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TIERBEDARF | 09.02.2012

Fressnapf setzt auf die Multichannnel-Karte

Fressnapf verzeichnete 2011 wieder ein Umsatzplus. Der Spezialist für Tierbedarf will nun auch online durchstarten - und sich durch die Verzahnung der Vertriebskanäle Wettbewerbsvorteile sichern.

Die Tierbedarfskette Fressnapf will weiter wachsen. Foto: Fressnapf

Die Tierbedarfskette Fressnapf will weiter wachsen und auch online durchstarten. Foto: Fressnapf

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Tierliebe hat immer Konjunktur: Inmitten von Euro- und Bankenkrise sehnen sich Menschen offenbar nach einer intakten Welt und legen besonderen Wert auf ihr Heim – Haustiere inklusive. Dieses Verhalten, das Trendforscher als "Homing" oder "Cocooning" bezeichnen, lässt auch die Umsätze der Tierbedarfs-Fachmarktkette Fressnapf weiter wachsen.

Wie das in Krefeld ansässige Unternehmen meldet, konnte Fressnapf mit 1,36 Milliarden Euro in insgesamt elf europäischen Ländern 2011 seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 5,2 Prozent steigern. In Deutschland lag der Umsatz inklusive des 2009 eröffneten Onlineshops bei 913,5 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

In zehn weiteren Ländern, in denen Fressnapf unter dem Namen Maxi Zoo firmiert, habe der Umsatz im Geschäftsjahr 2011 bei 448,9 Millionen Euro gelegen. Das entspricht einem Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Wachstum ist vor allem der Expansion geschuldet: Insgesamt verzeichnet das Unternehmen eigenen Angaben zufolge auf bestehender Fläche ein Umsatzplus von knapp über einem Prozent.

Wachsen mit "Future Store" und großen Märkten


Die Gesamtzahl der Fressnapf-Märkte ist im Geschäftsjahr 2011 auf 1.193 gestiegen. Das Unternehmen verkauft nun in Deutschland Tiernahrung und -zubehör in 810 und im europäischen Ausland in 383 Märkten.

Im vergangenen Jahr haben 56 neue Märkte ihre Türen geöffnet, 23 davon in Deutschland. Fressnapf hatte Ende 2011 zudem 23 XXL- und 12 Megazoo-Märkte mit Verkaufsflächen von 1.000 Quadratmetern und mehr.

Alle neuen Märkte, die 2011 eröffnet haben, folgen dem Konzept "Future Store". Der Händler will Herrchen und Frauchen in diesen Läden mit frischen, hellen Farben und einer emotionalen Kundenansprache begeistern.

Aktuell betreibt Freßnapf und seine Franchisepartner rund 90 dieser "Future Stores" in Deutschland. Bis 2016 sollen alle Standorte in Deutschland zu solchen Fachmärkte umgerüstet werden.

Mit neuen Konzepten Wettbewerb trotzen


Mit dem "Future Store"-Konzept will Fressnapf dem härter werdenden Wettbewerb trotzen und seine Marktposition behaupten und ausbauen: "Stationär wie online haben wir mehr Mitbewerber als in der Vergangenheit. Die Handelslandschaft im Heimtiermarkt verändert sich", sagt Firmenchef Torsten Toeller. "Wir optimieren unsere Märkte, das Sortiment, die Prozesse, setzen auf Weiterbildung der Mitarbeiter und steigern den Kundenservice."

So solle beispielsweise das Geschäft auf der Verkaufsfläche vom Bestellwesen über die Lagerung bis hin zum Kassiervorgang optimiert werden. Zudem wollen die Krefelder mit einem Ausbau des Seminarangebots der Fressnapf-eigenen Akademie und dem neu eingeführten E-Learning die Beratungsqualität der Mitarbeiter in den Märkten steigern. 

Fressnapf will ernsthaft Cross-Channel betreiben


Durchstarten will der größte stationäre Händler für Tierbedarf nun auch Online und verspricht "massive Investitionen" auf allen Vertriebskanälen. Das erklärte Ziel sei, auf allen Verkaufskanälen die Nummer 1 zu werden.

Das ist vor allem eine Kampfansage an Zooplus: Das Unternehmen mit Sitz in München hat seit 1999 einen Onlineshop für Tiernahrung und -zubehör an und ist eigenen Angaben zufolge Marktführer in Deutschland und Europa. Für das Geschäftsjahr 2011 beziffert der Fressnapf-Konkurrent seinen Umsatz auf 256,2 Millionen Euro, was einem Plus zum Vorjahr von rund 32 Prozent entspricht.

Fressnapf hatte in Deutschland im Jahr 2009 – also zehn Jahre später als Zooplus – und in der Schweiz Anfang 2012 einen Onlineshop eröffnet. Die nächsten Fressnapf-Landesgesellschaften, die einen eigenen Webshop bekommen, sollen Österreich und Dänemark sein, weitere Länder sollen folgen.

"Cross-Channel-Retailing ist eine riesige Herausforderung. Wir werden hart daran arbeiten, unsere Märkte eng mit der Onlineplattform zu vernetzen", so Toeller. "Die Cross-Channel-Philosophie ist ein echter Quantensprung und wird uns einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil sichern."

Stationäre Expansion nach Polen


Fressnapf hat zudem beschlossen, im Jahr 2012 in den polnischen Heimtiermarkt einzutreten. Polen wird ´somit der zwölfte Markt für Fressnapf. Zurzeit sondiere das Unternehmen den polnischen Immobilienmarkt, um passende Flächen für sein Konzept zu finden. Die ersten Märkte will Fressnapf in Warschau eröffnen.

Polen erweise sich bevölkerungsstatistisch und volkswirtschaftlich als großer, stabiler und damit attraktiver Markt für eine Fachmarktkette wie Fressnapf. Mit 7,3 Millionen Hunden und 5,6 Millionen Katzen habe Polen eine große Haustier-Population und somit Wachstumspotenzial, so das Unternehmen.
 
Sybille Wilhelm

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