Technik & Web

E-PAYMENT | 14.07.2012

Die Bild-Zeitung kassiert im Internet mit Bargeld

Der Zahlungsdienstleister BarPay startet mit dem Angebot von Barzahlungen von Interneteinkäufen. Rund 30 Onlinehändler, darunter der Bild-Shop, sowie ein Netzwerk von rund 18.000 stationären Akzeptanzstellen sind mit von der Partie.

Online bestellt, bar bezahlt: BarPay zielt auf Kunden ab, die Kontodaten nicht gerne preisgeben.

Online bestellt, bar bezahlt: BarPay zielt auf Kunden ab, die Kontodaten nicht gerne preisgeben.

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Wer weder seine Kontoverbindung noch seine Kreditkartendaten über das Internet mitteilen will, war bei Onlineeinkäufen bislang auf die vergleichsweise teure und umständliche Nachnahme angewiesen. Die EZV Gesellschaft für Zahlungssysteme mbH will mit BarPay nun eine neue Möglichkeit der Barzahlung in Onlineshops etablieren.

"Wir haben BarPay bereits in rund 30 Online-Shops als Zahlungsoption integriert und schalten täglich neue Shops frei", erläutert Stephan Heintz, Gründer und Geschäftsführer der EZV im Gespräch mit derhandel.de. "Auf der E-Commerce-Seite kooperieren wir mit dem Acquirer Wirecard Bank AG und im stationären Bereich mit der Lekkerland AG sowie dem Prepaid-Netzwerk epay."

Einer der ersten Onlinehändler, die BarPay in ihr Angebot an Zahlungsoptionen aufgenommen haben, ist der Webshop der Bild-Zeitung.

Rund 18.000 Verkaufsstellen nehmen BarPay-Zahlungen entgegen


In rund 18.000 Tankstellen (Jet,  Westfalen, Agip, u.a.), Kiosken und Convenience-Stores, die über Lekkerlands e-va-Terminals verfügen, können Onlinekunden ihre virtuellen Einkäufe künftig bar bezahlen. Dafür erhalten sie im Webshop zum Abschluss der Bestellung einen entsprechenden Barcode per SMS oder E-Mail auf das Handy oder direkt im Browser für den Ausdruck übermittelt.

Der Barcode wird an der Kasse eingescannt und bezahlt, worauf dem angeschlossenen Webshop in Echtzeit eine Eingangsbestätigung übermittelt wird und die Ware verschickt werden kann.

Weitere Onlineshops will der Zahlungsdienstleister über die Kooperation mit Wirecard Bank AG gewinnen. Mittelfristig wird BarPay auch mit weiteren so genannten Payment Service Providern (PSP) wie etwa der Heidelpay Payment GmbH zusammenarbeiten.

5.000 Web-Shops und 40.000 Läden in zwölf Monaten


"Unser Angebot hat auch bei vielen Multichannel-Händlern Interesse geweckt, die ihre Onlinekunden auf diese Weise auch in ihre stationären Läden führen wollen", erläutert EZV-Chef Heintz. Innerhalb von zwölf Monaten will sein Unternehmen ein Zahlungsnetzwerk von 5.000 Online-Shops und 40.000 stationären Akzeptanzstellen aufbauen.

Helfen soll hierbei neben der Kooperation mit der Wirecard Bank AG, die Zusammenarbeit mit der epay, zu deren Kunden Ketten wie Rossmann, Müller und zahlreiche weitere Handelsunternehmen gehören, bei denen Kunden über epay ihre Prepaid-Handykarten aufladen können.

Der stationäre Händler erhält eine Provision für entgegengenommene Zahlungen, die sich auf dem Niveau der für Prepaid-Aufladungen üblichen, eher dünnen Margen bewegt. Der Onlinehändler zahlt laut Heintz eine Gebühr, die mit den Disagien im Kreditkartenbereich vergleichbar ist.

Forderungseinzug für Inkassodienstleister oder Versicherer


Die EZV Gesellschaft für Zahlungssysteme mbH will ihre sogenannte "Bill Payment"-Lösung auch Inkassodienstleistern, Stadtwerken und Versicherungsunternehmen für ihr Forderungsmanagement anbieten. Mit der Creditreform München habe man bereits eine entsprechende Vereinbarung getroffen, mit weiteren Inkassodienstleistern führe man Gespräche.

In anderen europäischen Ländern wie Großbritannien oder Polen ist das "Bill Payment" - etwa von Rechnungen der Versorgungsunternehmen - an den Kassen des Einzelhandels verbreitet.

"Wir werden die Überweisung als Zahlungsinstrument nicht ablösen, aber eine Nische für eine bestimmte Kundenklientel sein", ist EZV-Geschäftsführer Heintz überzeugt. Ein Zahlungsvolumen von rund 250 Millionen Euro bei einer Durchschnittstransaktion von 50 Euro hält er im ersten Jahr mit BarPay für realistisch. Aktuell belaufe sich der Durchschnittsbon auf 75 Euro.

Im April dieses Jahres startete Wal-Mart in den USA ebenfalls ein Angebot für Barzahlungen von Onlineeinkäufen an der Ladenkasse. Laut Wal-Mart-CEO Joel Anderson wurden bereits wenige Wochen nach dem Start von "Pay by Cash" zwei Prozent der Onlineumsätze bar beglichen. 30 Prozent der Barzahler waren Neukunden im Wal-Mart-Online-Shop. Der Warenkorb der "Pay by Cash"-Nutzer liegt laut Anderson 50 Prozent über dem Durchschnittsbon.

Hanno Bender

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