Unternehmen & Märkte

CONVENIENCE | 02.09.2012

Der Kampf ums Frühstücksbrötchen ist entbrannt

Der Markt für Unterwegsverpflegung wächst stetig. Die Supermärkte wollen das lukrative Geschäft mit Salaten, belegten Brötchen und Getränken nicht Bäckern und Tankstellen überlassen.

Das Convenience-Format

Das Convenience-Format "Albert Heijn to go" soll auch deutsche Kunden ansprechen.

+

Jüngster Wettbewerber ist der niederländische Handelskonzern Ahold, der sein Ladenformat "Albert Heijn to go" nach Deutschland bringt. In einer ehemaligen Schlecker-Filiale in Aachen will Ahold Mitte September beginnen, etwa zehn weitere Filialen sollen in den nächsten zwölf Monaten in Nordrhein-Westfalen entstehen. Im Mittelpunkt stehen Salate, Säfte und Sandwiches. Aber auch Kaffee und Kuchen gehören zu dem Sortiment.

Und schnell soll es gehen, betont der Ahold-Deutschland-Chef Jürgen Hotz. Ziel sei, dass der Kunde binnen zwei Minuten seinen Einkauf erledigen könne. Mit Preisen für den Espresso von 1 Euro und Salaten ab 2,50 Euro sieht man sich gut positioniert.

Immer weniger Zeit zum Essen


Der Markt für Außer-Haus-Verzehr wächst hierzulande stetig. Immer mehr Menschen in Deutschland haben immer weniger Zeit zum Essen und lassen sich das Frühstücksbrötchen beim Bäcker schmieren oder holen sich ihr Mittagessen beim Imbiss. Auf diesen Trend setzt Ahold mit dem auf dem niederländischen Heimatmarkt erprobten Konzept "Albert Heijn to go".

"Kleinportionierte Frischeprodukte wie Obstschalen und Salate sind sehr stark im Kommen. Wer es schafft, Natürliches und Schnelligkeit zu verbinden, der hat ein riesiges Potenzial", sagt GfK-Marktforscher Robert Kecskes. Darauf setzten auch schon viele Supermärkte mit extra Kühlregalen. Gerade die jüngste Generation im Berufsleben habe wenig Zeit, zugleich aber auch hohe Ansprüche an Qualität und Frische.

Auch Platzhirsche wie der zweitgrößte deutsche Handelskonzern Rewe wollen den steigenden Bedarf an frisch zubereiteten Mahlzeiten zum Mitnehmen decken. Bisher gibt es zwei Läden des Konzeptes "Rewe to go" in Köln und in Düsseldorf. Am Jahresende sollen es vier sein.

"Der Markt ist reif"


"Aber auch im Angebot der Rewe-Supermärkte und insbesondere bei den Rewe City-Märkten in den Innenstädten haben wir das Convenience-Angebot in den zurückliegenden beiden Jahren gezielt ausgebaut", sagt ein Rewe-Sprecher. Zugleich habe die Discounttochter Penny bei der Modernisierung von Filialen zusätzliche Convenience-Angebote wie frische Salate und Säfte ins Sortiment aufgenommen.

"Der Markt in Deutschland ist für uns reif", begründet Ahold-Manager Hotz, der in seiner bisherigen Karriere unter anderem für Aldi tätig war, den Schritt auf den als schwierig bekannten deutschen Einzelhandelsmarkt. Ahold verfüge über zehn Jahre Erfahrung mit "Albert Heijn to go" in den Niederlanden, wo es schon 54 solcher Minishops gibt. Europaweit will Ahold unter dem Namen "Albert Heijn to go" bis Ende 2016 insgesamt 150 Shops eröffnen.

Lukrative Nische


Matthias Queck vom Handelsinformationsdienst "Planet Retail" sieht Chancen für Ahold mit diesem Konzept in Deutschland. "Sie unterlaufen den deutschen Lebensmittelhandel mit einer lukrativen Nische", verdeutlicht der Branchenbeobachter.

"Im Unterschied zu anderen ausländischen Lebensmittelhändlern wie Intermarché, Wal-Mart oder Delhaize Group, die sich aus dem hart umkämpften deutschen Markt wieder zurückzogen, setze sich Ahold mit dem schmalen und auf Frische fokussierten Sortiment nicht einem Preiskampf mit den hiesigen Lebensmittelhändlern aus", erläutert der Discountexperte.

Konkurrenten für "Albert Heijn to go" sind nach Ansicht des Ahold-Deutschland-Chefs vor allem Bäcker und Tankstellenshops. So baut derzeit zum Beispiel Aral sein Food-Service-Konzept PetitBistro weiter aus, um den Verkauf von margenträchtigen Heißgetränken und belegten Backwaren zu fördern. 

Auch andere Lebensmittelhändler expandieren im Markt für Außer-Haus-Verzehr. Der Convenience-Markt werde einer Schätzung zufolge in Deutschland von 23 Milliarden Euro Umsatz auf etwa 30 Milliarden Euro in den nächsten Jahren wachsen, meint Hotz. Schnellrestaurants wie McDonald's, dessen Fahne auch in der Nähe der Mettmanner Zentrale von Ahold weht, seien dabei noch nicht einmal eingerechnet.

dpa/DH

Anzeige

 


Diesen Artikel verlinken:
Twitter Facebook
LinkedIn

Impressum | Datenschutz | Kontakt

Copyright: Deutscher Fachverlag GmbH; Anregungen & Kommentare an info@derhandel.de
Credits: Konzept & Layout SamArt Gbr
Credits: Konzept, Projektmanagement, Programmierung und technische Realisation dfv Internet-Service

Twitter

Anzeige

 

Anzeige

 

Printausgabe

Der Handel Ausgabe 10/2014

Die neue Ausgabe vom Wirtschaftsmagazin Der Handel ist erschienen!

zum Inhalt »
Infos zum Abo »

 

RETAIL ROADSHOW 2015

Retail Roadshow

Erleben Sie die Local Heroes des
New Yorker Handels gemeinsam mit uns
vom 22-26. März 2015.
Infos und Anmeldung »

 

Weiterbilden. Netzwerken. Horizont Erweitern




Management-Kurse mit Hochschulzertifikat - praxisnah, auf wissenschaftlichem Qualitätsniveau

Zum Kursangebot »



Das Premium-Seminar zu aktuellen Themen der Branche - mit Hochschulzertifikat

Mehr Informationen »

 

Zahl des Monats