Technik & Web

POS-TECHNOLOGIE | 03.10.2012

Die Zukunft des Einkaufens wird smarter

Die Zukunft des Einkaufens soll unkomplizierter, emotionaler und individueller werden. Neue Technologien kommen bei Verbrauchern gut an, hat ein Expertenteam im Auftrag von eBay herausgefunden.

Neue Technologien werden das Einkaufen erleichtern - und verändern.

Neue Technologien werden das Einkaufen erleichtern - und verändern.

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In Zukunft wird sich kein Verbraucher mehr über einen vergessenen Einkaufszettel ärgern. Stattdessen wird er vom Supermarkt aus über sein Mobiltelefon mit Hilfe elektromagnetischer Wellen überprüfen können, ob noch ausreichend Milch und Saft im Kühlschrank sind.

Dieses Szenario sehen jedenfalls die Experten im Rahmen des Projektes "Die Zukunft des Handels" voraus, mit deren Hilfe das Onlineportal eBay durch Interviews, Verbraucherumfragen und Workshops Einblicke in die zukünftige Entwicklung des Handels und die langfristigen Trends beim Ein- und Verkaufen gewinnen will. derhandel.de veröffentlicht die zentralen Ergebnisse der Untersuchung exklusiv vorab.

Über die sogenannte RFID-Technologie hinaus, die die automatische Identifizierung und Lokalisierung von Produkten ermöglicht, werden technische Neuerungen Verbrauchern in Zukunft einen unkomplizierteren und persönlicheren Einkauf ermöglichen, sagen die Fachleute heraus, zu denen unter anderem Professor Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein, Thomas Bendig vom Fraunhofer Verbund für Informations- und Kommunikationstechnologie und Robert A. Wieland, Geschäftsführer von TNS Infratest GmbH gehören.

Die Kunden informieren sich gern per Smartphone


Bereits vorhandene innovative Technologien, wie der Abruf von Produktinformationen über das Mobiltelefon im Ladengeschäft, kommen bei den Konsumenten gut an: 60 Prozent der Verbraucher hat bereits mindestens einmal mit dem Mobilfunkgerät Barcodes gescannt, ein gutes Viertel der Befragten (27 Prozent) bereits mehrfach.

Grafik: eBay

Die Zukunft des Einkaufens. Wo kauft der Konsument künftig ein?

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Fast jeder dritte Mann (32 Prozent) und etwa jede fünfte Frau (21 Prozent) nutzt häufiger Barcode-Scanner, Menschen unter 46 Jahren (21 Prozent) eher als ältere (18 Prozent). Etwas weniger vertraut sind die Konsumenten mit QR-Code-Scannern. Fast die Hälfte der Verbraucher (48 Prozent) hat bereits mindestens einmal QR-Codes gescannt, jeder Fünfte griff schon mehrfach auf diese Anwendung zurück. Jeder vierte Mann (26 Prozent) und jede achte Frau (12 Prozent) gab an, oft QR-Code-Scanner zu nutzen.

Augmented Reality wird Bestandteil der Einkaufswirklichkeit

 
Die Experten sagen voraus, dass Augmented Reality zukünftig ein wichtiger Bestandteil des Einkaufs sein wird: Denkbar wäre es zum Beispiel, dass Verbraucher zukünftig direkt vor dem Ladenregal mit einem Schwenk ihres Mobiltelefons den individuellen Preis erfahren, der ihnen dank Treuekarte zusteht, oder personalisierte Produkthinweise abrufen können. Praktisch sei das zum Beispiel für Allergiker, die dann nicht mehr die kleingedruckten Inhaltsstoffe lesen müssten.

Verbraucher sind Neuerungen im Bereich der Augmented Reality gegenüber sehr aufgeschlossen: Mehr als drei Viertel der Befragten halten es für möglich, dass sie in Zukunft Produkte oder Bilder in ihrer Umgebung mit dem Mobiltelefon scannen können, um zusätzliche Informationen zu erhalten (78 Prozent).

Grafik: ebay

Wie werden sich Smartphones und "Smart Devices" verändern?

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Auch eine Applikation, die auf Basis einzelner Elemente eines Outfits Vorschläge zu Kombinationsmöglichkeiten gibt, ist für die Mehrheit der Verbraucher der Umfrage zufolge realistisch (68 Prozent). In Zukunft virtuell Kleidung anprobieren zu können, hält die Hälfte der Verbraucher für möglich. Die Grenzen der Augmented Reality liegen für Konsumenten in der Einbindung des Tastsinns: Nur 15 Prozent der Konsumenten können sich vorstellen, dass Produkte mit dem Mobiltelefon auch haptisch fühlbar sein werden.

"Den Verbrauchern kann mit Augmented Reality ein persönlicheres und aufregenderes Einkaufserlebnis geboten werden. Den Händlern ermöglichen die neuen Technologien, ihre Produkte innovativer und emotionaler zu präsentieren", sagt Martin Tschopp, Geschäftsführer von eBay in Deutschland. Seiner Meinung nach werden die Möglichkeiten, die Augmented Reality bietet, heute noch häufig unterschätzt. "Wir haben Augmented Reality-Elemente in unsere Fashion-App integriert und werden die Nutzung entsprechender Technologien in der Zukunft sicher weiter ausbauen", so Tschopp.

Die "Smart Devices" werden sich stark verändern


Smart Devices spielen eine zentrale Rolle bei dieser Entwicklung. Ihr Aussehen und ihre Steuerung werden sich stark verändern. Laut der Zukunftsforscher wird die Bedienung in Zukunft über Sprache und Gestik möglich sein.

Grafik: ebay

Welche neuen Technologien akzeptieren die Verbraucher?

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Die Verbraucher sind hier ähnlich optimistisch: An Sprachsteuerung glauben 84 Prozent der Konsumenten, immerhin knapp die Hälfte (47 Prozent) hält eine Bedienung über Gesten für möglich. Einig sind sich Konsumenten und Experten darin, dass Smart Devices auf absehbare Zeit externe Geräte bleiben und nicht Teil des Körpers werden - obwohl dies 8 Prozent der Verbraucher durchaus attraktiv fänden.

Über das Aussehen der Geräte treffen Experten und Verbraucher unterschiedliche Vorhersagen. Während einige Experten High-Tech-Geräte wie Brillen oder Uhren mit vollwertigen Computersystemen voraussagen, sind Konsumenten hier eher zurückhaltend: Smart Devices in Uhrenform sind für weniger als ein Drittel der Verbraucher vorstellbar (31 Prozent). Mobiltelefone in der Form von Brillen, die zusätzliche Produktinformationen anzeigen, kann sich nur jeder fünfte Konsument (21 Prozent) vorstellen, auch wenn jedem vierten diese Vorstellung gefällt.

"Neben der Augmented Reality wird sich auch das Konzept der 'Augmented Identity' durchsetzen, die unsere persönliche Identität um eine digitale Komponente erweitert", urteilt Thomas Bendig, Geschäftsführer des Fraunhofer-Verbundes IuK-Technologie und Teilnehmer beim Projekt "Zukunft des Handels". "Dies speist sich aus unseren Daten im Netz, wie Communities oder dem digitalen Personalausweis. Um uns durch die Datenflut zu navigieren, gleicht sie persönliche Daten, Interessen und aktive Such- und Dienstanfragen mit der realen Umgebung und uns umgebenden smarten Objekten und anderen Akteuren ab", sagt Bendig.

hb

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