Finanzen & Karriere

NECKERMANN-INSOLVENZ | 31.07.2012

Anwalt fordert Neckermanns Olympia-Sponsorengeld zurück

Blüten der Insolvenz: Ein Anwalt, der Mitarbeiter von Neckermann vertritt, fordert das Sponsorengeld für die Olympischen Spiele zurück. Es soll dem Sozialplan zugute kommen.

Foto: Neckermann

Dressurreiter Josef Neckermann gewann 2 Mal Gold bei Olympischen Spielen

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Nur wenige Tage vor dem Gang zum Insolvenzgericht warb das Versandhaus Neckermann noch mit dem Titel "Partner der deutschen Olympiamannschaft". Für diesen Titel soll ein sechsstelliger Betrag an den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) geflossen sein.

Der Anwalt Harald Nickel, der Neckermann-Mitarbeiter vertritt, fordert nun, dass der DSOB das Neckermann-Sponsorengeld zurückzahlt, meldet die Zeitung "Frankfurter Neue Presse".

Die Sportbegeisterung bei dem Frankfurter Versender kommt nicht von ungefähr: Unternehmensgründer Josef Neckermann war Olympia-Fan und gewann sogar selbst zweimal im Dressurwettbewerb der Mannschaft eine Goldmedaille bei Olympischen Spielen. 1967 gründete er zudem die deutsche Sporthilfe, die sich der Athletenförderung widmet.

Sponsorengelder für Sozialplan


Neckermann.de setzte diese Tradition fort. Doch die Insolvenz des traditionsreichen Handelsunternehmens war für Rechtsanwalt Nickel nun der Anlass, beim DOSB nachzufragen, "ob der Empfänger von Sponsorengeldern" bereit sei, dem "ärmsten seiner Partner die erhaltenen Sponsorengelder für einen Sozialplan zurückzugeben", wie die Zeitung berichtet. Eine Antwort auf sein Schreiben habe Nickel bis heute nicht erhalten.

Der Olympische Sportbund hielt sich auch gegenüber der Frankfurter Neuen Presse bedeckt: "Wir haben großes Verständnis für die Sorgen der Mitarbeiterinnen, können uns vor dem Hintergrund der das Thema umgebenden juristischen Fragestellungen jedoch nicht dazu äußern", teilte gestern der DOSB-Medienchef Christian Klaue aus London mit, wo derzeit die XXX. Olympischen Spiele stattfinden.

Gewerkschaft zeigt Verständnis


Harald Fiedler, DGB-Vorsitzende der Region Frankfurt-Rhein-Main, hat dem Zeitungsbericht zufolge ebenfalls Verständnis für Nickels Forderung nach Rückzahlung der Sponsorengelder: "Warum nicht? Man kann nicht mit Geld um sich schmeißen, und auf der anderen Seite saufen die Beschäftigten ab." Es gebe sicher potentere Unternehmen, die für Neckermann einspringen könnten, so der Gewerkschaftsboss.

Von der Neckermann-Pleite sind insgesamt rund 2.400 Mitarbeiter  betroffen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Joachim Kühne ist überzeugt, dass "der drohende Zusammenbruch des Betriebes bei Neckermann erfolgreich verhindert worden ist". Neckermann sei stabilisiert.

Da es keinen Rechtsanspruch gibt, dass der DOSB die Sponsorengelder zurückzahlt, appelliert Anwalt Nickel an die "sportliche Fairness" des Verbands: "Das entspräche vermutlich auch dem olympischen Geist des Firmengründers Josef Neckermann" – zumal ausgerechnet die (Vielseitigkeits-)Reiter den Deutschen die erste Goldmedaille bei den aktuellen Olympischen Spielen in London beschert haben.

wim

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