Unternehmen & Märkte

BAUMÄRKTE | 24.11.2011

Praktiker versucht den Neustart

Verkleinerung des Vorstandes, Personalabbau, Verlegung der Zentrale nach Hamburg - der Baumarktbetreiber Praktiker beschließt ein großes Maßnahmenpaket, um wieder in die Spur zu kommen.

Greift durch: Praktiker-Chef und Sanierer Thomas Fox. Foto: Praktiker

Greift durch: Praktiker-Chef und Sanierer Thomas Fox

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Der Aufsichtsrat der Praktiker AG beschloss am heutigen Donnerstag ein umfangreiches Restrukturierungspaket. Damit soll der angeschlagene Baumarktbetreiber langfristig wieder aus der Verlustzone herauskommen.

Der Sanierer Thomas Fox übernimmt endgültig die Macht im Unternehmen. Die Zahl der Vorstandsmitglieder wurde verringert: Michael Arnold, bisher zuständig für das Auslandsgeschäft, das Standortmanagement und den Personalbereich sowie Deutschlandchef Pascal Warnking sind aus dem Vorstand ausgeschieden.

Ab sofort zeichnet Fox, der seit Anfang Oktober den Konzern leitet, für das gesamte operative Geschäft im In- und Ausland verantwortlich. Personal und  Standortmanagement liegen bei Josef Schultheis, der als Chief Restructuring Officer dem Vorstand seit Mitte August angehört. Schultheis war zuletzt Interims-Finanzchef von Karstadt. Markus Schürholz bleibt unverändert für den Finanzbereich sowie für IT und Logistik zuständig.

Mehr Profil für Praktiker und Max Bahr


Der Praktiker-Konzern will das Profil seiner zwei Marken schärfen: Künftig soll Praktiker mit Discountpreisen sowie einer einfachen Kundenführung im Markt punkten, Max Bahr soll für Dienstleistungen um das DIY-Sortiment stehen. Bereits Anfang 2012 sollen die ersten Märkte auf das neue Konzept umgerüstet werden.

Für die Modernisierung aller Standorte und für die Überarbeitung der Sortimente und Angebotskategorien ist in den nächsten drei Jahren "eine kräftige Aufstockung der Investitionen geplant", so Praktiker-Chef Fox. Insgesamt sollen dafür rund 300 Millionen Euro ausgegeben werden.

Die beiden bisherigen deutschen Zentralen von Praktiker (Kirkel, Saarland) und Max Bahr (Hamburg) sollen zu einer einzigen Konzernzentrale mit Sitz in Hamburg zusammengelegt werden. Rund ein Drittel der Arbeitsplätze mit zentralen Funktionen sollen dabei wegfallen.

Weiterbestehen einzelner Märkte wird überprüft


Märkte, die "dauerhaft und ohne Aussicht auf Besserung" Verluste erwirtschaften, sollen geschlossen werden. Demnach stehen im deutschen Filialnetz von Praktiker rund 15 Prozent der derzeit 236 Märkte zur Überprüfung an.

Das Auslandsgeschäft kommt ebenfalls auf den Prüfstand. Wegen "anhaltenden Mangels an Ertragskraft" wird sich Praktiker aus Albanien zurückziehen und die Fortsetzung weiterer Auslandsengagements analysieren.

"Im Zentrum unseres Restrukturierungspakets steht die Überzeugung, dass wir mit den Investitionen in unsere deutschen Marken die Attraktivität unseres Angebots erhöhen und so die Flächenproduktivität unserer Märkte steigern können", betont Vorstandsvorsitzender Fox.

Diese Maßnahmen sollen Praktiker "in zwei Jahren wieder zu einer soliden Ertragslage verhelfen", hofft der Sanierer, der bereits Karstadt aus der Insolvenz geführt hat.

DH

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