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DISTANZHANDEL | 12.02.2013

Onlinehändler freuen sich über Rekordjahr 2012

Der Gesamtumsatz des Online- und Versandhandels ist 2012 zweistellig gewachsen und hat alle Rekorde gebrochen. Der Anteil am gesamten Einzelhandel beträgt nun fast 10 Prozent

Alles aus dem Netz: Onlinehandel boomt. Foto: 1&1

Alles aus dem Netz: Onlinehandel boomt. Foto: 1&1

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Der Erfolg des "Interaktiven Handels" setzt sich rasant fort: Der Gesamtumsatz des deutschen Online- und Versandhandels legte im Jahr 2012 um 15,6 Prozent auf 39,3 Milliarden Euro zu.

Das ist nicht nur ein neuer Rekordumsatz, wie der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) im Rahmen seiner Jahrespressekonferenz in Hamburg mitteilte. Vielmehr sei auch der Anteil am gesamten Einzelhandel um ein Prozentpunkt auf den neuen Spitzenwert von 9,2 Prozent gestiegen, heißt es in der bvh-Studie "Interaktiver Handel in Deutschland 2012", die am Dienstag vorgestellt wurde.

"Die aktuellen Zahlen belegen einmal mehr, dass unsere Branche ein stetiger Wachstumstreiber für den deutschen Handel ist. Neben steigender Kauffrequenz und wachsenden Warenwerten ist es vor allem die zunehmende Zahl an Käufern, die die Basis für dieses phantastische Ergebnis schaffen", erläuterte Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bvh.

Thomas Lipke, Präsident des bvh und Geschäftsführer des Multichannel-Outdoorhändlers Globetrotter, verwies allerdings auch auf die sinkenen Margen im interaktiven Handel. "Bei den Unternehmen sieht es nicht überall rosig aus, da ist der Margenverfall angekommen."

Wachstumstreiber E-Commerce


Das Onlinegeschäft machte im Jahr 2012 demnach noch einmal einen gewaltigen Sprung: Im Vergleich zu 2011 sei der Umsatz im vergangenen Jahr allein im E-Commerce um 5,9 Milliarden auf 27,6 Milliarden Euro gestiegen; das entspreche einem prozentualen Wachstum von 27,2 Prozent.

Bei den Bestellmedien baut dem bvh zufolge das Internet seinen Vorsprung gegenüber Katalog & Co. weiter aus: Lag 2011 der Umsatzanteil hier noch bei 63,8 Prozent, waren es 2012 bereits 70,2 Prozent.

"E-Commerce ist für die Konsumenten längst ein alltägliches Geschäft. Die prozentuale Zunahme in diesem Segment unterstreicht die Entwicklungen der vergangenen Jahre und bestätigt die Bedeutung des E-Commerce für den Interaktiven Handel als Wachstumstreiber", so Lipke.

"Zudem haben sich mit Mobile und Social Media zwei wesentliche Kanäle im E-Commerce-Geschäft etabliert, die diese Entwicklung beschleunigen", betonte Lipke.

Frauen bleiben der Studie zufolge mit einem Anteil von mehr als 55 Prozent der größte Umsatzträger für den Online- und Versandhandel. Zudem war der Kauf auf Rechnung auch im Jahr 2012 die beliebteste Zahlweise der Kunden.

"Reine" Onlinehändler legten deutlich zu


Im Jahr 2012 gab drei große Gewinner, die ihre Gesamtumsätze deutlich steigerten. Auf Platz Eins rangieren dem Verband zufolge die "reinen" Onlinehändler, die so genannten Internet-Pure-Player.

Sie legten 2012 gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent zu, gefolgt von stationären Händlern, die zusätzlich im Netz oder per Katalog aktiv sind. Diese Multichannel-Anbieter verzeichneten ein Wachstum von 22 Prozent. Auch die Teleshopping-Versender konnten ihr Geschäft demzufolge um 7 Prozentpunkte ausbauen.

Bei den reinen Online-Umsätzen gab es ebenfalls drei eindeutige Gewinner. Besonders hervorzuheben seien hier die Teleshopping-Versender, die gegenüber dem Vorjahr um 57 Prozent zugelegt haben. Es folgten die Internet-Pure-Player mit einem Umsatzwachstum von 42 Prozentpunkten sowie die stationären Händler, die ihr Onlinegeschäft um 35 Prozentpunkte steigern konnten.

Interesse an Bekleidung ungebrochen


Auch 2012 war Mode wieder das beliebteste Segment: Mit 10,78 Milliarden Euro war die Bekleidung die mit Abstand umsatzstärkste Warengruppe - dies entspricht einem Plus von 11 Prozent zum Vorjahr.

Platz Zwei belegt die Kategorie Unterhaltungselektronik und Elektronikartikel, die um 25 Prozent auf 4,08 Milliarden Euro zulegen konnte. An dritter Stelle rangieren Bücher mit 2,59 Milliarden Euro Umsatz - ein Wachstum von 10 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Jahr.

Im Onlinegeschäft wurden neben den Waren im Wert von 27,6 Milliarden Euro 2012 auch digitale Güter wie Flugtickets, Pauschalreisen, Tickets für Veranstaltungen oder Fahrkarten im Wert von 9,7 Milliarden Euro gekauft. Für 2012 ergab sich damit eine Umsatzsteigerung von rund 21 Prozent bei den digitalen Gütern.

"Der Zuwachs im Bereich Dienstleistungen in 2012 im Vergleich zum Vorjahr ist dem Anstieg bei Reisen, vor allem Pauschalreisen, geschuldet. Nach den für die Reisebranche eher schwächeren Jahren 2009 und 2010, haben sich mit der konjunkturellen Erholung die Ausgaben der Deutschen für Reisen insgesamt wieder deutlich erhöht", beobachtet Jens Krüger, Geschäftsführer des Forschungsinstituts TNS Infratest, das die bvh-Studie erstellt hat.

Gute Aussichten für 2013


Angesichts der Rekordzahlen ist die Branche optimistisch, dass auch das Jahr 2013 erfolgreich wird. Aktuell schätzt der bvh das Umsatzwachstum auf 10,6 Prozent beim gesamten Interaktiven Handel, das entspricht einer Summe von 43,5 Milliarden Euro.

"Mit Mobile und Social Media haben sich zwei Trends etabliert, die als crossmediale Schnittstellen wachsende Verwendung finden. Wir sind gespannt wie die Verknüpfung dieser Kanäle als Teil der Multichannel-Strategien voranschreitet", sagte Christoph Wenk-Fischer.

"Auch die Vernetzung von Offline- und Onlinekanälen bleibt ein branchenrelevantes Thema. Für die Händler bleibt die Bedarfsweckung und Bedarfsdeckung verschiedener Zielgruppen durch unterschiedliche Kanäle aktuell", so der bvh-Chef.

Zur Studie


Die Studie "Interaktiver Handel in Deutschland 2012" ist im vergangenen Jahr zum siebten Mal vom Bielefelder Forschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (bvh) durchgeführt worden. Dafür wurden rund 30.000 Privatpersonen aus Deutschland im Alter von über 14 Jahren von Januar bis Dezember 2012 zu ihrem Ausgabeverhalten im "Multichannel-, Online- und Versandhandel" und zu ihrem Konsum von digitalen Gütern (etwa im Bereich Downloads oder Ticketing) befragt.

Erstmals weist der bvh in seiner Studie ein übergreifendes Ergebnis der Umsatzzahlen für alle Versender aus, die eine Multichannel-Strategie verfolgen. Zu dieser Rubrik gehören Apothekenversender, Versender mit Heimat im Stationärhandel, Teleleshopping-Versender sowie die klassischen Multichannel-Versender, die im Katalog und Internet beheimatet sind.

wim

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