Unternehmen & Märkte

GFK-KONSUMKLIMAINDEX | 25.02.2016

Verbraucher bleiben bei guter Kauflaune

Flüchtlingskrise? Ach was. Die Deutschen lassen sich davon nicht beirren und geben ihr Geld weiter gerne aus. Zwei Voraussetzungen sind dafür gegeben: Jobsicherheit und gute Einkommen.

Volle Körbe, volle Tüten: Die Verbraucher kaufen weiter gerne ein. Foto: Günter Havlena / Pixelio

Volle Körbe, volle Tüten: Die Verbraucher kaufen weiter gerne ein. Foto: Günter Havlena / Pixelio

+

Deutschlands Verbraucher lassen sich auch von der Debatte über Flüchtlinge ihre Kauflaune nicht verderben. Vor allem der stabile Arbeitsmarkt und die weiter wachsende Nachfrage nach Arbeitskräften wirken sich derzeit positiv auf den Konsum aus, wie das Marktforschungsunternehmen GfK am Donnerstag in Nürnberg mitteilte.

Zwar haben die Erwartungen der Bürger an die konjunkturelle Entwicklung demnach zuletzt wieder etwas abgenommen, die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen blieb aber stabil. Die Einkommenserwartung nahm spürbar zu. Der von der GfK ermittelte Konsumklimaindex für März stieg deshalb erstmals im neuen Jahr leicht, von 9,4 auf 9,5 Punkte.

Aussicht auf mehr Geld hebt die Laune


Solange die Konjunktur stabil bleibt und die Arbeitsplätze sicher sind, "dürfte sich das vorerst auch kaum ändern", sagte der GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl der Deutschen Presse-Agentur. "Und dann kommt vermutlich auch hinzu, dass jetzt die ersten Forderungen der Gewerkschaften im Hinblick auf die Tarifrunden dazugekommen sind", betonte er. "Die Beschäftigten wissen, dass das nicht der Abschluss ist, aber die Forderung weckt Hoffnungen auf eine gute tarifliche Einkommensentwicklung in diesem Jahr", sagte Bürkl. Die Gewerkschaften wollen sechs Prozent mehr Gehalt für die mehr als zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen.

Derzeit dränge die gute Arbeitsmarktlage Faktoren wie die Flüchtlingskrise, die latent vorhandene Terror-Gefahr sowie konjunkturelle Abschwächungen in einer Reihe aufstrebender Wirtschaftsnationen wie China in den Hintergrund. "Nach den Erfahrungen der letzten Jahre gehe ich davon aus, dass sich die Stimmung so lange stabil entwickeln kann, wie die Angst vor Arbeitslosigkeit gering ist", sagte Bürkl.

Flüchtlinge keine Konkurrenten um die Arbeitsplätze


Zwar gehen die Verbraucher demnach davon aus, dass die Arbeitslosigkeit insgesamt wegen der vielen auf den Arbeitsmarkt drängenden Flüchtlinge zunimmt. Der Anteil derjenigen, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben, habe sich im Verlauf des vergangenen Jahres allerdings nicht markant verändert.

Nach wie vor schwelten im Hintergrund aber Risiko-Faktoren für die
Verbraucherstimmung: Die bislang ungelöste Flüchtlingskrise mit einer möglichen Abschottung einzelner Länder sowie das Schließen von Grenzen würde besonders Deutschland als Exportnation treffen, warnte Bürkl. Das könnte die konjunkturellen Aussichten dämpfen. Eine Trendwende sei aber keinesfalls abzusehen.

Da sich die Konjunkturerwartungen der Verbraucher immer leicht verzögert zum Ifo-Geschäftsklima entwickle, sei außerdem nicht auszuschließen, dass sich diese eintrübten. Zum Start ins Jahr war der Ifo-Index überraschend deutlich gefallen.

dpa

Anzeige

 


Diesen Artikel verlinken:
Twitter Facebook
LinkedIn

Impressum | Datenschutz | Kontakt

Copyright: Deutscher Fachverlag GmbH; Anregungen & Kommentare an info@derhandel.de
Credits: Konzept & Layout SamArt Gbr
Credits: Konzept, Projektmanagement, Programmierung und technische Realisation dfv Internet-Service

Twitter

Anzeige

 

Anzeige

 

Printausgabe

Der Handel 07-08/2016

Das führende Wirtschaftsmagazin für Handelsunternehmer

zum Inhalt »
Infos zum Abo »

 

Weiterbilden. Netzwerken. Horizont Erweitern




Management-Kurse mit Hochschulzertifikat - praxisnah, auf wissenschaftlichem Qualitätsniveau

Zum Kursangebot »



Das Premium-Seminar zu aktuellen Themen der Branche - mit Hochschulzertifikat

Mehr Informationen »