Technik & Web

E-COMMERCE | 07.12.2015

Konsumenten mögen lokale Marktplätze

Wenn sich Händler aus der Region im Internet zusammentun, finden Konsumenten das gut - und versprechen sich praktische Vorteile. Das zeigt die aktuelle Studie Consumer Barometer.

Mönchengladbach bei Ebay Foto: Screenshot ebay.de/rpp/mg:

+

Vor gut einem Jahr ging mit der "Online City Wuppertal" ein lokaler Internetmarktplatz ans Netz. Vor wenigen Wochen eröffnete Ebay eine Onlinepräsenz für Händler aus Mönchengladbach. Das noch relativ neue Konzept der lokalen Onlinemarktplätze stößt auf eine hohe Akzeptanz bei Konsumenten, zeigt die aktuelle Studie Consumer Barometer des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH) und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.

Zwar kennt demnach erst knapp jeder dritte Befragte bereits eine Stadt oder Region, in der es einen lokalen Onlinemarktplatz gibt. Aber gut acht von zehn Personen wünschen sich ein solches Angebot für ihren Ort oder ihre Region und können sich vorstellen, solche Plattformen zu nutzen. Und 85 Prozent der Verbraucher, die lokale Onlinemarktplätze in ihrer Umgebung kennen, mögen und nutzen diese zum Einkaufen oder bei der Informationssuche.

Durchweg hoch sind in der Umfrage die Zustimmungswerte für die Vorteile, die lokale Onlinemarktplätze bewerben: Neun von zehn Befragten sehen in diesem Angebot eine schnelle und einfache Möglichkeit, Informationen zu lokalen Händlern ("Wer bietet an?") und deren Angeboten ("Was wird angeboten?") zu erhalten. Aber eine Mehrheit der Verbraucher bewertet auch händlerübergreifende Aktionen von lokalen Onlinemarktplätzen wie Gutscheine oder Bonuskarten positiv.

Besserer Service beim Händler um die Ecke


Dabei mögen die Befragten vor allem die Bequemlichkeit solcher Plattformen: 95 Prozent der Befragten schätzen, dass sie online die Warenverfügbarkeit prüfen können, um unnütze Wege zu vermeiden. "Click & Collect", also online Ware zu bestellen und beim Händler abzuholen, finden 86 Prozent interessant – ebensoviele gaben an, dass sie eine zentrale Anlaufstelle für Retouren schätzen würden. Sieben von zehn Konsumenten schätzen ohnehin, dass die Rückgabe von Retouren bei lokalen Marktplätzen einfacher ist.

Grundsätzlich beurteilen Konsumenten lokale Onlinemarktplätze besser als überregionale Plattformen. Eine deutliche Mehrheit der Befragten bewertet gemeinsame Internetauftritte lokaler Händler als umweltfreundlicher (87 Prozent), schneller bei der Lieferung (73 Prozent) und sympathischer (70 Prozent). Dies wirkt sich allerdings nicht unbedingt auf eine höhere Kauflust aus. Mit 57 Prozent gab deutlich mehr als jeder Zweite an, für den Einkauf auf einem lokalen Onlinemarktplatz nicht mehr ausgeben zu wollen als beim Kauf auf einer überregionalen Plattform.

Ohnehin haben Verbraucher insgesamt hohe Anforderungen an lokale Onlinemarktplätze. 82 Prozent erwarten neben lokalen Einzelhändlern auch Angebote von Handelsketten auf einer solchen Plattform. Zudem sehen zwei Drittel der Befragten einen lokalen Onlinemarktplatz in der Verantwortung, für kostenfreies WLAN in den Innenstädten Sorge zu tragen.

Nachholbedarf bei Internetpräsenz


Grundsätzlich finden drei von vier Konsumenten, dass viele lokale Händler aktuell noch nicht gut im Internet vertreten sind. Dementsprechend geben knapp drei Viertel der Befragten an, bei lokalen Anbietern lieber stationär als online einzukaufen. Aber neun von zehn Konsumenten sehen die regionalen Plattformen als eine gute Möglichkeit für kleinere Händler, am E-Commerce teilzuhaben. 86 Prozent der Befragten geben zudem an, dass ihrer Meinung nach der regionale Onlinemarktplatz zur Stärkung des lokalen Einzelhandels beiträgt.

"Das Konzept ‚lokaler Onlinemarktplatz‘ trifft den Nerv der Zeit", kommentiert Mark Sievers, verantwortlich für Consumer Markets bei KPMG, die Ergebnisse. "Allerdings haben die Omnichannelkonsumenten von heute auch hohe Erwartungen an die Funktionalität und die Services der Plattformen." Aber besonders für kleinere Händler bieten die neuen Marktplätze Sievers’ Meinung nach eine gute Chance, am E-Commerce teilzuhaben.

"Lokale Onlinemarktplätze eignen sich für Händler nicht nur, um in den E-Commerce einzusteigen, sondern auch, um die Sichtbarkeit im Netz zu erhöhen – ohne die Kosten für einen professionellen Webauftritt allein tragen zu müssen", ergänzt IFH-Köln-Geschäftsführer Kai Hudetz. Konsumenten würden so in ihrem Informationsbedürfnis abgeholt, und auch das stationäre Geschäft könne angestoßen werden.

Sybille Wilhelm

Der Artikel ist in der aktuellen Ausgabe von Der Handel erschienen. Zum kostenfreien Probeexemplar geht es hier. Lesen Sie Der Handel auch auf dem iPad.

Anzeige

 


Diesen Artikel verlinken:
Twitter Facebook
LinkedIn

Impressum | Datenschutz | Kontakt

Copyright: Deutscher Fachverlag GmbH; Anregungen & Kommentare an info@derhandel.de
Credits: Konzept & Layout SamArt Gbr
Credits: Konzept, Projektmanagement, Programmierung und technische Realisation dfv Internet-Service

Twitter

Anzeige

 

Anzeige

 

Printausgabe

Der Handel 07-08/2016

Das führende Wirtschaftsmagazin für Handelsunternehmer

zum Inhalt »
Infos zum Abo »

 

Weiterbilden. Netzwerken. Horizont Erweitern




Management-Kurse mit Hochschulzertifikat - praxisnah, auf wissenschaftlichem Qualitätsniveau

Zum Kursangebot »



Das Premium-Seminar zu aktuellen Themen der Branche - mit Hochschulzertifikat

Mehr Informationen »