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M-PAYMENT | 23.12.2011

Visa bringt die Kreditkarte ins iPhone

Der Kreditkartenanbieter Visa startet in Deutschland einen Piloten für das Zahlen mit dem iPhone. Für das kontaktlose Bezahlen erhält das Smartphone eine microSD-Karte mit NFC-Antenne. Eine wichtige Frage bleibt allerdings offen.

Foto: Visa

Die Visa-Karte schlüpft ins Smartphone, physisch und als iPhone-App.

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Die Kreditkartenorganisation Visa Europe, die Landesbank Berlin AG und Swiss Post Solutions testen in Deutschland das kontaktlose Bezahlen mit dem iPhone. Das gaben die drei Unternehmen heute in einer Pressemitteilung bekannt.

Das iPhone wird dazu mit einem so genannten "iCaisse" versehen - einem Kunststoffgehäuse, das eine microSD-Karte sowie eine NFC-Antenne (Near Field Communication) enthält. Die für die Zahlungsabwicklung notwendigen Daten sind auf der microSD-Karte gespeichert. Der Zugriff darauf erfolgt unter Nutzung des EMV-Sicherheitsstandards der Kreditkartenindustrie. 

Bislang keine Akzeptanzstellen im Handel für payWave


Auf diese Weise sollen iPhone-Besitzer dazu in die Lage versetzt werden, kontaktlos mit dem payWave-Verfahren von Visa an der Ladenkasse zu bezahlen. Noch gibt es in Deutschland allerdings keine Handelsunternehmen oder andere Akzeptanzstellen, die Willens oder in der Lage wären, payWave-Zahlungen zu akzeptieren.

Lediglich für das kontaktlose Zahlverfahren PayPass von Mastercard existieren mit der Dougals Holding sowie den Aral- und Star-Tankstellen bereits nennenswerte Akzeptanzstellen in Deutschland.

Dies soll sich aber schon bald ändern: Visa-Deutschlandchef Ottmar Bloching kündigte im Gespräch mit Der Handel vor wenigen Tagen an, noch im Januar konkrete Unternehmen bekannt zu geben, die das payWave-Verfahren künftig an ihren Kassen ermöglichen werden. Den Kreis der Kandidaten verengte er dabei auf die Drogeriebranche, den Lebensmittelhandel und Systemgastronomen, für die die Geschwindigkeit des Kassiervorgangs besonders interessant sei.

Der Kunde entscheidet über das Verfahren


Ausgelöst wird die Zahlung bei dem neuen M-Payment-Verfahren über eine iPhone-App. Der Kunde kann dabei laut Visa zwischen zwei Varianten wählen: Beim automatischen Modus werden Summen unter 25 Euro ohne Passworteingabe freigegeben, beim manuellen Modus muss bei jeder Zahlung das vorher festgelegte Passwort eingegeben werden.

Im kommenden Jahr wollen die Landesbank Berlin, einer der größten Kreditkartenemittenten in Deutschland, und fünf weitere Banken darüber hinaus Visa-Kreditkarten mit NFC-Antennen in einem nicht näher konkretisierten, siebenstelligen Umfang für das payWave-Verfahren herausgeben. Europaweit sind rund 30 Millionen payWave-Karten im Umlauf. Konkurrent Mastercard hat hierzulande aktuell rund 1,2 Millionen PayPass-fähige Kreditkarten im Markt, weltweit sind es 96 Millionen Karten, Schlüsselanhänger oder Uhren, die einen PayPass-NFC-Tag tragen.

"Wir wollen auf allen Hochzeiten tanzen"


Die Nahbreichsfunktechnik NFC gilt als Brückentechnologie für das Zahlen mit dem Smartphone. Dabei gibt es grundsätzlich drei verschiedene Wege, wie die bislang auf den Karten aufgeprägten Daten ins Handy integriert werden können: auf einem NFC-Chip, einer SIM-Karte oder auf einer mirco-SD-Karte. "Wir unterstützen in Europa aktuell alle drei Varianten", erläutert Visa-Deutschlandchef Bloching gegenüber Der Handel. "Das Potenzial für mobile Zahlungen ist so groß, dass wir auf alle Hochzeiten tanzen können wollen".

"Kontaktloses Bezahlen verspricht das Zahlungsverhalten von Verbrauchern zu revolutionieren", so Bloching. "Bargeld und insbesondere Münzgeld gehören der Vergangenheit an". Die kontaktlose NFC-Technologie biete eine schnelle, sehr bequeme und sichere Zahlungsalternative.

Die deutsche Kreditwirtschaft plant unter dem Namen "girogo" ab April 2012 ein eignes kontaktloses Kartenverfahren, um den Anschluss in die NFC-Welt nicht zu verpassen. In der Titelgeschichte der Januar-Ausgabe befasst sich die Redaktion von Der Handel mit den Erfolgschancen von girogo und lässt zahlreiche Zahlungsverkehrsexperten aus Handel, Banken und dem Dienstleistungssektor zu Wort kommen. Ein kostenfreies Probeexemplar erhalten Sie hier.

Hanno Bender

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