Unternehmen & Märkte

SCHLECKER-PORTRÄT | 21.07.2012

Anton Schlecker: Firmengründer im Visier des Staatsanwalts

Vom Herrscher über ein Drogerieimperium zum Buhmann: Was für ein Mensch ist Anton Schlecker? Nach der Pleite seines Unternehmens ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn. 

Der Name Schlecker steht nun für ein gescheitertes Unternehmen. Foto: Hanno Bender

Der Name Schlecker steht nun für ein gescheitertes Unternehmen

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Den Filialen seiner inzwischen untergegangenen Drogeriemarktkette soll Anton Schlecker gern unangemeldete Besuche abgestattet haben. Sieht die Auslage nett aus? Ist Staub gewischt?

Der heute 67-Jährige herrschte in seinem Imperium zuweilen mit harter Hand. Schlechte Arbeitsbedingungen sind mit dem Image des Schwaben mindestens genauso verbunden wie der Nimbus des "Selfmade Man", der es zu einem Milliardenvermögen brachte. Und es wieder verlor.

Nach der Schlecker-Pleite sind weitere Vorwürfe gegen den 67-Jährigen laut geworden. Von Untreue ist die Rede und auch von Insolvenzverschleppung. Nun hat die Staatsanwaltschaft den Unternehmer im Visier. Ob er sich tatsächlich etwas zuschulden kommen ließ, ist aber noch unklar.

"Anton Schlecker ist privat sympathisch"


Privat weiß man nur wenig über den gelernten Metzgermeister aus Ulm. Er lebt zurückgezogen im kleinen Ort Ehingen und taucht kaum in der Öffentlichkeit auf.

Interviews gab er nur selten, seit er 1975 den ersten Schlecker-Drogeriemarkt eröffnete und daraus einen Konzern machte, der in seinen Glanzzeiten mehr als 55.000 Menschen beschäftigte. Früher stand Schleckers Name regelmäßig auf den Listen deutscher Milliardäre.

"Anton Schlecker ist privat sympathisch, und ich erlebte ihn auch weit entfernt vom Image des bösen Unternehmers", sagte Konkurrent Dirk Roßmann, Gründer der gleichnamigen Drogeriemarktkette, kürzlich dem "Handelsblatt".

Meike und Lars Schlecker, Foto: Schlecker

Halten nach wie vor zu ihrem Vater: Die Kinder Meike und Lars Schlecker

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Auf die Familie konnte er immer zählen


Die Öffentlichkeit kennt den Schwaben als Unternehmer, der Mitarbeiter entließ, um sie danach für weniger Geld in Subunternehmen einzustellen. Mit der Konkurrenz konnte seine Drogeriemarktkette seit Jahren nicht mehr mithalten.

Diskretion oder Heimlichkeiten: Ins Vertrauen zog Anton Schlecker nur einen sehr kleinen Kreis. Zu wichtigen Konferenzen versammelte er lediglich seine Frau Christa und seine beiden Kinder um sich - auf seine Familie konnte er bisher immer zählen.

"Wenn man im Freundeskreis Schlecker erwähnt, kommen häufig negative Assoziationen", sagte Sohn Lars einst dem "Manager Magazin" über seinen Vater. "Aber ich muss deutlich sagen: Er ist ein Geschäftsmann, kein Unmensch."

dpa

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