Montag 21.05.2012
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Die US-Website 6pm.com hat durch Preisfehler sehr viel Geld verloren.
Die falschen Preise seien von Mitternacht bis 6.00 Uhr Westküsten-Ortszeit am Freitag ausgewiesen worden, berichtete der Onlinehändler Zappos, zu dem 6pm.com gehört, am Wochenende. Man werde alle Bestellungen erfüllen.
Derartige Preisfehler sind im Onlinehandel keine Seltenheit und ein Unternehmen kann damit schnell viel Geld verlieren - die Schnäppchen sprechen sich schnell in Internetforen und Blogs herum. Durch eine Panne hat 2009 zum Beispiel Otto.de teure Mac-Notebooks für nur 49,90 Euro angeboten.
Ungewöhnlich ist dagegen, dass eine Website selbst so ausführlich darüber berichtet. Normalerweise versuchen die Händler, in solchen Fällen kein großes Aufsehen zu erregen. Es kam immer wieder auch zu Prozessen, wenn Onlinehändler sich unter Hinweis auf die Offensichtlichkeit eines Fehlers weigerten, die Waren zu dem genannten Preis auszuliefern. Erst recht ungewöhnlich ist, dass eine Firma die Höhe der Verluste nennt.
Marketingkampagne oder Versehen?
Die auffällig entspannte Reaktion von Zappos und Berichte von Internetnutzern, die in der fraglichen Zeit auch deutlich höhere Preise auf der Website beobachtet hätten, ließen in Internetblogs schnell den Verdacht aufkommen, dass es sich hier um eine Marketingkampagne handeln könnte, um 6pm.com bekannter zu machen.
Das Unternehmen räumte ein, dass entgegen ersten Angaben nicht das gesamte Sortiment zu 49,95 Dollar verkauft wurde, hielt aber ansonsten an seiner Darstellung fest.
Das Geschäftsmodell von 6pm.com ist, Markenartikel mit erheblichen Rabatten zu verkaufen. Zappos wurde im vergangenen Jahr vom weltgrößten Einzelhändler Amazon.com übernommen.
dpa
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