Unternehmen & Märkte

CONVENIENCE | 12.09.2012

Albert Heijn to go: Schnellverzehr auf Holländisch

Großer Bahnhof für einen kleinen Laden: In Aachen eröffnete der Supermarktkonzern Ahold den Convenience-Laden "Albert Heijn to go". Damit wollen die Holländer den deutschen Markt für Schnellverzehr aufmischen.

Albert Heijn to go: Zehn Filialen im ersten Jahr angepeilt. Foto:Marcelo Crescenti

Albert Heijn to go: Zehn Filialen im ersten Jahr angepeilt.

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"Hüp hereijn", motiviert ein großes Schild in Anlehnung an die niederländische Sprache auf dem Schaufenster die Passanten, beim neuesten Convenience-Laden Aachens herein zu schauen: In der westdeutschen Stadt eröffnete der niederländische Supermarktkonzern Ahold wie angekündigt den ersten Standort in Deutschland. Aber es ist kein Supermarkt.

Bei "Albert Heijn to go" handelt es sich vielmehr um eine Filiale der Convenience-Sparte der Konzerntocher Albert Heijn, dessen blau-weißes Logo Holland-Touristen bestens bekannt ist. Der kleine Laden mit rund 80 Quadratmetern Verkaufsfläche sei ein "großer Schritt" für Ahold, sagte dessen Deutschland-Chef Jürgen Hotz.

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In den Niederlanden betreibt Ahold bereits 54 solcher Läden für Schnellesser, vor allem in Bahnhöfen, Flughäfen oder in Uni-Nähe. In Deutschland sollen binnen eines Jahres zehn Filialen in Nordrhein-Westfalen entstehen, kündigte Hotz an. Und er meint es ernst: "Die meisten Mietverträge sind bereits unterschrieben. Im Herbst eröffnen wir in Essen".

Bunte Farben signalisieren Frische


Das Konzept von "Albert Heijn to go" wurde kürzlich überarbeitet und setzt nun ganz auf "Food for now", wie es intern im Firmenjargon heißt - also alles, was sofort verzehrt werden kann. Dementsprechend ist der Laden kein Mini-Supermarkt, sondern vielmehr spezialisiert auf frische Schnelldreher.

Der Sortiments-Schwerpunkt liegt auf Sandwichs, Salate, warme Snacks, Süßigkeiten und Getränke. Die Molkerei-Abteilung wurde etwas reduziert, denn "Holländer konsumieren viel mehr Milchprodukte als Deutsche", so Hotz. Ansonsten musste das Konzept kaum angepasst werden.

Der Laden ist u-förmig aufgebaut, so dass die Kunden zunächst an den geschlossenen Kühlregalen und an den frischen Sortimenten vorbei schlendern und dann nach einem "U-Turn" zur Kassenzone schreiten. Allerdings stehen lediglich zwei Kassen für sie bereit.

Bunte Farben und mehrmals täglich wechselnde Beleuchtung sollen die Kunden dazu animieren, in einer dynamischen Atmosphäre einzukaufen. 15 Mitarbeiter wurden für den Standort Aachen gewonnen und arbeiten nun in den Räumlichkeiten eines ehemaligen Schlecker-Marktes.

Frische aus Holland, Chips aus Oberhausen


Mit "Albert Heijn to go" möchte Ahold ein Stück vom wachsenden Markt für Außer-Haus-Verzehr in Deutschland erobern und neuen Konzepten wie etwa "Rewe to go" Marktanteile abjagen. Entsprechend kämpferisch gibt sich Deutschlandchef Hotz: "Wir wollen nicht den Markt beschnuppern, wir wollen Geld verdienen".

Dass zunächst Standorte in NRW eröffnet werden sollen, leuchtet ein: In einer ersten Phase werden die Filialen von Holland aus mit Frischeprodukten beliefert. Abgepackte Snacks und Getränke kommen aus dem Lager des Großhändlers Lekkerland in Oberhausen.

Zur Eröffnung des Ladens an der belebten Petersstraße, mit einer Bushaltestelle praktisch vor der Tür, kamen bereits zahlreiche Kunden. "Wir suchen Hochfrequenz-Standorte", beschreibt Hotz die wichtigste Herausforderung für sein Projekt. Denn Kompromisse bei der Standortsuche kann sich der Laden für Schnelldreher nicht erlauben.

Marcelo Crescenti, Aachen

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