Technik & Web

EBAY | 19.07.2012

eBay verdoppelt Quartalsgewinn

Der Onlinehändler eBay legt weiterhin ein beeindruckendes Wachstumstempo vor. Immer mehr Kunden zahlen über die Zahlungstochter PayPal und kaufen per Smartphone ein.

eBay wächst weiter . Foto: eBay

eBay wächst weiter . Foto: eBay

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Während klassische deutsche Versender wie Neckermann straucheln, startet eBay durch: Die Einnahmen für das zweite Quartal stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 2,77 Milliarden Euro), meldet der Onlinehändler.
 
Den Nettogewinn gibt das Internetunternehmen nach dem amerikanischen Rechnungslegungssystem GAAP mit 692 Millionen Dollar (564 Millionen Euro) an - mehr als doppelt so viel wie im 2. Quartal 2011 (283 Millionen Dollar). Die Zahlungs-Tochter PayPal konnte ihren Umsatz demnach um 26 Prozent steigern, die Marktplätze immerhin um 9 Prozent.

"Wir haben ein großartiges zweites Quartal geliefert, getrieben von den Leistungen der eBay-Marktplätze, PayPal und erfolgreichen GSI-Kunden", wird Firmenchef John Donahoe in einer Pressemitteilung zitiert. Der vor gut einem Jahr übernommene Handelsdienstleister GSI unterstützt Firmen unter anderem beim Betrieb von Onlineshops.

"Unser gesamtes Unternehmen ist stark, aber die eBay-Marktplätze haben das stärkste organische Wachstum des Brutto-Volumens seit 2006 geliefert", so Donahoe.

eBay hat eigenen Angaben zufolge inzwischen 104,8 Millionen aktive Nutzer auf der ganzen Welt. Das bedeutet einen Zuwachs von acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Auch PayPal legt deutlich zu


Offenbar findet aber auch PayPal immer mehr Anhänger: Der Zahlungsabwickler beendete das Quartal mit 113,2 Millionen aktiven registrierten Konten – eine Steigerung von 13 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2011.

Der PayPal-Umsatz stieg demnach um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das liegt auch an der "verstärkten Penetration bei eBay", wie es in der Pressemitteilung umschrieben wird.

Denn die hauseigene Zahlungsabwicklung zu nutzen, ist nicht immer eine ganz freiwillige Entscheidung der Onlinekunden. So wollte eBay auch in Deutschland eigentlich in diesem Sommer die komplette Zahlungsabwicklung übernehmen, so dass die ersteigerten oder gekauften Artikel nicht mehr direkt beim Verkäufer, sondern zunächst an eBay bezahlt werden müssen.

Allerdings verschiebt sich die neue Zahlungsabwicklung, weil die deutsche Finanzaufsichtsbehörde BaFin dem amerikanischen Online-Marktplatz einen Strich durch die Rechnung gemacht hat: Um die neue Bezahlmethode einzuführen, muss eBay erst noch eine Lizenz erwerben.

Wachstum mobil und am Point of Sale


Die eBay-Zahlungstochter hat aber noch einige Ideen, wie sie im Internet und im "echten" Leben wachsen kann: "PayPal setzt weiterhin auf die Vision, jederzeit und überall bezahlen zu können", heißt es in der Pressemitteilung. Vor allem im Mobilfunk und am Point of Sale verspricht der Zahlungsdienstleister weitere Innovationen.

Denn der Einkauf über mobile Geräte boomt aktuell: In diesem Jahr rechnet Firmenchef Donahoe hier mit einem Handelsvolumen sowie mit PayPal-Zahlungen von jeweils 10 Milliarden Dollar – doppelt so viel wie im vergangenen Jahr.

Finanzbranche begeistert


Mit seinen Geschäftszahlen übertraf eBay die Erwartungen der Analysten. Die Aktie stieg nachbörslich um knapp 5 Prozent, nachdem sie bereits im Laufe des regulären Handels um fast 4 Prozent zugelegt hatte.

Nun erwartet die Branche mit Spannung die Zahlen von Amazon: Der weltgrößte Onlinehändler legt seine Zahlen in einer Woche vor und hat ebenfalls bis zuletzt ein beeindruckendes Wachstum hingelegt.

Allerdings nagten hohe Investitionen etwa in neue Versandzentren sowie Kampfpreise am Gewinn. Anders als eBay tritt Amazon auch selbst als Verkäufer auf, während eBay nur von den Gebühren seiner Nutzer lebt.

Sybille Wilhelm

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