Dienstag 21.05.2013
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Textildiscounter Kik: Kündigungsgründe aus den Fingern gesaugt
Dazu sollen über die Wirtschaftsauskunftei Creditreform Informationen über das Personal eingeholt worden sein. Bei negativen Auskünften wurde Mitarbeitern gekündigt, berichtet das Magazin.
"Panorama" stützt sich auf die Aussagen von Guido Hagelstede, der als Bezirksleiter von Kik gearbeitet hat. Laut "Spiegel Online" berichtet Hagelstede in dem TV-Beitrag, dass er selbst Mitarbeitern kündigen musste oder deren Verträge nicht verlängern durfte, sobald bekannt geworden war, dass diese in finanzieller Bedrängnis stecken. Zuweilen habe er sich Kündigungsgründe aus den Fingern saugen müssen.
Seit Oktober keine Zusammenarbeit mit Creditreform
Kik hat "Panorama" mitgeteilt, dass "das angeführte Verfahren bei Kik nicht mehr praktiziert" werde. "Seit Oktober 2009 arbeiten wir nicht mehr mit Creditreform und auch mit keiner anderen Wirtschaftsauskunftsdatei zusammen", erklärt das Unternehmen.
Michael Bretz, Sprecher der Creditreform, bestätigte laut "Spiegel Online" die Zusammenarbeit mit Kik bis Oktober vergangenen Jahres. Wenn ein Mitarbeiter im Kassenbereich beschäftigt ist, seien solche Negativauskünfte datenschutzrechtlich zulässig, betont Bretz. "Welche Schlussfolgerungen ein Unternehmen aber aus den Daten zieht, ist deren Sache - in diesem Fall also Sache von Kik", sagt der Sprecher. "Dass Kik die Auskünfte benutzt, um Mitarbeiter zu entlassen, war uns nicht bekannt."
Den "Panorama"-Journalisten liegt ein Schreiben von Kik-Geschäftsführer Heinz Speet vor, in dem er den Führungskräften des Discounters mitteilt, dass Kik via Creditreform über sämtliche neu eingestellten Aushilfsbeschäftigten eine telefonische Auskunft einholen werde.
Staatsanwaltschaft wird wieder aktiv
"Spiegel Online" berichtet, dass die Dortmunder Staatsanwaltschaft aufgrund des TV-Beitrages prüfe, ob sich ein Anfangsverdacht gegen Kik ergebe, der zu Ermittlungen wegen Verstoßes gegen den Datenschutz führen könnte.
Mitarbeiterbespitzelungen bei Kik sind bereits im Mai vergangenen Jahres bekannt geworden. Die Staatsanwaltschaft hatte im Frühjahr dieses Jahres die Ermittlungen wieder eingestellt, weil nicht beweisbar gewesen sei, dass Kik "systematisch Mitarbeiter aussiebt, die eine schlechte Auskunft bekommen haben", wie es Oberstaatsanwältin Ina Holznagel formulierte.
ges
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