Unternehmen & Märkte

KARSTADT-MARKETING | 24.08.2012

Karstadt-Chef Jennings ist "Sprachpanscher des Jahres"

"Full of life", "home-style" und "Midseason-sale": Wer sich 2012 in einem Karstadt-Warenhaus zurechtfinden will, muss im Englischen firm sein. Nun hat der Konzernchef dafür eine Auszeichnung bekommen, die ihn nicht freuen dürfte.

Zweifelhafte Ehre: Karstadt-Chef Jennings erhält Negativpreis von Sprachschützern..

Zweifelhafte Ehre: Karstadt-Chef Jennings erhält Negativpreis von Sprachschützern.

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Der deutsch-englische Sprachmischmasch bei Karstadt bekam bei der diesjährigen Wahl zum Sprachpanscher die meisten Stimmen. Seit Jennings auf dem Chefposten sei, werbe die Kaufhauskette noch konsequenter als vorher mit Begriffen wie "modern and full of life", "Midseason-Sale" oder "home-style", kritisiert der Verein Deutsche Sprache.

Karstadt-Filialen seien für Kunden ohne Englischkenntnisse kaum zu verstehen, bemängelte der Vereinsvorsitzende Walter Krämer am Freitag in Dortmund.

Mit der Negativ-Auszeichnung wolle der Verein Jennings daran erinnern, dass die Kaufhäuser nicht in Liverpool und London, sondern in Wuppertal, Berlin und München stehen. Jennings, geboren 1948, ist seit Anfang 2011 Chef bei Karstadt. Am Donnerstag hatte er eine große Herbstoffensive für den Konzern angekündigt.

"Powered by CSU"


Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 entging nur knapp der zweifelhaften Ehrung. Mit 1.490 Stimmen blieb die Fernsehgruppe 31 Zähler hinter Jennings mit Karstadt. Den Sprachschützern seien die "denglischen Fernsehproduktionen" mit "Germany's next Topmodel", "talk talk talk" oder "Lifestyle & More" schon lange ein Dorn im Auge.

Platz drei erreichte die Vorsitzende der CSU-Frauenunion Angelika Niebler, die Erfinderin der CSU-Parteifeier "Lounge in the City". Seit 2011 lade sie in bayerischen Städten zur "Ladies After Work Party, powered by CSU" unter dem Motto "High Politics and High Heels" ein.

Der Verein Deutsche Sprache wählt seit 1998 den Sprachpanscher, der laut Satzung für das unnötige und fortgesetzte Verdrängen deutscher Wörter durch angelsächsische Importe steht. Früher "geehrte" Panscher sind René Obermann (Deutsche Telekom 2011), Hartmut Mehdorn (Deutsche Bahn 2007) oder Klaus Zumwinkel (Deutsche Post 2005).

dpa

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