Unternehmen & Märkte

SCHUHHANDEL | 13.07.2012

Görtz schließt Filialen und baut Stellen ab

Das Schuhgeschäft Görtz ist von Hamburg aus zu einem der größten europäischen Einzelhändler des Segments aufgestiegen. Doch im harten Wettbewerb der Branche drückt der Schuh. Ein Sparprogramm soll zurück in die Gewinnzone führen.

Foto: Görtz

Seit 1875 in Hamburg: Das Schuhhaus Görtz kämpft mit Problemen.

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Im harten Preiskampf des Einzelhandels sieht sich der 1875 gegründete Schuhfilialist Görtz gezwungen, Filialen zu schließen und drastisch Stellen einsparen. Erstmals habe das Unternehmen 2011 einen Verlust in niedriger zweistelliger Millionenhöhe verzeichnet, sagte ein Firmensprecher in Hamburg zu entsprechenden Angaben des "Hamburger Abendblatts".

2012 drohe ein weiteres Verlustjahr. Deshalb sei die Unternehmensführung zum Handeln gezwungen. Der Umsatz ging 2011 um 5,0 Prozent auf 400 Millionen Euro zurück.

Verhandlung eines Sozialplans, "historischer Strukturwandel"


Für den geplanten Abbau von 100 der rund 250 Stellen in der Hamburger Zentrale soll mit dem Betriebsrat ein Sozialplan verhandelt werden. Von rund 260 Filialen sollen 30 kleinere, unrentable aufgegeben werden. Görtz beschäftigt rund 4.000 Mitarbeiter, davon sind rund 60 Prozent Teilzeitkräfte.

Der erfolgsverwöhnten Handelskette haben der schärfer werdende Wettbewerb und unberechenbares Wetter zugesetzt. Bei kühlen Sommertemperaturen sind Sandalen, Pantoletten und leichteres Schuhwerk Ladenhüter - wie in dieser Saison wieder.

Außerdem böten viele Modegeschäfte und Warenhäuser neben ihrer Bekleidung auch passendes Schuhwerk an, berichtete der Sprecher und sprach von einem "historischen Strukturwandel". Dieser wird vom Internet noch befeuert, wo trendbewusste oder zeitgeplagte Käufer gern bestellen. "Die gesamte Organisation muss sich jetzt auf den härteren Wettbewerb einstellen", fügte der Sprecher an.

Preissteigerungen bei der Rohware Leder


Kräftige Preissteigerungen bei der Rohware Leder können nach seinen Angaben nur bedingt auf den Endverbraucherpreis aufgeschlagen werden. "Leder ist ein knappes Gut", ergänzte der Handelsfachmann. Er verwies auf den steigenden Bedarf des Materials in China für Autositze und Ledermöbel. Saisonal modisches Schuhwerk bezieht Görtz überwiegend aus China, Vietnam und Indonesien. Höherwertiges kommt von den Schuhfabrikanten in Italien, Spanien und Portugal.

Im Ausland selbst ist Görtz in Österreich mit zwei Filialen vertreten, in der Schweiz mit der 2010 übernommenen Kette Pasito-Fricker. Die sechs Läden in Polen für jugendliche Käufer werden nach Angaben des Sprechers geschlossen. Das 1970 eingeführte Filialkonzept "Görtz 17" werde überarbeitet und soll mit einem anspruchsvolleren Sortiment in Deutschland dann auch ältere Käufer anlocken.

dpa


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