Unternehmen & Märkte

KONSUM | 31.07.2012

Hamsterkäufe bei Schlecker belasten Drogeriemarkt

Wer sich während der Rabattwochen bei Schlecker mit Ware eingedeckt hat, wird in den nächsten Wochen keine Drogerieartikel kaufen, prognostiziert die GfK. Das werden auch die Vollsortimenter spüren.

Schlecker-Rabattaktion, Foto: Crescenti

Schlecker-Rabattaktion: Geringere Mengennachfrage in den nächsten Monaten

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Der letzte Rest bei Schlecker kostete nur noch 20 Cent: Der finale Ausverkauf des untergegangenen Drogerieimperiums von einst zog im Juni 5,1 Millionen Kunden in die Filialen, jeder hat in diesem Rabattmonat im Durchschnitt 15 Euro ausgegeben - fast doppelt so viel wie zuvor, und ein Drittel mehr als während der ersten Ausverkaufsrunde im März.

"Die Konsumenten haben Mengen eingekauft, die sie unmöglich in kurzer Zeit verbrauchen können", heißt es im "GfK Consumer Index" für den Monat Juni.

Die Konsequenz aus diesen Hamsterkäufen lautet für die Nürnberger Konsumforscher: "Sie führen zu einer geringeren Mengennachfrage in den kommenden Monaten."

Vor allem der Schleckerkunde nutzt die Rabatte


Es waren vor allem die Schlecker-Stammkunden, die sich im Juni auf die Schnäppchen stürzten, und weniger die Klientel, die sonst bei dm-Drogeriemarkt oder Rossmann einkauft.

Doch wo kaufen die Kunden jetzt ein, da es Schlecker nicht mehr gibt? Dreißig Prozent der bisherigen Umsätze der insolventen Kette wandern zu den Vollsortimentern und den Discountern ab, schreibt die GfK. Acht Prozent gingen an den Fachhandel.

Der gesamte Drogeriemarkt ist im ersten Halbjahr laut GfK um zwei Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 gewachsen, das sei ein guter Wert, da die Branche bereits im Vorjahreszeitraum gute Geschäfte gemacht habe. An diesem Wachstum sei keinesfalls nur der Ausverkauf bei Schlecker schuld.

Vollsortiment schlägt Discount


Im Lebensmitteleinzelhandel sind die Vollsortimenter mittlerweile deutlich erfolgreicher als die Discounter. Im ersten Halbjahr gewannen sie beim Umsatz vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr - fast doppelt so viel wie die Discounter, wie die GfK schreibt.  Erfolgsgaranten für die Vollsortimenter sind für die Nürnberger Konsumforscher die Eigenmarken von Rewe oder Edeka.

Die Supermärkte werden aber in den nächsten Monaten die enorme Bevorratung der Schleckerkunden spüren, sagen die GfK-Experten voraus. Besonders gelte das für die Fast Moving Consumer Goods (FMCG) und hier speziell die Warengruppe Putz- und Körperpflegemittel, die im Juni um etwa acht Prozent im Vergleich zum Juni 2011 gewachsen ist.

ges

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