Donnerstag 23.02.2012

Technik & Web

NRF-KONGRESS | 18.01.2012

IBM rüstet Abercrombie & Fitch auf, SAP verbessert Prognosen

Die NRF-Messe in New York ist das Mekka für Handels-IT, dort präsentieren unter anderen SAP, Microsoft und IBM ihre neuen Produkte. Der Handel-Redakteurin Sybille Wilhelm berichtet über die wichtigsten Neuigkeiten.

Mekka für Handels-IT: Die NRF-Messe in New York. Foto: S. Wilhelm

Mekka für Handels-IT: Die NRF-Messe in New York

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Die Vereinigten Staaten von Amerika sind gemessen am Bruttoinlandsprodukt die größte Volkswirtschaft der Welt. Und so ist die Messe des 101. Kongresses des Amerikanischen Einzelhandelsverbands "National Retail Federation", kurz NRF, in New York für die Technologieunternehmen, die Handels-IT anbieten, die wichtigste im Jahr. Dementsprechend werden Branchenneuigkeiten am liebsten dort präsentiert.
Für deutsche Händler ist sie deshalb interessant, weil fast alles, was in Übersee passiert, irgendwann auch nach Europa schwappt. Und da 95 Prozent der amerikanischen Einzelhändler kleine und mittlere Unternehmen sind, unterscheiden sich ihre technischen Bedürfnisse für den Geschäftsbetrieb nicht allzu sehr von denen in der Bundesrepublik.

Digitalisierung weiter auf dem Vormarsch


So ist die Digitalisierung auch bei der NRF 2012 das alles dominierende Thema.  Wie können stationäre Händler der "Amazonisierung" der Konsumwelt begegnen? Denn die Kunden sind durch das Internet immer verwöhnter, was Einkaufserlebnis, Service  und Geschwindigkeit angeht. Und die Automatisierung von Beschaffung, Marketing, Vertrieb und Fulfillment-Prozessen unterstützen die Händler dabei, sich  besser um ihre Kunden kümmern zu können.

Die Aussteller bieten dementsprechend Hightech-Lösungen rund um aktuelle Themen Mobile Commerce, Cloud-Computing sowie dem Dauerbrenner Business Intelligence an. Denn hinter allen digitalen Innovationen stehen riesige Datenmengen, die nur so gut sind, wie sie aufbereitet und verknüpft werden.

Erst wenn der Händler sein Wissen der Vergangenheit mit den aktuellen Daten intelligent zusammenbringt und interpretiert, kann er verlässliche Prognosen für die Zukunft erstellen - und merkt sofort, wenn irgendetwas nicht so gut läuft, wie es sollte.

Klicken Sie hier für eine Bildergalerie mit Impressionen der NRF-Messe

SAP investiert in bessere Vorhersagen


Auf der diesjährigen NRF hat die Walldorfer SAP AG beispielsweise angekündigt, ihr Lösungsportfolio für den Einzelhandel mit der vollständigen Akquisition der "SAF Simulation, Analysis and Forecasting AG" zu erweitern.

Von dem Kauf des Anbieters von automatischen Prognose- und Bestellsystemen verspricht sich SAP, die eigene Anwendung "Forecasting and Replenishment" um Funktionen zu ergänzen, mit denen Handelsunternehmen sowohl Lieferengpässe als auch Überschüsse vermeiden, ihre Kosten senken und ihre Regale optimal auslasten können sollen.

Damit sollen Einzelhändler und Konsumgüterunternehmen in die Lage versetzt werden, den Warenfluss in ihren Lieferketten durch die Analyse des aktuellen Nachfragenverhaltens ihrer Kunden in Echtzeit zu steuern.

Die neue Version der Vorhersage-Software soll ab dem zweiten Quartal 2012 allgemein verfügbar sein. Die Lösung unterstütze unter anderem die mehrstufige Nachschubsteuerung, das so genannte "Multi Level Replenishment". So könne der Warenfluss aus den Distributionszentren und Lagern der Lieferanten durch zielgenaue Prognosen aus den Filialen bedarfsgerecht gesteuert werden.

Microsoft mit Multichannel-Unterstützung


Der kalifornische Softwaregigant Microsoft hat unterdessen in New York den Start der Software "Microsoft Dynamics AX 2012 for Retail" am 1. Februar für 25 Länder angekündigt.

Die Software richtet sich an kleine, expansive und mittlere Handelsunternehmen und soll so einfach wie möglich machen, Aktivitäten auf den verschiedenen Verkaufskanälen sowie im Social- und Mobile Commerce zu integrieren und die Kundeninformationen auch im stationären Geschäft zu nutzen - für ein "konsistentes, komfortables und personalisiertes Einkaufserlebnis", wie es Fred Studer, General Manager  ERP Product Management Group, Microsoft Business Solutions, ausdrückt.

IBM macht Abercrombie & Fitch fit für Online-Wachstum


IBM wiederum hat auf der NRF-Konferenz bekannt gegeben, dass der Modehändler Abercrombie & Fitch auf IBM-Software setzt: Der Konzern, zu dem die Marken Abercrombie & Fitch, Hollister Co, abercrombie kids und Gilly Hicks gehören, will mit seinem Onlinegeschäft groß raus.

"Unser E-Commerce- und Cross-Channel-Betrieb wächst drastisch in den kommenden Jahren", kündigte John Deane, Senior Vice President und Chief Information Officer bei Abercrombie & Fitch Co, an. "Wir benötigen eine Lösung, die im Laufe der Zeit Maßstäbe setzt, die internationale Expansion stärkt und unseren Cross-Channel-Commerce unterstützt."

Sybille Wilhelm, New York

In der Februar-Ausgabe von Der Handel sehen Sie weitere Highlights der NRF 2012

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