Unternehmen & Märkte

TANKSTELLENSHOPS | 30.08.2012

Aral setzt auf Kaffee und Snacks

Die hohen Spritpreise mindern die Kauflust der Tankstellenkunden. Das Shopgeschäft stagniert. Bei Aral konzentriert man sich deshalb auf den margenträchtigen Bewirtungsbereich.

Foto:Aral

Nicht immer, aber immer öfter: Mehr als 80.000 Kaffees verkauft Aral inzwischen täglich.

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Während die Erlöse im gesamten Lebensmitteleinzelhandel im ersten Halbjahr 2012 um 2,5 Prozent zulegten, verbuchten die Aral-Shops ein eher mageres Plus von einem Prozent.

Rainer Kraus, Leiter des Tankstellen- und Shopgeschäfts bei der deutschen BP-Tochter, macht die gestiegenen Kraftstoffpreise für die Kaufunlust an der Tankstelle verantwortlich. "Wir verlieren dadurch die Alleskäufer, die sich neben dem Tanken auch noch mit Zigaretten, Zeitung und Süßigkeiten eindecken", sagt er.

Mit dem Geschäftsverlauf 2011 zeigt sich Kraus zufrieden. Die 1.250 unternehmenseigenen Tankstellen verbuchten einen Außenumsatz von rund 1,5 Milliarden Euro und lagen damit zwar leicht unter Vorjahresniveau. Berücksichtige man die um 40 gesunkene Zahl der gesellschaftseigenen Tankstellen, hätten diese aber ein Plus von 1,5 Prozent erzielt und damit über der Entwicklung des Marktes (plus 0,9 Prozent) gelegen.

Bedeutung der klassischen Shop-Produkte nimmt ab


Aber auch 2011 konnte sich der LEH über deutlich größere Umsatzzuwächse (plus 3,5 Prozent) freuen. Dass der gesamte Lebensmitteleinzelhandel sich derzeit deutlich besser entwickle als die Tankstellenshops, führt Kraus auch auf die stetig erweiterten Öffnungszeiten zurück. Konnte man Süßigkeiten, Alkohol und Tabak früher nach 20 Uhr ausschließlich an der Tankstelle kaufen, so bieten heute auch in kleinen Gemeinden Supermärkte auch spätabends diese Sortimente an.

Für die Mineralölunternehmen ist ein erfolgreiches Shopgeschäft heute enorm wichtig: Mit mehr als 60 Prozent Anteil am Gesamtertrag ist es eine unverzichtbare Ertragsquelle.

Je mehr die Umsatzbedeutung der klassischen Shopprodukte (Zeitschriften, Süßigkeiten, Tabak) abnimmt, umso mehr konzentriert man sich bei Aral auf den sogenannten Food-Service-Bereich, der seit 2004  unter der Marke PetitBistro läuft. Vor allem Heißgetränke und Snacks sind derzeit neben Telefonaufladeguthaben und Tabakwaren die Hoffnungs- und Umsatzträger. 

Hunger und Durst sind gut für die Ertragslage


"Der Schlüssel zum Erfolg ist die Konzentration auf die Kaufmotive Hunger und Durst", so Kraus. 2001 stieg der Umsatz der bundesweit mittlerweile 1.076 Petit-Bistros um 1,1 Prozent auf 175,1 Millionen Euro. Auf vergleichbarer Fläche legte er sogar um 3 Prozent zu.

Kaffee und "SuperSnacks" (belegte Backwaren) sind derzeit die Verkaufsschlager in den Aral-Bistros. Der Umsatz mit Heißgetränken stieg 2011 um satte 8,5 Prozent auf 41,4 Millionen Euro. Mit mittlerweile mehr als 80.000 verkauften Tassen pro Tag ist das Mineralölunternehmen nach eigenen Angaben Deutschlands größter Anbieter von Kaffee zum Mitnehmen. 

Der stetig steigende Kaffeeabsatz wirkt sich positiv auf die Erträge aus. Kaum ein anderes Produkt im Sortiment ist so margenträchtig. "Man muss zehnmal soviel Tabak wie Kaffee verkaufen, um auf denselben Ertrag zu kommen", beschreibt Rainer Kraus die Relation.

Die positive Entwicklung der Bewirtungssparte setzt sich auch 2012 fort. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz der Petit-Bistros auf gleicher Fläche um 2,3 Prozent. Aral erwägt deshalb, das Shop- und Petit-Bistro-Konzept auch den eigentümergeführten Tankstellen anzubieten. Derzeit läuft ein Test an elf Standorten. 

Rund 2.500 Tankstellen firmieren bundesweit unter Aral. Davon sind rund 1.250 unternehmenseigene Tankstellen, 1.150 Eigentümer- sowie 100 Autobahn-Stationen.

Ulrike Sanz Grosson

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