Dienstag 22.05.2012
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Buchgeschäft: Ansturm durch Potter, Schmidt und Obama
Prognosen für das schwierige Jahr 2009 wagt er allerdings nicht. "Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Wenn die Schlagzeilen von den Arbeitslosenzahlen dominiert werden, wird das auch auf die Konsumstimmung durchschlagen."
Erst Harry Potter, jetzt Vampire
Der Buchhandel sei stärker durch eigene Sonderkonjunkturen als durch das Auf und Ab in der übrigen Wirtschaft geprägt: Die Abenteuer des Zauberlehrlings Harry Potter beispielsweise sorgten in den vergangenen Jahren regelmäßig für einen Ansturm in den Buchläden.
Mittlerweile hat sich die US-Schriftstellerin Stephenie Meyer mit ihren Vampir-Romanen einen festen Platz auf den Bestsellerlisten erobert. Aber auch die Biografien von Altkanzler Helmut Schmidt und dem neuen US-Präsident Barack Obama gehörten 2008 zu den Verkaufsschlagern.
Die Größe macht den Unterschied
In diesem Jahr dürften die Verlage mit vielen Neuerscheinungen beispielsweise die Jubiläumsfeiern zum Mauerfall und zur Gründung der Bundesrepublik begleiten, erwartet Nina Hugendubel, die das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Bruder leitet.
Hugendubel profitiert aber auch von der neuen Größe: Vor zweieinhalb Jahren hatten die Münchner mit der Augsburger Verlagsgruppe Weltbild den gemeinsamen Handelsverbund DBH gegründet - und damit für Aufsehen in der Buchbranche gesorgt.
Die neue Nummer eins im Buchhandel mit insgesamt 503 Filialen im deutschsprachigen Raum kam 2008 auf einen Umsatz von 755 Millionen Euro, nach 711 Millionen Euro im Vorjahr. Hugendubel steuerte davon 262 Millionen Euro (Vorjahr: 242 Millionen) bei.
"Der Markt teilt sich neu auf"
Den Umsatzzuwachs verdankt Hugendubel vor allem sechs neuen Filialen, die im vergangenen Jahr hinzugekommen sind, darunter als wichtigster Standort ein Buch-Kaufhaus in Stuttgart. Auch künftig will das Unternehmen das Ladennetz ausbauen. Grundsätzlich suche man sich Top-Lagen in den Innenstädten, sagt Maximilian Hugendubel.
Die Konzentration in der Branche dürfte weitergehen, erwartet der Buchmarkt-Experte Boris Langendorf, der einen Branchendienst herausgibt. Eine vollständige Verdrängung unabhängiger Buchhändler sieht er aber nicht. "Der Markt teilt sich einfach neu auf."
Es lebe das gedruckte Buch - trotz E-Book
Für neuen Schwung in der Branche könnten die elektronischen E-Book-Lesegeräte sorgen. Vor wenigen Tagen stellte der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon ein neues Gerät für den US-Markt vor.
Auch der Internet-Medienversender Libri.de verspricht sich gute Geschäfte mit einem neuen eBook-Reader von Sony, der am 11. März an den Start gehen soll. "Wir sind auch schon länger an dem Thema dran", sagt Nina Hugendubel. Zunächst wolle man aber die Entwicklung abwarten. "Das ist jetzt noch ein kleiner Markt, der aber sicher an Bedeutung gewinnen wird."
Eine völlige Umstellung auf digitalen Lesestoff erwarten die Geschwister nicht. Wer sich E-Books kaufe, werde auch künftig bestimmt nicht auf gebundene Bücher völlig verzichten, sind sie überzeugt. Stephan Jaenicke, Vorstandsmitglied im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, bewertet die Zukunft des digitalen Buchmarkts allerdings anders. "Das ist das Thema der Zukunft".
dpa
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