Donnerstag 23.05.2013
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Karstadt-Zentrale in Essen: "Belegschaft soll hinter uns stehen"
100 Millionen Euro lautet das Gebot des Warenhausbesitzers aus Mailand, die us-amerikanische Finanzgruppe Gordon Brothers steht hinter dieser Offerte. Weitere Zugeständnisse der Gläubiger fordere er aber nicht.
"Jedenfalls keine, die nicht schon zuvor ausgehandelt worden sind. Zusätzliche Entlassungen oder Gehaltskürzungen wird es mit uns nicht geben, weil die Belegschaft hinter uns stehen soll", sagte der Italiener dem "Handelsblatt".
Außerdem würde er das Mietangebot von Highstreet akzeptieren, das das Vermieterkonsortium allen Interessenten im Verkaufsprozess angeboten habe.
Alle Gewinne vorerst reinvestieren
Und der Italiener verspricht noch mehr: So wolle er in den nächsten fünf Jahren keine Dividende ausschütten, sondern alle Erträge von Karstadt ins Unternehmen stecken. Das gelte auch für Gewinne aus möglichen Verkäufen von Unternehmensteilen.
"Hätte Vorbesitzer Arcandor nur ein Viertel solcher Verkaufserlöse bei Karstadt reinvestiert, stünde das Unternehmen heute blendend da", ktisierte Borletti.
Zudem wolle er weder Premiumhäuser (wie das KaDeWe) noch Filalen von Karstadt Sports abstoßen. "Sie tragen positiv zum Ergebnis bei, so dass ein Verkauf das Gesamtunternehmen schwächen würde", sagte der Mailänder.
Grundsätzlich glaubt Borletti an das Format Warenhaus - freilich müsse das Konzept modernisiert werden. Dafür stellt er sich einen Warenmix aus Luxus und preiswerter Basis-Ware vor.
Außerdem könne Karstadt künftig davon profitieren, wenn das Management des Warenhauses mit Borlettis Unternehmen Printemps und La Rinascente kooperieren würde.
Auch verbesserte Lieferantenbeziehungen seien bei einer Zusammenarbeit dieser Häuser möglich. "In Frankreich und Italien haben wir bei Luxusherstellern einen guten Ruf. Karstadt wird bisher von vielen dieser Hersteller überhaupt nicht beliefert."
Zerschlagung verhindern
Der "Bild"-Zeitung hatte Borletti am Wochenende gesagt, er wolle mit seinem Angebot verhindern, dass Karstadt liquidiert werde. Seine Offerte soll erst zum Zuge kommen, falls die Berggruen-Übernahme doch noch scheitert.
Für diesen Fall steht auch der Metro-Konzern in den Startlöchern, der schon lange mit Teilen von Karstadt das Filialnetz seiner zum Verkauf stehenden Tochter Kaufhof aufhübschen will.
Das Schicksal der beiden großen deutschen Warenhausketten ist miteinander verbunden. Metro weiß, dass potenzielle Investoren erst den Ausgang des Karstadt-Pokers abwarten werden, bevor sie sich mit Kaufhof beschäftigen.
ges / dpa
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