Technik & Web

CLOUD-TELEFONIE | 04.07.2012

Telefonieren in der Wolke

Immer mehr Händler legen ihre altmodische Telefonanlage still. Und das völlig zur Recht: Es gibt bessere und billigere Alternativen. Die Cloud-Technologie machts möglich.

Telefonieren im Büro: günstige Alternativen. Foto: Deutsche Telekom

Telefonieren im Büro: günstige Alternativen. Foto: Deutsche Telekom

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Ronald Reschke erfüllt Frauenträume - er verkauft Handtaschen. Und wie bei den meisten Onlinehändlern, so macht auch sein Portal fashionette.de im Vorweihnachtsgeschäft doppelt so viel Umsatz wie in der übrigen Zeit. Dann glühen die Drähte, und der Unternehmer beschäftigt zusätzliche Mitarbeiter im telefonischen Kundenservice.

Für Reschke kein Grund zur Aufregung: "Die vier bis fünf Telefone, die ich dann zusätzlich brauche, habe ich in jeweils zwei Minuten angeklemmt. Und wenn ich die Leitungen, die mich monatlich nur jeweils fünf Euro kosten, ab Februar des neuen Jahres nicht mehr brauche, dann stöpsele ich sie einfach wieder ab - das war es".

Das internetbasierte Cloud-Computing krempelt den IT-Markt um: Erst Datenspeicher, dann Software und jetzt auch noch Telefonie. Sehr zur Freude gerade kleinerer und mittlerer Unternehmen. Denn die Kommunikation aus der Wolke ist in den allermeisten Fällen deutlich günstiger als das Gesamtpaket aus Vertrag bei einem herkömmlichen Telefonanbieter, den Kosten für die Telefonanlage plus Wartung sowie den Apparaten.

"Die von uns erstellten Fallstudien belegen, dass Telefonie aus der Cloud Unternehmen bereits heute viele Vorteile bringt", sagt etwa Andreas Stiehler, Director Research bei Berlecon. Die Analysten aus dem Beratungsunternehmen für Kommunikationslösungen haben den neuen Trend anhand einer Fallstudie untersucht. Ihr Fazit: "So verzeichneten alle drei Unternehmen unterm Strich neben einer höheren Flexibilität auch deutliche Kostenvorteile."

Ausgewählte Tarife für Cloud-Telefonie

Ausgewählte Tarife für Cloud-Telefonie

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Problemloser Umstieg


Dabei ist der Umstieg von der herkömmlichen Telefonanlage für Händler völlig problemlos zu bewältigen. Das Unternehmen benötigt lediglich eine schnelle und stabile Internetverbindung und ein sogenanntes IP-Telefon. Für Puristen gibt es zudem noch die Möglichkeit eines "Softphones". Dabei handelt es um ein geeignetes Headset, telefoniert wird dann mittels PC oder etwa Laptop.

Angeschlossen werden beide Geräte dann nur noch an das Netzwerk (Ethernet), ähnlich wie ein PC, mit dem man ins Internet gehen möchte - fertig. Besonders schmackhaft gemacht wird dieser Umstieg Unternehmen gleich aus mehreren Gründen.

Erstens lockt der Preis: Nebenstellen kosten bei einem Cloud-Anbieter meistens nicht mehr als fünf Euro monatlich, ebenso lassen sich diese monatlich kündigen, und es gibt keine überbordende Vertragslaufzeit. Das ist ein großes Plus, beispielsweise in saisonal bedingten Lastspitzen.

Zudem bietet das internetbasierte Telefonieren grundsätzlich günstige Gesprächstarife und unschlagbare Preise für Auslandsverbindungen. Vereinfacht ausgedrückt: Durch das Überbrücken weiterer Entfernungen über das Web müssen nur noch lokale Gespräche bezahlt werden.

Zweiter Vorteil: die technischen Feinheiten. Denn durch die IT-Anbindung lassen sich andere Kommunikationskanäle wie SMS, E-Mail oder Fax mühelos in die Cloud-Telefonie integrieren. So kann sich der Händler etwa eingehende Faxe als E-Mail weiterleiten und auf seinem Handy anzeigen lassen.

Funktionen wie Anklopfen, Rufweiterleitung auf eine Nebenstelle oder ein Mobiltelefon sind ebenfalls enthalten und meistens kostenlos oder zumindest preiswerter als bei herkömmlichen Anbietern.

Integration der Warenwirtschaft


Der Clou sind jedoch Kommunikationsdienste mit der Integration der betriebswirtschaftlichen Software oder etwa der Warenwirtschaft. Ruft dann beispielsweise ein Kunde an, bekommt der Mitarbeiter im Büro sofort dessen Kontaktdaten samt den letzten Aktionen - Bestellung, Kauf, Beschwerde oder ähnliches - auf seinem Telefon oder gleich auf dem PC-Bildschirm angezeigt.

Konfiguriert wird die ganze Sache komfortabel über den Internetbrowser, und für schwierigere Fälle halten die Anbieter auch einen kostenpflichtigen Support bereit.

Besonders für mobile Mitarbeiter eignet sich auch die Funktion "Parallel Ringing", bei der es auf Wunsch parallel auf verschiedenen Telefonen klingelt - auf Festnetz, Handy oder IP-Telefon.

Diese Vielfalt weiß auch Ronald Reschke zu schätzen: "Bei uns steckt die Konfiguration sozusagen in den Geräten. So dass man ein Telefon in der Firma ausstecken kann und einfach am nächsten verfügbaren Internetanschluss, auch in einer anderen Stadt, anschließen kann und sofort wieder unter derselben Rufnummer erreichbar ist."

Gerade für Filialisten ist das ein schlagkräftiges Argument oder für Unternehmen, die schnell wachsen und dementsprechend oft umziehen müssen.

Fazit: Es gibt keinen guten Grund mehr, sich von den altmodischen grauen Kästen aus dem Serverkeller zu verabschieden; in technischer sowie auch in finanzieller Hinsicht ist Cloud-Telefonie den bedeutenden Schritt weiter.

Sven Hansel

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