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E-COMMERCE | 12.12.2012

Zalando steckt immer noch in den roten Zahlen

Zalando zeigt bei der Eröffnung des neuen Logistikzentrums in Erfurt Größe. Freilich schreibt der Versender weiterhin Verluste. Doch Unternehmenschef Ritter ist nicht beunruhigt.

Zalando-Versandbox, Foto: Zalando

Zalando-Versandbox: Größter Kleiderschrank Europas

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Mit lustigen Zahlen versucht Zalando, die Dimensionen seines neuen Logistikzentrums bei Erfurt zu verdeutlichen. So soll selbst Usain Bolt, Weltrekordler über 100 und 200 Meter, eine knappe Minute benötigen, um durch die Halle zu sprinten.

120.000 Quadratmeter Lagerfläche hat der Umschlagplatz des Versenders, der an diesem Mittwoch seinen Betrieb aufgenommen hat. Eine Fläche, in der vier ausgewachsene Shoppingcenter Platz finden würden. Zalando wirbt damit, dass es in Europa kein größeres Logistikzentrum für Schuhe und Textilien gäbe.

Seit August läuft das Zentrum testhalber, in das Projekt mit fünf Hallen würden rund 170 Millionen Euro investiert, sagte Geschäftsführer Rubin Ritter. Die Zahl der Mitarbeiter soll von derzeit 800 im kommenden Jahr auf mehr als 1.000 steigen. Zalando sprach vom größten "Kleiderschrank" Europas, der mit dem Logistikzentrum entstehe.

"Anlaufverluste in Kauf nehmen"


Wir sind groß, lautet die Botschaft des Unternehmens - die wirtschaftliche Zwischenbilanz dürfte bei Zalando jedoch niemanden vor Glück schreien lassen, um den Werbeslogan des Versenders zu bedienen. Der vor vier Jahren gegründete Modehändler steckt noch in den roten Zahlen. "Das Unternehmen macht insgesamt noch Verluste", sagte Ritter.

Großinvestitionen wie in Erfurt und in ein zweites Versandzentrum in Mönchengladbach seien ein Grund dafür, warum Zalando noch rote Zahlen schreibe, betonte Ritter. "Man muss Anlaufverluste in Kauf nehmen, um erfolgreich zu sein" erklärte der Unternehmenschef die schlechten Zahlen. In einigen Märkten würden allerdings bereits schwarze Zahlen geschrieben. Das Unternehmen ist derzeit in 14 Ländern aktiv, das sind doppelt so viele wie vor einem Jahr. Angaben zur Höhe des Verlusts machte Ritter nicht.

Bald will Zalando Zahlen offenlegen


Diese Zahl soll für 2011 in den nächsten Monaten veröffentlicht werden, sagte eine Firmensprecherin. In einem Bericht des Magazins "Focus" war zuletzt von einem Minus von 40 Millionen Euro im vergangenen Jahr die Rede. Ritter bekräftigte, dass Zalando in diesem Jahr einen Umsatz von etwa einer Milliarde Euro anpeilt. Das sei etwa eine Verdopplung im Vergleich zu 2011.

Behauptungen, der Onlinehändler habe mit einer überdurchschnittlich hohen Rücksendequote von Kundenbestellungen zu kämpfen, wies der Geschäftsführer zurück. "Wenn wir Probleme hätten, würden wir nicht so viel Geld in die Hand nehmen." Der Anteil der Rücksendungen bei Zalando bewege sich im Branchenschnitt, der bei etwa 50 Prozent liege. In der Branche wird freilich immer wieder spekuliert, dass dieser Wert eher bei 70 Prozent liegt.

dpa/ges

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