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KASSENBONS | 15.08.2012

Umstrittene Chemikalie noch immer in Kassenbons

Edeka und Kaiser’s verwenden nach wie vor in ihren Kassenbons die als gesundheitsschädlich eingestufte Chemikalie BPA, kritisiert die Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Die Chemikalie BPA in Kassenbons ist gesundheitsschädlich, warnt Greenpeace

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Die unscheinbaren Kassenbons können gefährlich sein: Vor einem Jahr hatte eine Untersuchung des Greenpeace Magazins ergeben, dass sieben von acht getesteten Unternehmen im Thermopapier für Kassenbons giftige Bisphenole verwendeten. Jetzt zeigt der Folgetest der Umweltschützer, dass einige der Unternehmen reagiert und auf Ersatzstoffe umgestellt haben.

Aber nicht alle, wie im neuen Greenpeace Magazin steht: Demnach enthalten Kassenbons von Edeka noch immer das höchst umstrittene Bisphenol A (BPA), Kaiser’s setze das kaum weniger kritische Bisphenol S (BPS) ein. Aldi Nord, die Deutsche Bahn und Lidl sind den Testern zufolge hingegen auf den Ersatzstoff Pergafast 201 umgestiegen. Rewe verwendet nun die Chemikalie D-8, Galeria Kaufhof und die Deutsche Post "höchstwahrscheinlich ebenfalls", heißt es.

Kleinkinder gefährdet


Die Chemikalie BPA, die auch in Kunststoffen enthalten ist, steht schon lange in der Kritik. Es wirkt Forschern zufolge ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen. Studien deuteten darauf hin, dass es unter anderem die Reifung des Gehirns von Kleinkindern schädigen und die männliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Problematisch ist Greenpeace zufolge auch der Ersatzstoff BPS: Studien zufolge wirkt er ähnlich stark hormonell wie BPA.

Die Substanzen befinden sich demnach als Farbentwickler an der Oberfläche von Thermopapier und machen ein bis zwei Prozent von dessen Gewicht aus. Beim Anfassen können sie über die Haut ins Blut gelangen. Die schwedische Chemikalienbehörde Kemi habe kürzlich die Bisphenol-A-Exposition durch Thermopapiere berechnet und nennt die Gefahr einer Schädigung Ungeborener "nicht angemessen beherrschbar".

Die Behörde plädiert daher für ein vorsorgliches BPA-Verbot in Quittungen, da sich die hormonelle Wirkung schon "bei sehr geringen Dosen" zeige. Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA habe inzwischen eine neue Risikobewertung angekündigt. Auch das Umweltbundesamt will prüfen, "ob das Risiko für Mensch und Umwelt möglicherweise unterschätzt wird."

Ersatz weniger bedenklich, aber auch nicht risikofrei


Sechs der acht vor einem Jahr geprüften Unternehmen sind auf die Ersatzstoffe Pergafast 201 oder D-8 umgestiegen. Beide Chemikalien wurden jetzt neben 15 anderen möglichen BPA-Alternativen von der US-Umweltbehörde EPA untersucht. Sie sind demnach für den Menschen weniger bedenklich als BPA – allerdings auch nicht risikofrei.

D-8 ist BPS strukturell ähnlich, laut kalifornischer Umweltbehörde hat es eine "eindeutig hormonell aktive Wirkung". Für Pergafast 201 gilt das nach heutigem Forschungsstand nicht. Beide Substanzen gefährden aber laut EPA die Umwelt. Gelangen sie in Gewässer, könne vor allem Pergafast Fische und andere Wassertiere schädigen.

Wie schon vor einem Jahr empfehlen die Greenpeace-Experten deshalb: Kassenbons nur kurz anfassen, nicht in Kinderhände geben und im Restmüll entsorgen, damit die Chemikalien nicht in den Recyclingkreislauf gelangt.

wim

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