Technik & Web

M-COMMERCE | 16.07.2011

Smartphone sorgt für Transparenz

Kunden können mit dem Smartphone noch im Laden weitreichende Produktinformationen abrufen. Das Barcode-Datenprofil soll nun standardisiert werden.

Foto: Barcoo

Während des Dioxinskandals konnten Verbraucher noch im Supermarkt prüfen, ob ein Ei belastet war.

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Die Idee ist bestechend: Der Kunde scannt mit der Handykamera den Barcode auf einer Verpackung und erfährt viel mehr, als die Produktverpackung allein aus Platzgründen hergeben kann: Informationen zur Qualität, Testberichte, Nährwertangaben oder Allergene. "Extended Packaging" nennt man das neudeutsch.

Doch die Produktinformationen sind nur so gut, wie die Daten dahinter vertrauenswürdig sind. Daher setzt sich die Standardisierungsorganisation GS1 Germany nun verstärkt für die Validität der Produktdaten ein.

Informationen aus erster Hand


"Der Barcode ist der Schlüssel, um Informationen zu erhalten, die nicht auf der Verpackung stehen. Hierfür arbeiten wir an einer „Trusted Data Infrastruktur", die sicherstellt, dass diese Informationen auch vertrauenswürdig sind und aus erster Hand kommen", erläutert GS1-Germany-Geschäftsführer Jörg Pretzel.

"Der Hersteller hat zurzeit die Hoheit über seine Daten so gut wie verloren. Die meisten Informationen kommen aus den Weiten des Internets, sind häufig fehlerhaft oder nicht aktuell."

Barcoo-App


Das will Barcoo ändern: Das Berliner Unternehmen stellt eine App für die Produktinformationen zur Verfügung, die sich aus verschiedenen Quellen speist. Informationen zu Preisvergleichen tragen die Nutzer selbst ein - mehr als 2,8 Millionen Europäer haben derzeit die Anwendung auf ihr Mobiltelefon geladen.

Ebenso stammen mehr als 500.000 Nährwertangaben bei Barcoo von Verbrauchern. Weitere Datenlieferanten sind aber unter anderem auch die Verbraucherzentrale Hamburg, TransFair und testberichte.de.

"Uns ist es sehr wichtig, dass die Daten, die über Barcoo gefunden werden, valide sind", erläutert Benjamin Thym, Geschäftsführer der Barcoo-Mutter Checkitmobile. "Schließlich wollen wir unsere Nutzer mit richtigen Angaben versorgen. Greift beispielsweise ein Allergiker nach dem falschen Produkt, weil unsere Angaben unvollständig oder unrichtig sind, ist das Image des Herstellers angegriffen und unseres noch dazu."

Deshalb arbeite Barcoo in der Arbeitsgruppe bei GS1 Germany mit an einem standardisierten Datenprofil, das Verbraucher mit validen Daten versorgen soll.

Beispiel Rewe Nüsken


Der Lebensmittelhändler Nüsken bietet neben den wöchentlichen Angeboten für seine sieben Rewe-Märkte rund um Dortmund auf seiner App auch einen Weinberater, eine Gewürzfibel und eine Datenbank an, in der Lebensmittelzusätze definiert sind. Das Familienunternehmen nutzt dazu die Informationen des Bundesgesundheitsamtes und der Verbraucherzentrale Berlin, die Datenpflege beschäftigt zweieinhalb Bürokräfte wöchentlich je eine Stunde.

Ein Aufwand, der sich für den Händler lohnt: "Wir haben in Deutschland einen hohen Nachholbedarf in Sachen Lebensmittelwissen", ist Marcus Nüsken überzeugt. "Bei der App-Nutzung ist daher noch sehr viel vorstellbar."

Sybille Wilhelm

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