Donnerstag 02.09.2010

Unternehmen & Märkte

ALKOHOLISCHE GETRÄNKE | 17.11.2009

Getrunken wird immer, und immer öfter zu Hause

Die Deutschen entdecken offenbar die Hausbar wieder: Auch junge, gutsituierte Konsumenten trinken gerne mal einen zu Hause, melden die Marktforscher von Nielsen.

Foto: Absolut

Wodka: Heute noch in der Fabrik, morgen in der Hausbar

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Es kommt doch alles wieder: Früher war die Hausbar der Hit in deutschen Partykellern. Dann war "gefühlt" länger Ruhe. Doch heute sind Partys und Cocktailgenuss in den eigenen vier Wänden offenbar wieder in - trotz oder vielleicht auch gerade in der wirtschaftlich schwierigen Zeit. Das Interesse an einer eigenen Hausbar steigt zumindest einer Verbraucherumfrage des Nielsen Haushaltspanels zufolge wieder deutlich.

„Der Konsum von Spirituosen und ein moderner, auch ökologisch geprägter Lebensstil – das passt für viele Verbraucher sehr gut zusammen“, heißt es in der Pressemitteilung. Damit sei auch die Hausbar ein aktuelles Thema in deutschen Haushalten: 13 Prozent der deutschen Haushalte ist es der Umfrage zufolge wichtig, verschiedene Spirituosensorten und damit eine kleine Hausbar zu Hause zu haben.

Gut Situierte haben gut sortierte Hausbar


Für sechs Prozent ist es außerdem von Bedeutung, innerhalb der verschiedenen Spirituosensorten verschiedene Marken vorrätig zu haben. Und nicht nur ältere Konsumenten unterstützen den Trend zur Hausbar, wie man denken könnte: Auch die 18- bis 30-jährigen zeigen den Forschern zufolge ein überdurchschnittliches Interesse an Schnaaps&Co.

Die Wertschätzung steigt dabei offenbar mit dem persönlichen Wohlstand: Großen Wert auf eine gut sortierte Hausbar legen vor allem Zwei-Personen-Haushalte und solche mit einem höheren Nettoeinkommen.

Auch wenn das aktuelle Wachstum des gesamten Spirituosenmarktes den Forschern zufolge vor allem auf Kalendereffekten zum Jahreswechsel 2008/2009 beruht, entwickelten sich Wodka, Rum, Liköre, Spirituosen mit Zusätzen, Aperitifs und Spirituosenmixgetränke laut Nielsen „MarketTrack“ auch ohne diesen Kalendereffekt in diesem Jahr deutlich überdurchschnittlich.

Auch Ökos zwitschern gerne mal einen


Bemerkenswert finden die Verbraucherforscher zudem, dass neben den „rein genussorientierten Personen“ auch "Verbraucher mit ausgeprägtem Bewusstsein für Qualität und Ökologie" die Hausbar schätzen: Diese Verbrauchergruppen, neudeutsch unter dem Begriff Lohas ("Lifestyle of Health and Sustainability") subsumiert, „wollen ihr Leben in vollen Zügen genießen, schätzen ein geselliges Leben, legen Wert auf eine gesunde Ernährung und verwöhnen sich gern mit hochwertigen Produkten“, interpretieren die Nielsen-Forscher die Zahlen.

Dabei wahrten die modernen Ökos aber immer einen bewussten, nachhaltigen Lebensstil: „Gerade das Interesse der Lohas an einer gut sortierten Hausbar zeigt, dass die Kombination aus Qualität, Authentizität und Genuss bei Spirituosen wieder neu betont wird“, ist Nielsen-Forscherin Birgit Pflügler überzeugt.

Nielsen PanelViews


Nielsen befragte rund 15.000 Haushalte in Deutschland im Zeitraum Februar/März 2009 dazu, wie wichtig es ihnen ist, einen Spirituosenvorrat im Haus zu haben. Parallel dazu gaben die Verbraucher auch Auskunft zu persönlichen Lebenseinstellungen und eigenem Lebensstil.

Die Korrelation der gesammelten Verbraucherdaten und Verknüpfung mit soziodemografischen Angaben liefert den Nielsen-Forschern zufolge in Verbindung mit der Erhebung „MarketTrack“ Schlüsselinformationen über aktuelle Konsumtrends und Wachstumspotenziale im Spirituosenmarkt. „Sie sind damit eine wichtige Grundlage für gezielte Sortiments- und Marketingentscheidungen von Herstellern und Handel“, wirbt Nielsen.

Sybille Wilhelm

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