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SPORTARTIKELHANDEL | 10.07.2012

Für Intersport war Fußball-EM "ein Riesenerfolg"

Allein über eine Viertelmillion Trikots der deutschen Nationalmannschaft hat Intersport während der Fußball-EM verkauft. Die Verbundgruppe setzt sich bis zur nächsten WM ehrgeizige Ziele.

DFB-Spieler Reus, Neuer, Schürle, Foto: obs/Dedon

DFB-Spieler Reus, Neuer, Schürrle: "Planbares Geschäft"

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Die vor wenigen Tagen beendete Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine hat den Sporthändlern viel Geld in die Kassen gespült - doch von den bevorstehenden Olympischen Spielen erwarten sie wenig.

Fußball sei populär, "ein sehr gut planbares Geschäft und die einzige Sportart, bei der wir am nächsten Tag die Umsätze spüren", sagte der Chef des Sporthändlerverbundes Intersport, Franz Julen, am Montagabend im Münchner Club Wirtschaftspresse. "Wir werden dieses Jahr erstmals die Marke von 900 Millionen Euro Fußball-Umsatz knacken", kündigte Julen an.

Fußball mache gewöhnlich rund zehn Prozent der Erlöse  der 5.300 angeschlossenen Intersport-Läden in 40 Ländern aus. Aber während einer EM oder WM steige der Umsatz in fast jedem Land um fünf bis 15 Prozent. Der Gesamtumsatz der Verbundgruppe werde dieses Jahr um drei bis fünf Prozent auf über zehn Milliarden Euro zulegen, prognostizierte Julen.

Nicht mehr Badehosen als sonst


Olympische Sommerspiele, die in diesem Jahr vom 27. Juli bis 12. August in London ausgetragen werden, hätten nur Langzeitwirkung, so der Manager. Sport werde stärker zum Thema, und mehr Menschen würden motiviert, aktiv zu werden. Doch wenn ein Schwimmer im August in London "drei Goldmedaillen gewinnt, werden nicht am anderen Tag mehr Badehosen verkauft", sagte Julen.

Lizenzprodukte mit den Olympischen Ringen seien nur im Veranstaltungsland gefragt. Für den August-Umsatz des deutschen Sporthandels sei der Saisonstart der Fußball-Bundesliga wichtiger.

Das Geschäft in Deutschland, wo die beteiligten Intersport-Läden im Vorjahr 2,7 Milliarden Euro Umsatz erzielten, wachse ebenso wie in Frankreich und in Griechenland. In Italien und Spanien sei die Nachfrage stabil. "In schwierigen Zeiten ist der Konsument immer noch bereit, für Sport Geld auszugeben", hat der Verbundchef festgestellt.

Allerdings seien die Gewinnmargen in den meisten Ländern unter Druck. Die Konkurrenz von "Concept Stores" wie von Adidas und Puma sieht der Intersport-Chef gelassen. Sorgen bereiten ihm dafür die Fabrikverkaufsläden. "Sie erziehen die Verbraucher, billig einzukaufen", kritisierte Julen. Im Preiskampf gegen Discounter könne der Fachhandel nur verlieren - seine Stärke seien Beratung und Service.

Schuhe, die Beckham trägt, kauft der Verbraucher


Adidas, Puma und Nike beliefern den Einkaufsverbund inzwischen exklusiv mit Fußballschuhen, die Stars wie der Brite David Beckham oder der Deutsche Sami Khedira als Werbebotschafter tragen. Bislang sind rund 80 Modelle im Angebot, mit einer Auflage von jeweils gut 200.000 Stück. Das helfe den Geschäften, sich von Konkurrenten abzuheben, sagte Julen.

"Die EM war für uns ein großer Erfolg, weil die drei großen Länder Deutschland, Italien und Spanien bis zum Schluss im Turnier vertreten waren", sagte Julen. Allein in Deutschland seien über 250.000 Trikots der Nationalelf verkauft worden. Das grüne Auswärtsjersey der DFB-Auswahl sei schnell knapp geworden.

"Ein Riesenerfolg" seien auch die sogenannten Friendship-Trikots gewesen, die - sobald die Begegnungen nach der Gruppenphase feststanden - über Nacht mit Ort, Datum und den Fahnen der beiden jeweiligen Mannschaften bedruckt und ausgeliefert worden waren.

Ziel: Eine Milliarde Umsatz mit Fußballartikeln


In Polen und der Ukraine habe Intersport mit der Lizenz des europäischen Fußballverbandes Uefa in den Stadien und Fan-Zonen Läden eingerichtet und Kasse gemacht. Im WM-Jahr 2014 (das Turnier wird dann in Brasilien gespielt) will Intersport erstmals eine Milliarde Euro mit Fußballartikeln umsetzen - 150 Millionen mehr als 2010.

Rund 80 Prozent des Umsatzes macht die Gruppe in Westeuropa, der Rest entfällt auf Osteuropa und den Nahen Osten. In China hat sich jetzt einer der größten Einzelhandelskonzerne dem Verbund angeschlossen, der neben Supermärkten und Elektronikmärkten jetzt auch Sportläden betreiben will. Julen rechnet bis 2020 mit einer Milliarde Euro Umsatz in Asien.

dpa

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