das Smartphone und Musikfiles ist der Studie zufolge 2011 gestiegen. Darüber hinaus gewinnt der Kauf von Dienstleistungen per mobilem Internet immer mehr an Bedeutung: 2011 wurden rund ein Drittel der Dienstleistungskäufe per mobilem Internet getätigt.

Betrachtet man die gesamten Ausgaben der Kunden im Internet 2011 kommt man auf 29,7 Milliarden Euro. Das ist ein Gesamtanstieg für Onlinewaren und
Dienstleistungen von rund 17 Prozent zum Jahr 2010.

Kauf auf Rechnung beliebt


Auch im Jahr 2011 war die klassische Versandhandelszahlweise "Kauf auf Rechnung" mit einem Anteil von 42 Prozent bei den Kunden die beliebteste Zahlweise. 2012 betrug der Anteil allerdings noch 51 Prozent. Mittlerweile erfolgen 15 Prozent aller Bezahlungen über digitale Bezahlwege – das entspricht einem Plus von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

"Der Rechnungskauf ist weiterhin ein wichtiger, kundenfreundlicher und sicherer Bezahlweg unserer Branche. Er wird auch in den kommenden Jahren noch eine tragende Rolle im Zahlungsverkehr spielen", ist Christoph Wenk-Fischer überzeugt. Dennoch sei eine Verschiebung der Bezahlkanäle zu beobachten: "Immer mehr Kunden nehmen auch gern die digitalen Bezahlwege in Anspruch, die gerade im
Onlinehandel eine große Rolle spielen. Diese stellen sowohl für Händler als auch für Kunden eine sichere und moderne Form der Bezahlung dar."

Prognose: 36,5 Milliarden Euro in diesem Jahr


Der bvh schätzt aktuell ein 7,4-prozentiges Umsatzwachstum beim Gesamtversandhandel im Jahr 2012. Das entspreche einer Gesamtsumme von 36,5 Milliarden Euro. Das E-Commerce-Volumen werde 2012 voraussichtlich
um 16,5 Prozent wachsen. Der Verband rechnet mit einem Umsatz im reinen Onlinehandel auf 25,3 Milliarden Euro.

wim

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