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LEBENSMITTELHANDEL | 05.09.2012

Fisch wird teurer

Die Nachfrage nach Fisch steigt weltweit und treibt so die Preise nach oben - auch in Deutschland, obwohl hier der Konsum stagniert. Die Fischwirtschaft macht dafür auch die Meeres-Kampagnen von Umweltschützern verantwortlich.

Foto: Fisch-Informationszentrum (FIZ)

Der Fisch-Konsum stagniert in Deutschland

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Die Verbraucher in Deutschland müssen sich auf höhere Preise für Fisch und Meeresfrüchte einrichten. Ursache dafür sei die weltweit hohe Nachfrage, auch aus den Schwellenländern, teilte das Fisch-Informationszentrum (FIZ) am Mittwoch in Hamburg mit.

Im vergangenen Jahr legten die Preise für Fisch und andere Fischereierzeugnisse im Einzelhandel um durchschnittlich 3,9 Prozent zu und damit stärker als die Inflationsrate und als andere Lebensmittel. Vor allem frischer Fisch wurde mit einem Anstieg von 9,3 Prozent deutlich teurer.

"Wir werden uns an höhere Preise gewöhnen müssen, wenn wir gute Qualität haben wollen", sagte FIZ-Geschäftsführer Matthias Keller. Die Verbraucher reagieren auf die relativ hohen Preise. Obwohl der Wunsch nach gesunder Ernährung in Deutschland einen hohen Stellenwert einnimmt, stagniert der Fischkonsum seit Jahren. Im vergangenen Jahr ging der Pro-Kopf-Verzehr leicht von 15,7 auf 15,6 Kilogramm zurück. Vor sechs Jahren lag er bei 15,5 Kilogramm.

Schlechtes Gewissen durch Umweltkampagnen


Einen Beitrag zum stagnierenden Markt leisten nach Einschätzung der Fischwirtschaft auch die Kampagnen von Umweltverbänden wie Greenpeace oder dem WWF zum Schutz der Meere. "Die Verbraucher haben ein schlechtes Gewissen, weil sie denken, sie essen den letzten Fisch auf der Welt", sagte Keller. Dem sei nicht so. Die Statistiken der Umweltorganisationen führten oft in die Irre.

So sei es zwar richtig, dass nur 29 Prozent der Fanggebiete in der Ostsee als nachhaltig - also ordnungsgemäß - befischt gelten. Sie lieferten aber 69 Prozent des Ostsee-Fischs. Tatsächlich sei die Fischwirtschaft auf einem guten Weg, bis zum Jahr 2015 die Fischbestände in der Ostsee dauerhaft und ertragreich zu bewirtschaften.

Die deutsche Fischwirtschaft - vom Fischfang über die Verarbeitung und den Groß-, Außen- und Einzelhandel bis hin zur Gastronomie - beschäftigt rund 46.000 Mitarbeiter und bewegt ein Finanzvolumen von rund 8,9 Milliarden Euro. Der Markt wird wesentlich aus dem Ausland versorgt; rund 88 Prozent des in Deutschland verbrauchten Fischs wird importiert. Die wichtigsten Lieferländer sind Polen, Norwegen und China. Der meiste Fisch wird in Form von Tiefkühlprodukten (31 Prozent) und Konserven und Marinaden (25 Prozent) gekauft.

dpa

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