Unternehmen & Märkte

DISCOUNTER | 03.02.2009

Aldi in der Kritik

90 Stunden Arbeit in der Woche, kein Mutterschutz, karger Lohn: Aldi lässt seine Aktionsware in China unter miserablen Arbeitsbedinungen fertigen, behauptet eine Studie.

Foto: Mira Schleinig

Discounter Aldi: "Systematische Verletzungen von Arbeitsrechten"

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In chinesischen Zulieferbetrieben von Aldi werde massiv gegen Arbeitnehmerrechte verstoßen, beklagt das Südwind-Institut in Siegburg. Für eine Studie seien chinesische Betriebe verschiedener Branchen geprüft worden, in denen Aktionswaren für den Discounter hergestellt werden, berichtete das Institut.

Aldi biete jährlich etwa 2.500 Aktionswaren zu niedrigen Preisen an, darunter Computer, Fahrräder, Gitarren, Handmixer und Textilien. Mehr als 40 Prozent dieser Waren würden in China hergestellt. Die "Schnäppchenhits" seien aber mit systematischen Verletzungen von Arbeits- und Frauenrechten bei globalen Zulieferern erkauft, schreibt das globalisierungskritische Südwind-Institut.

Arbeitsintensive Industrie


In China gebe es Verletzungen von Arbeits- und Frauenrechten, wie sie in der arbeitsintensiven Industrie durch den Preisdruck von deutschen Importunternehmen typisch seien, berichtete Südwind-Mitarbeiterin und Studien-Autorin Ingeborg Wick nach Recherchen in dem Land.

"Die meist weiblichen Beschäftigten arbeiten bis zu 91 Stunden pro Woche und können dennoch von ihren kargen Löhnen kaum leben. Der Arbeitsdruck ist enorm und Fehler werden mit Geldbußen bestraft. Zudem werden grundlegende Rechte verletzt," sagte die Autorin. "Die Frauen erhalten weder Mutterschutz noch können sie unabhängige Gewerkschaften gründen."

Aldi Süd reagiert


Die Studie werde eingehend geprüft, erklärte Aldi Süd in Essen. Das Unternehmen sei sich seiner Verantwortung als einer der führenden deutschen Einzelhändler bewusst. Deshalb sei Aldi Süd auch einer freiwilligen internationalen Initiative beigetreten, deren Mitglieder sich zur Umsetzung und Kontrolle von Sozialstandards in der Lieferkette verpflichteten. Aldi Nord war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

dpa

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