Technik & Web

M-PAYMENT | 05.03.2012

Visa und Vodafone kooperieren für Handyzahlungen

Die Kreditkartenorganisation Visa und der Mobilfunkbetreiber Vodafone wollen gemeinsam eine Zahlungslösung für Mobiltelefone etablieren. Dazu haben die beiden Unternehmen eine weltweite Kooperation vereinbart.

Foto: Visa

Visa und Vodafone schmieden eine machtvolle Allianz.

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Unter den inzwischen wöchentlichen Ankündigungen von neuen Pilotierungen und Projekten für mobile Zahlungslösungen ragt die Bekanntgabe einer weltweiten Allianz von Vodafone und Visa heraus.

Die beiden Unternehmen haben auf dem diesjährigen Mobile World Congress Anfang März in Barcelona angekündigt, gemeinsam eine mobile Bezahllösung für die 398 Millionen Vodafone-Kunden in mehr als 30 Ländern auf fünf Kontinenten anzubieten.

M-Payment auf Basis von Visa-Prepaidkarten und NFC-Technologie


"Die Kartenorganisation Visa bringt ihr globales Zahlungsnetzwerk, ihre Produktpalette und ihre Marke in die Kooperation ein. Diese Partnerschaft ist die derzeit größte zwischen einem weltweiten Zahlungsnetzwerk und einem internationalen Mobilfunkanbieter", heißt es in einer am heutigen Montag von Visa verbreiteten Pressemitteilung.

Die M-Payment-Lösung basiert auf einer Visa-Prepaidkarte. Sie soll Verbrauchern in Zusammenarbeit mit Banken angeboten werden, die Visa-Karten herausgeben. Als voraussichtlicher Starttermin für die Kartenausgabe wird auf Anfrage von derhandel.de das zweiten Quartal 2013 genannt. In Deutschland, England, die Niederlande, Spanien und die Türkei soll die Kooperation beginnen, weitere Länder sollen dann sukzessive folgen.

"Die mobile Geldbörse von Vodafone ist die nächste Stufe der Smartphone-Entwicklung. Sie bietet unseren Kunden einen schnellen, einfachen und bequemen Umgang mit ihren alltäglichen Transaktionen", sagt Vittorio Colao, CEO der Vodafone Gruppe zur Zusammenarbeit mit Visa. "Unsere Lösung wird für jeden Serviceprovider offen sein", betont Colao.
 
Vodafone und Visa wollen den kartenausgebenden Kreditinstituten das mobile Bezahlen weltweit ermöglichen. Die dafür vorgesehene Plattform könne von allen Partnern genutzt werden, zum Beispiel Banken, Einzelhändlern oder Transport- und Versorgungsunternehmen, betonen die beiden Kooperationspartner.

Alle Dienste der mobilen Geldbörse von Vodafone, inklusive des Anteils von Visa, sind nach Angaben der Unternehmen mit den Standards der GSM Association kompatibel, die gerade ratifiziert werden. Die GSMA ist die globale Standardisierungsorganisation der Mobilfunkbranche.

Die Visa-Karte wandert in die SIM-Karte von Vodafone


"Die Kooperation mit Visa ist Teil von Vodafones Mobile-Commerce-Strategie. Sie hat zum Ziel, Verbrauchern eine umfassende mobile Alternative zu Bargeld und Karten zur Verfügung zu stellen. Vodafone spricht dazu mit einer großen Anzahl an Serviceprovidern - darunter Banken, Einzelhändler, Transport- und Versorgungsunternehmen, Veranstalter, Anwendungsentwickler für Smartphones und Werbetreibende", heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung.

Das mobile Bezahlverfahren von Vodafone basiert auf der NFC-Technologie. Damit können verschlüsselte Daten über kurze Distanzen auf sichere Weise übermittelt werden. Der Schutz der Daten wird durch die SIM-Karte und die kontaktlose Zahlungstechnologie gewährleistet. Zusätzlich zur Bezahlfunktion wird die mobile Geldbörse auch Treuepunktprogramme und Geschenkgutscheine beinhalten können, kündigen Visa und Vodafone an.

Wal-Mart und Target arbeiten an einer Branchenlösung


Der Kampf um Zahlungslösungen für das Smartphone gewinnt zunehmend an Dynamik. Der Visa-Konkurrent Mastercard kooperiert auf Länderebene mit mehreren Mobilfunkunternehmen und unter anderem mit Google bei der M-Payment-Lösung Google Wallet. PayPal drängt in den USA und Deutschland mit Macht per Smartphone an den POS und nun verbündet sich Visa mit Vodafone.

Zusammen mit der Deutschen Telekom und O2 verfolgt Vodafone schon seit längerem zudem das Projekt mpass. Alle Protagonisten von M-Payment-Projekten verfolgten in einem Punkt bislang eine einheitliche Strategie: sich möglichst sämtliche Türen und Kooperationspartner offen zu halten, denn für welche Lösungswege sich die Kunden und der Markt letztendlich entscheiden, ist unklar. Insofern ist der gemeinsame Vorstoß von Visa und Vodafone ein Novum.

Mittlerweile scheinen jedoch auch die ersten Handelsunternehmen beim Thema "Zahlungslösungen für das Handy" aufgewacht zu sein, schließlich geht es um wertvolle Kundendaten und -kontakte und nichtzuletzt auch um Transaktionsgebühren.

Laut einem Bericht des Wall Street Journals vom vergangenen Freitag arbeiten die US-Handelsgrößen Wal-Mart und Target gemeinsam an einer Branchenlösung für mobile Zahlungen mit dem Handy. Ziel sei der Aufbau eines Verfahrens, das unabhängig von Banken, Kreditkartenorganisationen und Mobilfunkbetreibern sei, meldet das Blatt unter Berufung auf mit dem Projekt befasste Mitarbeiter.

Hanno Bender

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