Technik & Web

M-PAYMENT | 01.03.2012

PayPal kommt per QR-Code an den POS

Im Wettrennen um Zahlungslösungen für das Smartphone setzt PayPal zunächst auf QR-Codes. Ein erster stationärer Shop testet die Lösung ab diesem Monat in Berlin - bis zum Sommer soll eine große Handelskette folgen.

Foto: PayPal

Die "PayPal QRShopping App" geht live und will den POS erobern.

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Die Filiale der Deutschen Bank in der Berliner Friedrichstraße ist keine normale Bankfiliale. In der "Q110" will sich der Branchenprimus von seiner schicksten und modernsten Seite zeigen. Statt dem klassischen Bankschalter gibt es hier Beratungstische im offenen Forum und Finanzprodukte werden in Dosen, sogenannten "Vorteilsboxen", im Regal präsentiert.

In dieser "Bankfiliale der Zukunft", so die Eigenwerbung der Deutschen Bank, pilotiert PayPal ab diesem Monat erstmals in Deutschland eine Zahlungslösung für den stationären Handel. Als erster Händler setzt der mStore-Trendshop in der Q110 die "PayPal QRShopping App" von PayPal und dem IT-Dienstleister Itellium ein.

Um die App für iPhone oder Android nutzen zu können, verknüpft der Kunde sein PayPal-Konto mit dem Smartphone und hinterlegt eine Postadresse sowie einen 4-stelligen Sicherheitscode. Daraufhin kann er mit Hilfe eines eingescannten QR-Codes weiterführende Informationen zu Produkten aufrufen, Waren bestellen und auch direkt über PayPal bezahlen - gleichgültig, ob er sich in einem Ladengeschäft, vor einer Plakatwand oder in einem virtuellen Shop befindet.

Bestellung und Bezahlung in einer App ohne Medienbruch


"Ein entscheidender Grund für den Einsatz dieser Mobile-Commerce-Lösung mit integrierter Bezahlfunktion ist ihre Eignung für den Einsatz im Multichannel-Handel", begründet Martin Willmann, einer der beiden Gründer und Geschäftsführer von mStore, die Entscheidung für die QRShopping-App. "Neben der Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten überzeugt uns, dass der Verkaufsabschluss erstmals ohne Medienbruch direkt aus dem Warenkorb der App erfolgt."

Foto: Itellium

Zahlen per QR-Code-Scanning und PIN, ob vom Kassenzettel oder Bildschirm.

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Andere QR-Code-Lösungen verlinken bisher lediglich zu einem Webshop, in dem der Kunde dann per Smartphone weitersurfen muss, bis er den Bestellvorgang abschließen kann. Dies ist selbst bei mobil optimierten Webshops in der Regel keine besonders komfortable Lösung. Ein Einkauf mehrerer Produkte durch das Scannen von QR-Codes ist bei diesen Lösungen zudem nicht möglich.

mStore, nach Gravis der zweitgrößte Reseller von Apple-Produkten in Deutschland, arbeitet darüber hinaus gemeinsam mit PayPal und Itellium an neuen Verkaufskonzepten, etwa in Form digitaler Displays, die bis Ende April zunächst im mStore-Trendshop in Berlin getestet werden und einen Multichannel-Einkauf über die QRShopping-App ermöglichen sollen.

Der Webshop kommt in das Ladengeschäft


"Die von PayPal und uns entwickelte Lösung ermöglicht es allen Gewerbekunden von PayPal, echten Multi-Kanal-Handel zu betreiben, also Waren zu jeder Zeit und an jedem Ort zu verkaufen - inklusive der Zahlungsabwicklung", erläutert Dr. Andreas Marra, Geschäftsführer der Itellium Mobile Solutions GmbH, im Gespräch mit derhandel.de.

Auf Grundlage der Technologieplattform "Itellium Mobile Transaction Suite" (IMTS) bietet der ehemals zu Karstadt gehörende IT-Dienstleister Handelsunternehmen verschiedene Möglichkeiten, den QR-Code für den Kundendialog und das Verkaufen via Smartphone zu nutzen. Die IMTS sorgt zugleich für die Integration des Zahlungsprozesses in das jeweilige Kassensystem des Händlers.

Neben einer mobilen Zahlungslösung kann der Händler seinen Kunden per QR-Code zusätzliche Waren und Dienstleistungen anbieten - auf Prospekten, Plakatwänden, Bildschirmen. Auf diese Weise könnten zum Beispiel im Lebensmittelhandel Aktionswaren wie Fahrräder oder Balkonmöbel flächensparend präsentiert werden, bestell- und bezahlbar per QR-Code, der auch auf den Displays von Kartenterminals dargestellt werden kann. "Mehr Umsatz pro Quadratmeter", verspricht Marra dem Handel mit derartigen "Cross-Channel-Kampagnen".

Auf der Fachmesse EuroCIS, die in dieser Woche in Düsseldorf stattfand, sei das Konzept bei vielen Handelsunternehmen auf reges Interesse gestoßen, berichtet Marra. Noch bis zum Sommer werde voraussichtlich auch ein bundesweit tätiger Händler die PayPal QRShopping-App pilotieren. Rund 16 Millionen Deutsche verfügen nach Unternehmensangaben über ein PayPal-Konto, rund neun Millionen Konten davon gelten als "aktiv".

In den USA wurde jüngst ein Pilotversuch für PayPal-Zahlungen in den Baumärkten von Home Depot von ursprünglich fünf auf rund 2.000 Märkte ausgeweitet. Bis Mitte März soll der Roll-Out in allen 2.200 Stores landesweit abgeschlossen sein. Allerdings basiert der Zahlungsvorgang bei der größten amerikanischen DIY-Kette nicht auf QR-Codes. Die Kunden können bei Home Depot mit ihrer Handynummer und einer vierstelligen PIN oder mit einer PayPal-Karte und PIN bezahlen. Den genauen Ablauf der beiden Methoden zeigt ein dieses YouTube-Video.

Hanno Bender

Update (5.3.): Laut einem Bericht des Wall Street Journals vom Freitag arbeiten die US-Handelsgrößen Wal-Mart und Target gemeinsam an einer Branchenlösung für mobile Zahlungen mit dem Handy. Ziel sei der Aufbau eines Verfahrens, das unabhängig von Banken, Kreditkartenorganisationen und Mobilfunkbetreibern sei, meldet das Blatt unter Berufung auf mit dem Projekt befasste Mitarbeiter.

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