Unternehmen & Märkte

KONJUNKTUR | 22.10.2012

Einzelhandel freut sich aufs Weihnachtsgeschäft

In der wichtigen Adventszeit erwarten die meisten deutschen Händler gute Geschäfte. Skeptisch sind die Unternehmen allerdings für die Zeit danach.

Weihnachtliches Alsterhaus, Foto: Karstadt

Weihnachtliches Alsterhaus: Angst vor Dellen in der Konjunktur

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Der Einzelhandel geht optimistisch in das Weihnachtsgeschäft: Laut einer Umfrage erwarten 40 Prozent der Händler Umsatzzuwächse. Von einem stabilen Weihnachtsumsatz gehen 49 Prozent der Befragten aus, fand die Beratungsgesellschaft Ernst & Young in einer Montag veröffentlichten Umfrage unter 140 Unternehmen heraus.

Umsatzrückgänge gegenüber dem Vorjahreszeitraum befürchten lediglich 11 Prozent der Unternehmen. Allerdings dürfte der Zuwachs nicht allzu hoch ausfallen. Durchschnittlich gingen die Händler von einem Umsatzplus von 0,7 Prozent im Weihnachtsgeschäft aus.

Elektronikhandel erwartungsfroh


Gute Chancen auf steigende Absatzzahlen im Advent haben die Hersteller von Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten. 53 Prozent der befragten Händler erwarten, dass der Elektronik-Absatz in den kommenden sechs Monaten steigen wird, nur 16 Prozent rechnen mit rückläufigen Verkaufszahlen.

Auch Händler von Spielwaren und Schmuck haben im Weihnachtsgeschäft gute Perspektiven: 41 beziehungsweise 35 Prozent der Befragten erwarten gegenüber dem Vorjahr steigende Verkaufszahlen.

Weniger optimistisch sind hingegen die Unternehmen, die Bücher und Haushaltswaren verkaufen. Nur jeweils 19 Prozent der Händler gehen von einem Umsatzplus bei diesen Produktgruppen aus, 23 beziehungsweise 27 Prozent haben negative Umsatzerwartungen.

Gewinner im Weihnachtsgeschäft: Onlinehandel und Center


Auch bei den Vertriebsformen gibt es erhebliche Unterschiede. 86 Prozent der befragten Unternehmen sind der Meinung, dass der Internethandel im Weihnachtsgeschäft eine gute Entwicklung nehmen wird, den SB-Warenhäusern prognostiziert lediglich jeder Vierte gute Geschäfte.

Nach dem Internethandel werden - mit deutlichem Abstand - auch den Einkaufszentren gute Chancen eingeräumt, im Advent zu profitieren. Jeder zweite Befragte (51 Prozent) rechnet mit einer positiven Entwicklung.

Bei der Prognose, wie sich das Einzelhandelsgeschäft über die Weihnachtszeit hinaus entwickeln wird, ist die Branche eher skeptisch. So erwarten zwar 27 Prozent der Befragten, dass die Konsumlaune der deutschen Verbraucher in den kommenden sechs Monaten steigen wird. Immerhin 24 Prozent befürchten jedoch, dass sie abnimmt.

Eurokrise drückt die Kauflaune der Verbraucher


Zwei Drittel der Händler sind der Überzeugung, dass die Eurokrise das Verbrauchervertrauen in Deutschland beeinträchtigen wird. 60 Prozent der Befragten gehen dabei von geringfügigen negativen Folgen aus, weitere 8 Prozent von erheblichen Negativ-Effekten.

"Derzeit spricht viel dafür, dass die Krise in den kommenden Monaten auch in Deutschland immer deutlicher spürbar wird", erwartet Thomas Harms, Projektleiter bei Ernst & Young. "Viele deutsche Unternehmen schrauben ihre Umsatz- und Gewinnprognosen herunter, und die Konjunktur in Europa wird sich noch mindestens ein Jahr lang sehr schwach entwickeln. Auf Sonderprämien, die im Vorjahr viele Großunternehmen angesichts der guten Geschäftslage an ihre Mitarbeiter ausgezahlt haben, dürften die meisten Beschäftigten in diesem Jahr vergeblich warten."

Onlinehandel mit skeptischer Langzeitprognose


Besonders pessimistisch angesichts der drohenden Krise sind diejenigen Vertriebsformen, denen es momentan noch überdurchschnittlich gut geht: Bei den Internethändlern erwarten 81 Prozent negative Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise, im filialisierten Non-Food-Einzelhandel sind es 78 Prozent.

Mit weiteren Auswirkungen der Euro-Krise erwarten die Händler auch ein verändertes Kaufverhalten der Verbraucher. "Sobald die Konjunktur Dellen bekommt, werden viele Verbraucher den Gürtel enger schnallen. Zu den Auswirkungen der Schuldenkrise kommen schließlich noch weitere belastende Faktoren hinzu – vor allem die steigenden Energiepreise. Tendenziell werden viele Verbraucher dann zu günstigeren Produkten greifen", warnt der Experte Harms.

dpa / DH

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