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BUCHHANDEL | 11.01.2012

Douglas will große Thalia-Filialen verkleinern oder aufgeben

Der Handelskonzern Douglas will seine schwächelnde Buchtochter Thalia umkrempeln, Filialschließungen werden dabei nicht ausgeschlossen. Grund ist der Wandel vom klassischen zum elektronischen Buch.

Douglas-Sorgenkind: Filiale der Buchhandelskette Thalia. Foto: Schleinig

Douglas-Sorgenkind: Filiale der Buchhandelskette Thalia

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Bei allen Thalia-Filialen, die größer als 500 oder 600 Quadratmeter seien, bestehe Handlungsbedarf, erklärte Vorstandschef Henning Kreke am Mittwoch in Düsseldorf. Die Standorte sollen verkleinert oder, falls das nicht geht, gar aufgegeben werden.

Aufgrund der zunehmenden Konkurrenz von Onlinehändlern wie Amazon gehen den Sortimentsbuchhandlungen Kunden verloren. Die Branche müsse sich neu aufstellen, sagte Kreke.

"Es wird auch noch in 10, 15 oder 20 Jahren noch Buchhandlungen geben", meinte der Konzernchef. "Sie werden aber anders aussehen. Es wird intimer, immer kleiner."

Onlinehandel und E-Book als Heilsbringer


Douglas leidet unter der Schwäche im Auslands- und Buchgeschäft. Wegen der Probleme der Buchsparte verschlechtern sich die Gewinnaussichten fürs laufende Jahr. Als Reaktion brach die Aktie zeitweilig um 6,7 Prozent auf 26,24 Euro ein.

Die Rückgänge im klassischen Buchgeschäft konnte Douglas nach Unternehmensangaben durch Verkäufe von Zusatzartikeln wie Spiele, Geschenk- und Fanartikeln sowie durch einen 20-prozentigen Zuwachs im Onlinebereich ausbügeln. Der Onlinehandel und das E-Book-Geschäft sollen nun ausgebaut, der E-Commerce-Anteil auf 30 Prozent gesteigert werden.

Zwar hat sich Douglas bereits den Onlinehändler Buch.de gesichert, dessen Umsätze auch kontinuierlich steigen. Allerdings bringt das Internetgeschäft niedrigere Margen, weswegen das Ergebnis von Thalia im vergangenen Jahr zurückging und auch der Umsatz der knapp 300 Thalia-Buchhandlungen auf vergleichbarer Fläche um fast 4 Prozent sank.

Buch.de erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2010/11 einen Konzernumsatz von 129,6 Millionen Euro, ein Plus von 24,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verringerte sich auf 494.000 Euro (Vorjahr: 840.000 Euro). Grund dafür war laut Unternehmen die Kaufzurückhaltung im vierten Geschäftsjahresquartal, vor allem am schweizerischen Buchmarkt.

Umsatzzuwachs für Thalia 2010/11


Insgesamt kletterte der Umsatz der Thalia-Buchgruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr noch um 3,2 Prozent auf 934,5 Millionen Euro und trug damit mehr als ein Viertel zum Gesamtumsatz des Douglas-Konzerns bei.

Der Zuwachs beim Umsatz und Vorsteuergewinn des Konzerns fiel im Geschäftsjahr 2010/11 (30. September) insgesamt geringer aus als zuvor erwartet.

dpa, mar

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